Gast, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Gastes · Nominativ Plural: Gäste
Wortbildung mit ›Gast‹ als Erstglied: ↗Gastarbeiter · ↗Gastbeitrag · ↗Gastbett · ↗Gastclub · ↗Gastdirigent · ↗Gastdozent · ↗Gastfreiheit · ↗Gastfreund · ↗Gastfreundschaft · ↗Gastgeber · ↗Gastgeschenk · ↗Gasthaus · ↗Gasthof · ↗Gasthörer · ↗Gastklub · ↗Gastkonzert · ↗Gastland · ↗Gastmahl · ↗Gastmannschaft · ↗Gastprofessor · ↗Gastraum · ↗Gastrecht · ↗Gastregisseur · ↗Gastrolle · ↗Gastspiel · ↗Gaststube · ↗Gaststätte · ↗Gastvorlesung · ↗Gastvorstellung · ↗Gastwirt · ↗Gastwirtschaft · ↗Gastzimmer · ↗Gästebuch · ↗Gästehaus · ↗Gästezimmer · ↗gastfrei · ↗gastfreundlich · ↗gastgebend · ↗gastweise
 ·  mit ›Gast‹ als Letztglied: ↗Abendmahlgast · ↗Abendmahlsgast · ↗Badegast · ↗Ballgast · ↗Cafégast · ↗Dauergast · ↗Ehrengast · ↗Fahrgast · ↗Feriengast · ↗Festgast · ↗Fluggast · ↗Hausgast · ↗Hochzeitsgast · ↗Hotelgast · ↗Irrgast · ↗Jagdgast · ↗Kaffeegast · ↗Kurgast · ↗Logiergast · ↗Messegast · ↗Mittagsgast · ↗Nachtgast · ↗Partygast · ↗Pensionsgast · ↗Premierengast · ↗Quartiergast · ↗Schlafgast · ↗Sommergast · ↗Sonntagsgast · ↗Staatsgast · ↗Stammgast · ↗Stargast · ↗Tafelgast · ↗Tagesgast · ↗Tischgast · ↗Trauergast · ↗Urlaubsgast · ↗Wintergast · ↗Wirtshausgast · ↗Zaungast · ↗Übernachtungsgast · ↗Überraschungsgast
 ·  mit ›Gast‹ als Grundform: ↗begasten · ↗gasten
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
zur Bewirtung oder vorübergehenden Beherbergung eingeladene oder aufgenommene Person
2.
a)
Besucher eines Lokals
b)
jmd., der gegen Entgelt beherbergt wird
3.
a)
jmd., der sich (als Besucher) in einer anderen als seiner eigenen Umgebung, besonders in einem Personenkreis, zu dem er nicht fest gehört, zu bestimmten Zwecken vorübergehend aufhält
b)
jmd., der als Künstler, Künstlerin an einem anderen Ort, besonders auf einer fremden Bühne auftritt
c)
Sport Sportler, Sportlerin oder Mannschaft beim Wettkampf auf dem (Wettkampf)platz des Gegners
4.
(besonders) norddeutsch Geselle; Mensch
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gast · gastieren · gastlich · gastfrei · Gastfreund · Gastfreundschaft · gastfreundlich · Gastgeber · Gasthaus · Gasthof · Gastmahl · Gastspiel · Gaststätte · Gastwirt · Gastwirtschaft
Gast m. ‘wer sich vorübergehend an fremdem Ort aufhält, Besucher’. Ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. mnd. mnl. nl. gast, afries. jest, aengl. giest, anord. gestr (daraus engl. guest), schwed. gäst, got. gasts (germ. *gasti-) führt mit verwandtem lat. hostis ‘Fremdling’, besonders ‘kriegführender Fremder, Landesfeind’, hospes (Genitiv hospitis) ‘Gastfreund’ (aus *hostipots, eigentlich ‘Herr des Fremden, Gastherr’, zum zweiten Kompositionsglied, das hier jedoch als konsonantischer Stamm erscheint, s. ↗Despot) sowie aslaw. gostь ‘Gast, Fremder’, aruss. gostь, auch ‘angereister Kaufmann’, russ. gost’ (гость) ‘Gast’ auf ie. *ghostis ‘Fremder’. Dies bezeichnet also sowohl den friedlich sich nähernden Fremden, dem Schutz, Unterkunft, Bewirtung gewährt wird, als auch den mit kriegerischen Absichten ins Land fallenden Fremden, den Feind. Im Germ. überwiegt früh die erste Bedeutung, doch kann noch mhd. gast auch für ‘Krieger’ bzw. ‘feindlicher Krieger’ stehen. Mit dem Erstarken des Bürgertums, der Intensivierung des Handels und der Entwicklung des Herbergswesens bezeichnet Gast nur noch den bewirteten Fremden, den Besucher. gastieren Vb. ‘zu Gaste haben, bewirten’ (17. Jh.) für älteres gasten (16. Jh.); heute von Künstlern ‘Gastrollen geben’. gastlich Adj. ahd. gastlīh (Hs. 12. Jh.; vgl. ungastlīhhī ‘Ungastlichkeit’, 11. Jh.), mhd. gastlich. gastfrei Adj. (16. Jh.). Gastfreund m. ‘wer zu einem Freund als Gast kommt, wer seinem Freund Gastfreundschaft gewährt’, wahrscheinlich von Maaler (1561) zur Wiedergabe von lat. hospes (s. oben) nach derälteren Umschreibung Gast und Freund geprägt, dann auch Äquivalent für gleichbed. griech. (homerisch) xé͞inos (ξεῖνος), (att.) xénos (ξένος) in dem in der Antike entwickelten speziellen Sinn der vertraglich vereinbarten, erblichen Verbindung zu gegenseitiger gastlicher Aufnahme und Freundschaft. Gastfreundschaft f. ‘Bereitschaft, einem Fremden Bewirtung und Unterkunft zu gewähren’ (Anfang 17. Jh.), älter gastliche Freundschaft (Mitte 16. Jh.); gastfreundlich Adj. ‘jederzeit bereit, Gäste bei sich aufzunehmen’ (2. Hälfte 18. Jh.). Gastgeber m. ‘wer andere zu Gast lädt und bewirtet’, mhd. gastgeber, gastgebe ‘wer Nachtherberge gibt, Gastwirt, Wirt’. Gasthaus n. ‘Übernachtungsstätte mit Speisewirtschaft’, ahd. (8. Jh.), mhd. gasthūs. Gasthof m. (Anfang 15. Jh.). Gastmahl n. ‘festliche Mahlzeit mit Gästen’ (16. Jh.). Gastspiel n. ‘Auftreten eines Künstlers, eines künstlerischen Ensembles auf einer fremden Bühne’ (Mitte 19. Jh.). Gaststätte f. ‘Speiserestaurant, Lokal’, zuerst 1909 in den dt. Alpenländern verdeutschend für Hotel und Restauration. Gastwirt m. ‘Inhaber einer Gaststätte’ (17. Jh.); Gastwirtschaft f. (um 1800); älter in gleichem Sinne ↗Wirtschaft (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Besucher · Eingeladener · Gast
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • (unbeteiligter) Zuschauer · ↗Gaffer · Unbeteiligter · nicht auf der Gästeliste (stehen) · nicht eingeladen · ungebetener Gast  ●  nicht geladener Gast  Hauptform · ↗Zaungast  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Empfang Gastgeber Hotel Restaurant ander ausländisch begrüßen besuchen bewirten bieten einladen empfangen erwarten feiern geladen gesehen hundert illuster laden locken prominent ungebeten unterhalten verwöhnen warten willkommen zahlend zahlreich zählen Übernachtung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gast‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch unterscheiden sie sich in ihrer Kleidung, wie es bei Priestern üblich ist, von den geladenen Gästen.
Die Zeit, 06.12.2013, Nr. 50
Aber wenn erst der eine herumspukt, wird bald auch der nächste Gast wach.
Venske, Regula: Marthes Vision, Frankfurt am Main: Eichborn Verlag 2006, S. 94
Also treten die Gäste der Bergs am hellichten Tag im Smoking an.
Der Spiegel, 11.02.1985
Ich fragte sie nach den Gästen, doch sie kannte sie nicht.
Hein, Christoph: Drachenblut, Darmstadt: Luchterhand 1983 [1982], S. 57
Prominente Gäste, die meist hochinteressante wissenschaftliche Informationen mitbrachten, waren natürlich stets sehr willkommen.
Ardenne, Manfred v.: Ein glückliches Leben für Technik und Forschung: Berlin: Verlag der Nation 1976, S. 266
Zitationshilfe
„Gast“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Gast#1>, abgerufen am 24.04.2019.

Weitere Informationen …

Gast, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Gastes · Nominativ Plural: Gasten
Wortbildung mit ›Gast‹ als Letztglied: ↗Artilleriegast · ↗Backgast · ↗Backsgast · ↗Bootsgast · ↗Bootsmannsgast · ↗Funkgast
eWDG, 1967

Bedeutung

Seemannssprache Matrose, der für einen bestimmten Dienst an Bord vorgesehen ist
Beispiel:
An Deck waren alle Gasten in fieberhafter Tätigkeit [JahnnHolzschiff241]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gast · gastieren · gastlich · gastfrei · Gastfreund · Gastfreundschaft · gastfreundlich · Gastgeber · Gasthaus · Gasthof · Gastmahl · Gastspiel · Gaststätte · Gastwirt · Gastwirtschaft
Gast m. ‘wer sich vorübergehend an fremdem Ort aufhält, Besucher’. Ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. mnd. mnl. nl. gast, afries. jest, aengl. giest, anord. gestr (daraus engl. guest), schwed. gäst, got. gasts (germ. *gasti-) führt mit verwandtem lat. hostis ‘Fremdling’, besonders ‘kriegführender Fremder, Landesfeind’, hospes (Genitiv hospitis) ‘Gastfreund’ (aus *hostipots, eigentlich ‘Herr des Fremden, Gastherr’, zum zweiten Kompositionsglied, das hier jedoch als konsonantischer Stamm erscheint, s. ↗Despot) sowie aslaw. gostь ‘Gast, Fremder’, aruss. gostь, auch ‘angereister Kaufmann’, russ. gost’ (гость) ‘Gast’ auf ie. *ghostis ‘Fremder’. Dies bezeichnet also sowohl den friedlich sich nähernden Fremden, dem Schutz, Unterkunft, Bewirtung gewährt wird, als auch den mit kriegerischen Absichten ins Land fallenden Fremden, den Feind. Im Germ. überwiegt früh die erste Bedeutung, doch kann noch mhd. gast auch für ‘Krieger’ bzw. ‘feindlicher Krieger’ stehen. Mit dem Erstarken des Bürgertums, der Intensivierung des Handels und der Entwicklung des Herbergswesens bezeichnet Gast nur noch den bewirteten Fremden, den Besucher. gastieren Vb. ‘zu Gaste haben, bewirten’ (17. Jh.) für älteres gasten (16. Jh.); heute von Künstlern ‘Gastrollen geben’. gastlich Adj. ahd. gastlīh (Hs. 12. Jh.; vgl. ungastlīhhī ‘Ungastlichkeit’, 11. Jh.), mhd. gastlich. gastfrei Adj. (16. Jh.). Gastfreund m. ‘wer zu einem Freund als Gast kommt, wer seinem Freund Gastfreundschaft gewährt’, wahrscheinlich von Maaler (1561) zur Wiedergabe von lat. hospes (s. oben) nach derälteren Umschreibung Gast und Freund geprägt, dann auch Äquivalent für gleichbed. griech. (homerisch) xé͞inos (ξεῖνος), (att.) xénos (ξένος) in dem in der Antike entwickelten speziellen Sinn der vertraglich vereinbarten, erblichen Verbindung zu gegenseitiger gastlicher Aufnahme und Freundschaft. Gastfreundschaft f. ‘Bereitschaft, einem Fremden Bewirtung und Unterkunft zu gewähren’ (Anfang 17. Jh.), älter gastliche Freundschaft (Mitte 16. Jh.); gastfreundlich Adj. ‘jederzeit bereit, Gäste bei sich aufzunehmen’ (2. Hälfte 18. Jh.). Gastgeber m. ‘wer andere zu Gast lädt und bewirtet’, mhd. gastgeber, gastgebe ‘wer Nachtherberge gibt, Gastwirt, Wirt’. Gasthaus n. ‘Übernachtungsstätte mit Speisewirtschaft’, ahd. (8. Jh.), mhd. gasthūs. Gasthof m. (Anfang 15. Jh.). Gastmahl n. ‘festliche Mahlzeit mit Gästen’ (16. Jh.). Gastspiel n. ‘Auftreten eines Künstlers, eines künstlerischen Ensembles auf einer fremden Bühne’ (Mitte 19. Jh.). Gaststätte f. ‘Speiserestaurant, Lokal’, zuerst 1909 in den dt. Alpenländern verdeutschend für Hotel und Restauration. Gastwirt m. ‘Inhaber einer Gaststätte’ (17. Jh.); Gastwirtschaft f. (um 1800); älter in gleichem Sinne ↗Wirtschaft (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Besucher · Eingeladener · Gast
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • (unbeteiligter) Zuschauer · ↗Gaffer · Unbeteiligter · nicht auf der Gästeliste (stehen) · nicht eingeladen · ungebetener Gast  ●  nicht geladener Gast  Hauptform · ↗Zaungast  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Empfang Gastgeber Hotel Restaurant ander ausländisch begrüßen besuchen bewirten bieten einladen empfangen erwarten feiern geladen gesehen hundert illuster laden locken prominent ungebeten unterhalten verwöhnen warten willkommen zahlend zahlreich zählen Übernachtung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gast‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch unterscheiden sie sich in ihrer Kleidung, wie es bei Priestern üblich ist, von den geladenen Gästen.
Die Zeit, 06.12.2013, Nr. 50
Aber wenn erst der eine herumspukt, wird bald auch der nächste Gast wach.
Venske, Regula: Marthes Vision, Frankfurt am Main: Eichborn Verlag 2006, S. 94
Also treten die Gäste der Bergs am hellichten Tag im Smoking an.
Der Spiegel, 11.02.1985
Ich fragte sie nach den Gästen, doch sie kannte sie nicht.
Hein, Christoph: Drachenblut, Darmstadt: Luchterhand 1983 [1982], S. 57
Prominente Gäste, die meist hochinteressante wissenschaftliche Informationen mitbrachten, waren natürlich stets sehr willkommen.
Ardenne, Manfred v.: Ein glückliches Leben für Technik und Forschung: Berlin: Verlag der Nation 1976, S. 266
Zitationshilfe
„Gast“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Gast#2>, abgerufen am 24.04.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Gasstrumpf
Gasstrahl
Gasspürgerät
Gasspeicher
Gasspannung
Gastanker
Gastarbeiter
Gastarbeitergetto
Gastarbeiterghetto
Gastauftritt