Gaunersprache, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungGau-ner-spra-che (computergeneriert)
WortzerlegungGaunerSprache
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

(als Geheimsprache verwendete) im Wortschatz von der Hochsprache sehr verschiedene Sondersprache der Landstreicher und Gauner
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gauner · gaunern · Gaunerei · gaunerisch · Gaunersprache
Gauner m. ‘Betrüger, Schwindler, gerissener Kerl, Schelm’. Rotw. Juonner, Joner ‘(Falsch)spieler’ und die Verben junen, jonen ‘(falsch)spielen’ (um 1500) werden zu ‘Betrüger’ und ‘betrügen’ (Mitte 16. Jh.) verallgemeinert. Das Substantiv entwickelt sich weiter zu Jauner (18. Jh.), jedoch wird die Form Gauner (zuerst 1687 in einem rotw. Vokabular) durch Lessing (1747) schriftsprachlich. Auszugehen ist von jidd. jowen ‘Grieche’ (hebr. jawān ‘Griechenland’, eigentlich ‘Ionier’), woraus rotw. *jowonen ‘(falsch)spielen wie ein Grieche’, da den Griechen besondere Geschicklichkeit im Falschspielen nachgesagt wird (vgl. frz. Grec ‘Grieche’, als Appellativum ‘Falschspieler’). Das Wort kommt auf, als nach der Eroberung von Konstantinopel durch die Türken (1453) viele Griechen heimatlos umherziehen. gaunern Vb. ‘Gaunereien verüben, betrügen’ und Gaunerei f. ‘Betrügerei, listiger Streich’, zuerst bei Campe (1808), älter jaunern und Jaunerei (18. Jh.). gaunerisch Adj. (Goethe 1805), jaunerisch (Anfang 18. Jh.). Gaunersprache f. ‘Sondersprache der Gauner, Rotwelsch’ (19. Jh.), Jaunersprache (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Ganovensprache · Gaunersprache · ↗Rotwelsch
Oberbegriffe

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vielleicht gibt es dann mehr Blech, das steht in der Gaunersprache für Geld.
Die Welt, 13.01.2003
Stets hatten die Wortlisten den Zweck, Licht ins Dunkel der "Gaunersprache" zu bringen.
Die Zeit, 19.11.2001, Nr. 47
Einleuchtender als alle die genannten Deutungen ist die aus der Gaunersprache.
Röhrich, Lutz: Barthel. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 942
Als Thomas sichallzusehrzu langweilen begann, stellte er ein Lexikon der Gaunersprache zusammen.
Simmel, Johannes Mario: Es muß nicht immer Kaviar sein, Zürich: Schweizer Verl.-Haus 1984 [1960], S. 896
Bemerkenswert ist die Sammlung von Weingrüßen und -sagen und ein Verzeichnis rotwelscher Wörter der Gaunersprache (bei Goedeke 367 ff.).
Bebermeyer, G.: Gengenbach. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1958], S. 2284
Zitationshilfe
„Gaunersprache“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Gaunersprache>, abgerufen am 25.08.2019.

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