Fresser, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Fressers · Nominativ Plural: Fresser
Aussprache
WorttrennungFres-ser
Wortzerlegungfressen-er
Wortbildung mit ›Fresser‹ als Letztglied: ↗Aasfresser · ↗Aktenfresser · ↗Allesfresser · ↗Dreckfresser · ↗Eisenfresser · ↗Feuerfresser · ↗Fleischfresser · ↗Grasfresser · ↗Honigfresser · ↗Insektenfresser · ↗Kilometerfresser · ↗Körnerfresser · ↗Menschenfresser · ↗Pflanzenfresser · ↗Spagettifresser · ↗Spaghettifresser · ↗Spritfresser
eWDG, 1967

Bedeutung

jmd., der viel frisst
a)
Landwirtschaft vom Tier   Futterverwerter
Beispiele:
ein langsamer, schneller Fresser
das Schwein ist ein guter Fresser
Rind im Alter bis zu einem Jahr
Beispiel:
einen Fresser großziehen, schlachten
b)
vulgär vom Menschen
Beispiele:
er ist ein großer Fresser (= Vielfraß)
sie waren froh, den unnützen Fresser aus dem Hause zu haben
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fressen · Fresser · Fresserei · Fraß · gefräßig · Gefräßigkeit · Fresse · Fressalien · Freßsack
fressen Vb. ‘Nahrung aufnehmen’ (von Tieren), ‘unmäßig, unkultiviert essen’, ahd. freʒʒan (8. Jh.), mhd. v(e)reʒʒen, asächs. fretan, mnd. mnl. vrēten, nl. vreten, aengl. fretan, engl. to fret (‘zerfressen’), got. fraïtan, mit dem unter ↗ver- (s. d.) behandelten Präfix gebildet zu dem unter ↗essen (s. d.) angeführten Verb (vgl. got. fra-itan), eigentlich ‘vollständig aufessen’. In diesem Sinne gilt das Verb in alter Zeit für jede Form der Nahrungsaufnahme; die oben genannte Bedeutung wird erst im Nhd. üblich. Fresser m. ‘Schlemmer, Prasser’, mhd. vreʒʒer; vgl. gleichbed. ahd. freʒʒo (Hs. 12. Jh.), filufreʒʒo (10. Jh.) und frāʒ (10. Jh.), filufrāʒ (11. Jh.), s. ↗Vielfraß. Fresserei f. ‘üppige, schwelgerische Mahlzeit’ (15. Jh.). Fraß m. ‘unschmackhaftes Essen’ (dafür auch die Substantivierung das Fressen), mhd. vrāʒ ‘das Essen, Fressen’, auch ‘Fresser, Gefräßigkeit’. gefräßig Adj. ‘mit übermäßiger Eßlust behaftet, gierig’ (16. Jh.); vgl. ahd. frāʒīg (Hs. 12. Jh.), mhd. vræʒec. Gefräßigkeit f. (16. Jh.), vgl. mhd. vræʒecheit. Fresse f. derb für ‘Mund’ (16. Jh.), nach der elementaren Funktion dieses Gesichtsteils. Fressalien Plur. ‘Lebensmittel, Eßwaren’ (19. Jh.), latinisierende Bildung der Studentensprache (vgl. Viktualien). Freßsack m. ‘Vielfraß’ (19. Jh.), zuvor ‘Speise-, Futtersack’ (Adelung).

Thesaurus

Synonymgruppe
Fresser · ↗Nimmersatt  ●  ↗Fresssack  derb · ↗Vielfraß  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Säufer Weinsäufer unnütz

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fresser‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit speziellem Duft locken sie die Fresser vom Salat weg.
Der Tagesspiegel, 22.06.2003
Die bei weitem größte Mehrzahl der Tiere gehört zu den Fressern.
Hesse, Richard: Der Tierkörper als selbständiger Organismus, Leipzig u. a.: B. G. Teubner 1910, S. 254
Er ist weder Säufer noch Fresser, klug, bescheiden, mäßig, gerecht, ebenso kühn im Entwerfen seiner Pläne wie vorsichtig in ihrer Ausführung.
Huch, Ricarda: Der Dreißigjährige Krieg, Wiesbaden: Insel-Verl. 1958 [1914], S. 1023
Auch den Ruf, ein "Fresser und Weinsäufer" zu sein, hat er billigend in Kauf genommen.
Süddeutsche Zeitung, 05.10.1999
Sie schildern den Mann mit richtigem Gefühl als einen gutmütigen Polterer, vor allem als einen Fresser, einen, der aus der Fülle lügt, nicht aus Not.
Tucholsky, Kurt: An Walter Hasenclever, 06.09.1934. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1934], S. 16255
Zitationshilfe
„Fresser“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Fresser>, abgerufen am 25.08.2019.

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