Furie, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Furie · Nominativ Plural: Furien
Aussprache
WorttrennungFu-rie
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Furie‹ als Letztglied: ↗Kriegsfurie
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Rachegöttin der römischen Mythologie
bildlich wütendes Wesen, das Schrecken, höchste Unruhe um sich verbreitet
Beispiele:
gehoben die Furie des Krieges
gehoben sie rannten, liefen davon wie von Furien gejagt, gehetzt, gepeitscht, getrieben
gehoben sie stürmte dahin wie eine (wilde, wütende) Furie
sie ist eine wahre Furie (= ein wildes, wütendes Weib)
gehoben Jede Stunde konnte die Starre zerbersten und die Furie unter die Menschen fahren [ApitzNackt448]
gehoben sie rannte voran, eine Furie aus Kleiderfetzen und zerzausten Haaren [Kellerm.Tunnel165]
2.
veraltet Raserei, Wut, Eile
Beispiel:
Meister Floh wollte in seiner Rede fortfahren, als ein Mensch in voller Furie aus dem Gebüsch hervor und auf den Peregrinus losstürzte [E. T. A. Hoffm.6,124]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Furie f. ‘Rachegöttin, wütendes Weib’. Lat. furia ‘Raserei, Wut’ (zu lat. furere ‘rasen, wüten’, s. ↗Furore) wird um 1600 entlehnt und ergibt nhd. Furie und volkstümliches obd. Furi. Personifiziertes lat. Furiae Plur. steht als Äquivalent für die Erinnyen, die gefürchteten Rachegöttinnen der griechischen Sage, für die im 18. Jh. ebenfalls Furien eintritt, das zugleich, dem lat. Vorbild folgend, auf Menschen bezogen wird und den weiteren Sinn ‘rasendes, sich wild gebärdendes Weib’ annimmt.

Thesaurus

Synonymgruppe
Furie · ↗Zicke · zänkisches Weib  ●  ↗Besen  ugs. · ↗Drachen  ugs. · ↗Gewitterziege  ugs. · ↗Giftnudel  ugs. · ↗Hausdrachen  ugs. · ↗Hippe  ugs. · ↗Kratzbürste  ugs. · ↗Krähe  ugs. · Meckertante  ugs. · ↗Meckerziege  ugs. · ↗Megäre  geh., bildungssprachlich · ↗Schlange  ugs. · ↗Xanthippe  geh. · ↗Zimtzicke  ugs., ruhrdt. · ↗Zippe  ugs. · boshaftes Weibsstück  ugs. · feuerspeiender Drache  ugs., fig.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Erinnye · ↗Eumenide · Furie · ↗Medusa · ↗Racheengel · ↗Rachegöttin

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dämon Grazie Haß Hexe Krieg Nationalismus Vergangenheit Vergessen Verschwinden Wut besänftigen blutrünstig hegelsch herfallen hetzen hysterisch jagen losgehen rasen rasend rot stürzen toben verwandeln wahr wandeln wild wüten wütend zerreißen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Furie‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Manchmal wird sie zur Furie und droht, mich zu verlassen.
Bild, 21.01.2000
In der öffentlichen Wahrnehmung hatte sich die Frau, die das Weiße Haus modernisieren sollte, in eine machtgierige Furie gewandelt.
Die Zeit, 15.07.1999, Nr. 29
Das eingeschobene Ballett (Tanz der Furien) erinnert mit seinen mächtigen Klängen an Glucks Don Juan.
Buzga, Jaroslav: Praupner (Familie). In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1962], S. 17793
Indessen kann auch vor der Wonne die schimmernde Furie dich ins Jenseits befördern!
Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 94
Unter einer Furie ist aber nicht etwa an einen abschreckenden Typus Weib gedacht.
Meisel-Hess, Grete: Die sexuelle Krise. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 8652
Zitationshilfe
„Furie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Furie>, abgerufen am 17.07.2019.

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