Frikandeau

WorttrennungFri-kan-deau
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

Kochkunst Fleisch von der Innenseite der Keule (von Kalb, Schwein, Hirsch u. a.)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Frikadelle · Frikandeau
Frikadelle f. ‘gebratenes Fleischklößchen’ ist seit Ende des 17. Jhs. im Dt. bezeugt, daneben Anfang des 18. Jhs. Frickedelle, Fricandelle (so heute noch in der Gastronomie Frikandelle ‘gedämpfte Fleischschnitte’) und die Pluralform Frittadelle. Der Ausdruck folgt offensichtlich roman. Vorbildern, namentlich ital. frittatella, Deminutivum von ital. frittata ‘Eierkuchen’; dieses wird lautlich umgestaltet, wohl kaum infolge Dissimilation, sondern unter dem Einfluß von frz. fricandeau (s. unten, vielleicht nach einer landschaftlichen oder auf Analogiebildung beruhenden Nebenform *fricandel; frz. fricadelle ‘Fleischklößchen’ ist erst seit der 2. Hälfte des 19. Jhs. bezeugt). Der Bildung liegt letztlich lat. frīgere ‘rösten, braten’ (Part. Perf. lat. frīctum, ital. fritto, frz. frit, letzteres in frz. pommes de terre frites, auch pommes frites ‘in Fett gebackene Kartoffelstreifchen’, ins Dt. übernommen als ↗Pommes frites Plur. (s. d.); vgl. ferner frz. friture ‘das Braten, Bratfett, Gebratenes’) zugrunde, doch ist der Entlehnungsvorgang im einzelnen unklar; möglicherweise ist in gleichbed. nl. frikadel ein Vermittler zu sehen; vgl. noch mnd. vricken ‘rösten, backen’ (15. Jh.). Frikandeau n. ‘gespickte Kalbsschnitte’ (Anfang 18. Jh.), nach gleichbed. frz. fricandeau, das wohl als Stamm ein fälschlich (durch Abtrennen des vermeintlichen Affixes -asser) aus frz. fricasser (s. ↗Frikassee) gewonnenes fric- aufweist.
Zitationshilfe
„Frikandeau“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Frikandeau>, abgerufen am 14.12.2018.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Frikadelle
Frigorimeter
Frigidität
frigide
Frigidarium
Frikandelle
Frikassee
frikassieren
frikativ
Friktiograf