Güte, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Güte · Nominativ Plural: Güten
Aussprache
WorttrennungGü-te (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Güte‹ als Erstglied: ↗Gütchen2 · ↗Gütegrad · ↗Güteklasse · ↗Gütekontrolle · ↗Gütekontrolleur · ↗Gütesiegel · ↗Güteverfahren · ↗Güteverhandlung · ↗Gütevorschrift · ↗Gütezeichen
 ·  mit ›Güte‹ als Letztglied: ↗Bearbeitungsgüte · ↗Bildgüte · ↗Bodengüte · ↗Engelsgüte · ↗Gewässergüte · ↗Herzensgüte · ↗Menschengüte · ↗Seelengüte
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
nur im Singular
das Gütigsein, die hilfreiche und verzeihende Gesinnung
Beispiele:
die Güte des Herzens
seine Güte kannte keine Grenzen
gehoben jmds. Gesicht strahlt (grenzenlose) Güte aus
sie war die Güte selbst, die wandelnde Güte, die Güte in Person (= war sehr gütig)
er sprach voll Güte, sah das Kind voller Güte an
durch jmds. Güte
in seiner Güte ließ er es nicht zu, dass ...
mit Güte kommt man da nicht weiter
höflich, gehoben würden Sie bitte die Güte (= Freundlichkeit) haben, die Tür zu schließen, aufzustehen!
salopp ach, du meine Güte! (= Ausruf, der Verwunderung, Bestürzung ausdrückt)
veraltend [Aufschrift auf Briefen, die durch private Vermittlung und nicht durch die Post oder durch einen Boten ausgehändigt werden:] durch Güte
in Güteim Guten, ohne Streit, gütlich
Beispiele:
sie hatten sich in Güte geeinigt, gingen in Güte auseinander
ich sage es dir in Güte
in Güte geht alles
2.
meist im Singular
das Gutsein, die gute Qualität, Beschaffenheit
Beispiele:
die Güte dieser Ware ist bekannt
diese Marke ist ein Begriff für Güte
der Name bürgt für Güte
die Güte der Instrumente ist die Voraussetzung für den Erfolg
in bekannter Güte
Qualität, Beschaffenheit
Beispiele:
ein Wein erster, zweiter, mittlerer Güte
ein Hotel, eine Straße vierter Güte
Stoffe verschiedener Güten
Waren letzter Güte (= minderwertige Waren)
nach der Güte geordnet
3.
umgangssprachlich sich [Dativ] (an etw.) eine Güte tunreichlich von etw. nehmen, sich an etw. gütlich tun, gehörig erquicken
Beispiele:
er tat sich eine Güte an den Erdbeeren, an dem kühlen Getränk
er wollte sich einmal eine Güte tun
scherzhaft sich [Dativ] (an etw.) ein Gütchen tun
Beispiel:
daran wollten sie sich ein Gütchen tun
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gut · Gut · Güte · vergüten · Vergütung · begütert · gütig · begütigen · gütlich · Gutachten · Gutdünken · Guthaben · gutheißen · gutmütig · Gutschein · gutwillig
gut Adj. ahd. (8. Jh.), mhd. guot, asächs. aengl. gōd, mnd. gōt, engl. good, mnl. goet, nl. goed, afries. god, anord. gōðr, schwed. dän. god, got. gōþs (germ. *gōda-) gehört ablautend zu der unter ↗Gatte (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *ghadh- ‘vereinigen, eng verbunden sein, zusammenpassen’ (vgl. auch aind. gádhyaḥ ‘was man gerne festhält, was einem paßt’, aslaw. godьnъ ‘gefällig, geeignet’ sowie ahd. gigat ‘passend’). Als Ausgangsbedeutung von germ. *gōda- wird danach etwa ‘passend, geeignet’ anzusetzen sein. Das Wort zeigt, teils schon in sehr früher Zeit, eine reiche Bedeutungsentwicklung, die, von ‘passend’ ausgehend, zunächst zu ‘für einen Zweck geeignet, tauglich, brauchbar’, in spezifischer Anwendung auf Personen ‘tüchtig, geschickt’ führt. Aus dem Begriff des Geeignetseins für einen bestimmten Zweck entwickelt sich gut zum Wertbegriff im Sinne von ‘wertvoll, kostbar, hochwertig, qualitativ einwandfrei’ (bei Sachen), ‘vornehm, edel, angesehen, ehrlich’ (auf Personen oder deren Verhältnisse bezogen), ferner zum Ausdruck des Wohlgefallens, der Freude, die jemand an einer Sache oder einem Zustand hat, wird also zu ‘angenehm, bequem, vorteilhaft, erfreulich, fein, schön’. Aus ‘passend, geeignet’ entwickelt sich auch, gleichfalls schon in ältester Zeit, die Bedeutung ‘geneigt, wohlmeinend, freundlich, gefällig, gütig’; in allgemeiner ethischer Verwendung steht gut im Sinne von ‘rechtschaffen, tugendhaft, anständig’. gut wird auch zur Bezeichnung von Mengen- oder Maßangaben im Sinne von ‘richtig, ordentlich’ verwendet, woraus sich ‘reichlich, beträchtlich’ (eine gute Stunde, gute acht Tage) ergibt; schließlich kann gut als Mittel der Steigerung etwa im Sinne von ‘tüchtig, gehörig, völlig’ (ich habe gute Lust, in gutem Einvernehmen) gebraucht werden. Gut n. ‘Besitz, Vermögen, versandfertige Ware, Ladung, Material, Stoff für einen bestimmten Arbeitsprozeß (Saat-, Steingut), größerer landwirtschaftlicher Betrieb’, ahd. guot ‘Gutes, Vermögen, Besitz’ (8. Jh.), mhd. guot, auch ‘Landgut’, asächs. aengl. gōd, anord. gott, Substantivierungen des Adjektivs. Güte f. ‘hilfreiche, großherzige Gesinnung, Nachsicht, Freundlichkeit, gute Beschaffenheit, Qualität (einer Ware)’, ahd. guotī (9. Jh.), mhd. güete, asächs. gōdi. vergüten Vb. ‘entschädigen, zurückerstatten, die Güte, Beschaffenheit verbessern’, spätmhd. vergüeten ‘entschädigen, auf Zinsen anlegen’; dazu Vergütung f. (18. Jh.). begütert Adj. ‘mit Gütern, Reichtum ausgestattet, reich, wohlhabend’ (16. Jh.). gütig Adj. ‘voller Güte, hilfreich und verzeihend’, mhd. güetec. begütigen Vb. ‘gut zureden, besänftigen, beschwichtigen’ (15. Jh.). gütlich Adj. ‘in gutem Einvernehmen, ohne Streit, friedlich’, ahd. guotlīh ‘gut, heilbringend, segensreich’ (8. Jh.), mhd. guotlich, güetlich ‘gut, gütig, freundlich’. Gutachten n. ‘ausführlich begründete Stellungnahme eines Sachverständigen’ (Anfang 16. Jh.), substantivierte Zusammenrückung aus etw. für gut achten. Gutdünken n. ‘eigenes, persönliches Ermessen’, spätmhd. guotdunken, Substantivbildung aus Verbindungen wie eʒ dunket mich guot. Guthaben n. ‘worauf man Anspruch hat, zur Verfügung stehendes (gespartes) Geld, geldliche Forderung an jmdn.’ (um 1800), Substantivierung aus etw. gut haben (heute guthaben) ‘etw. zu fordern haben’. gutheißen Vb. ‘für gut befinden, billigen’ (16. Jh.), Zusammenrückung aus etw. gut heißen. gutmütig Adj. ‘von guter Gemütsart, nicht streitsüchtig, leicht zu beeindrucken, mitleidig’ (15. Jh.). Gutschein m. ‘Schein über ein Guthaben in Waren oder Geld’ (19. Jh.), Verdeutschung für ↗Bon (s. d.). gutwillig Adj. ‘guten Willen zeigend, gefügig’, ahd. guotwillīg (um 1000), mhd. guotwillic.

Thesaurus

Synonymgruppe
(gute) Beschaffenheit · Güte · ↗Qualität · ↗Wertigkeit
Assoziationen
Psychologie
Synonymgruppe
Güte · ↗Tugend · ↗Tugendhaftigkeit  ●  Arete  fachspr. · ↗Vortrefflichkeit  geh.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Oberbegriffe
Technik
Synonymgruppe
Güte · Gütefaktor · Kreisgüte · Polgüte · Q-Faktor · Resonanzschärfe · Schwingkreisgüte
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Allmacht Barmherzigkeit Bosheit Demut Freundlichkeit Geduld Gerechtigkeit Gnade Hilfsbereitschaft Klugheit Menschlichkeit Milde Nachsicht Preiswürdigkeit Reinheit Sanftmut Strenge Vorschlag Ware Weisheit Wohlwollen allererst gleichbleibend grenzenlos göttlich lieb minder mütterlich unendlich väterlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Güte‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die unterschiedliche Güte beider Filme steckt nicht allein, doch ganz besonders in ihren Schlüssen.
Der Tagesspiegel, 09.09.1999
Sie erzeugen ein falsches Bild von der Güte unserer Wissenschaft.
Feyerabend, Paul: Wider den Methodenzwang, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1976, S. 94
Worin aber liegt die Güte der einen oder anderen Lösung?
Die Zeit, 14.04.1961, Nr. 16
Aber kann nicht selbst die personifizierte Güte einmal obstinat werden?
May, Karl: Winnetou IV, Berlin: Neues Leben 1993 [1910], S. 28
Es ist der Meister in seiner Hoheit, seiner Güte, seinem Ernst.
Ebner-Eschenbach, Marie von: Agave. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1903], S. 5757
Zitationshilfe
„Güte“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Güte>, abgerufen am 22.04.2019.

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