Gallenstein, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungGal-len-stein (computergeneriert)
WortzerlegungGalle1Stein
Wortbildung mit ›Gallenstein‹ als Erstglied: ↗Gallensteinleiden
eWDG, 1967

Bedeutung

fester kleiner Körper, der sich in der Gallenblase aus ausgeschiedenen Bestandteilen der Galle gebildet hat
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Galle1 · galle(n)bitter · gallig · vergällen · unvergällt · Gallenkolik · Gallenstein
Galle1 f. ‘bittere, gelbflüssige Absonderung der Leber, Gallenblase’. Die germ. Bezeichnungen ahd. (9. Jh.), asächs. galla, mhd. mnd. galle, nl. gal, aengl. gealla, engl. gall, anord. gall, schwed. galla, galle (germ. *gallō-) führen mit verwandten Wörtern in anderen ie. Sprachen wie awest. zāra- ‘Galle’, griech. cholḗ, chólos (χολή, χόλος) ‘Galle, Zorn, Groll’ (s. ↗Cholera), lat. fel (Genitiv fellis) ‘Galle, Bitterkeit, Zorn’, lit. žãlias ‘grün, roh, ungekocht’, aslaw. zelenъ, russ. zelënyj (зелёный) ‘grün’, aslaw. zlъčь, aruss. zъlčь, žъlčь, russ. žëlč’ (жёлчь) ‘Galle’ auf die Wurzel ie. *g̑hel(ə)- ‘glänzen, schimmern’, in Farbbezeichnungen besonders ‘gelb, grün’, bzw. die Varianten *ghel(ə)- oder *g‐ͧhel(ə)- (s. ↗gelb). Die Galle ist somit nach ihrer gelblichgrünen Farbe benannt. In übertragener Verwendung gilt dt als Symbol der Bitterkeit und Sitz des Zorns und Ärgers. galle(n)bitter Adj. ‘bitter wie Galle, sehr bitter’ (16. Jh.); substantivisches Gallenbitter(e)n und obd. Gallenbitterin für ‘Gallenflüssigkeit’ ist schon in der 2. Hälfte des 15. Jhs. bezeugt. gallig Adj. ‘Galle enthaltend, galle(n)bitter, voll Bitterkeit und dadurch unfreundlich, bitter spottend’ (16. Jh.), bis ins 19. Jh. auch gallicht. vergällen Vb. ‘(Freude, Leben) verbittern’, mhd. gellen, vergellen ‘bitter wie Galle machen, verbittern’. In neuerer Zeit auch ‘denaturieren’, d. h. ‘Genußmittel ungenießbar machen’; dazu unvergällt Part.adj. ‘unbeschwert, zufrieden’ (18. Jh.), ‘nicht mit Bitterstoffen versetzt’ (19. Jh.); vgl. mhd. unvergellet. Gallenkolik f. Gallenstein m. (beide Anfang 18. Jh.).

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
Cholelith · ↗Gallenkonkrement · Gallenstein
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

entfernen zertrümmern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gallenstein‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nur weil der böse Herr Verleger vielleicht einen Gallenstein hat, kann er mir doch nicht derart auf den Kopf scheißen.
Süddeutsche Zeitung, 29.12.1994
Zuvor hatte ein Krankenhausmitarbeiter erklärt, Arafat mache ein Gallenstein zu schaffen.
Süddeutsche Zeitung, 28.10.2004
Den großen Gallenstein kann ich nach Eröffnung der Bauchhöhle gut durch die Gallenblasenwand tasten und erkenne seinen genauen Sitz auch an einer Schwellung.
Killian, Hans: Auf Leben und Tod, München: Wilhelm Heyne Verlag 1976, S. 33
Er hatte keinen Darsteller, er war nur so da wie Gallenstein in „Wallensteins Lager“.
Die Zeit, 04.11.1960, Nr. 45
Bei einem gebrochenen Arm oder Gallenstein können die Kranken ihr Problem „objektiv“ beurteilen.
Der Tagesspiegel, 08.12.2002
Zitationshilfe
„Gallenstein“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Gallenstein>, abgerufen am 14.10.2019.

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