Frechdachs, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungFrech-dachs (computergeneriert)
WortzerlegungfrechDachs
eWDG, 1967

Bedeutung

umgangssprachlich, scherzhaft Kind oder junger Mensch, der ein wenig frech ist
Beispiele:
so ein Frechdachs!
sie ist ein richtiger, kleiner Frechdachs
anstatt von den Zyklopen zu erzählen, hatte der Frechdachs Helene auf den Mund geküßt [WeiskopfAbschied v. Frieden1,352]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dachs · Frechdachs · Dachshund
Dachs m. Das zu den Mardern gehörende Säugetier mit spitzem Kopf und starken Grabkrallen heißt ahd. thahs (11. Jh.), mhd. dahs, mnl. nl. das. Die im Germ. vielleicht allgemein verbreitete Bezeichnung (vgl. das zweite Kompositionsglied von norw. svintoks ‘Dachs’; aus Ortsnamen ist auch asächs. thahs nachzuweisen und anord. *þǫx zu erschließen) ergibt gleichbed. spätlat. taxus, taxo und gelangt früh in die roman. Sprachen. Am wahrscheinlichsten läßt sich das vorauszusetzende germ. *þahsu- wie aind. tákṣati ‘verfertigt, zimmert, schafft, behaut’, tákṣā ‘Zimmermann’, griech. téktōn (τέκτων) ‘Zimmermann’, téchnē (τέχνη) ‘Kunst, Geschicklichkeit, Handwerk’, lat. textor ‘Weber’, air. tāl ‘Axt’, aslaw. tesati ‘hauen, fällen’, russ. tesát’ (тесать) ‘behauen, zimmern’, aruss. tesъ ‘Span, dünnes Brett, Markierung am Baum’, russ. tës (тёс) ‘dünne Bretter’ zu ie. *tek̑s-, *tek̑t- ‘flechten, Holzwerk zusammenfügen, zimmern’ stellen (s. ↗Architekt, ↗Technik, ↗Text); Benennungsmotiv wäre dann das Herstellen des kunstvollen Baus. Sommer in: IF 31 (1913) 359 f. erwägt dagegen Anschluß an die nur germ. und kelt. bezeugte Wortgruppe von ↗dick (s. d., ie. *tegu̯-) und erklärt das Affix -s als Analogie zu Tiernamen wie ↗Fuchs und ↗Luchs (s. d.). Frechdachs m. ‘frecher, vorlauter junger Mensch’ (Ende 19. Jh.); Übertragung auf Menschen schon bei mhd. dahs; vgl. auch die nhd. Fügung junger Dachs ‘unerfahrener junger Mensch’. Dachshund m. ‘zur Dachsjagd geeigneter Hund, Dackel’ (15. Jh.); s. ↗Dackel.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bengel · ↗Flegel · ↗Frechling · ↗Lausbub · ↗Lausbube · ↗Lausebengel · ↗Schelm · ↗Schlingel · ↗Strolch  ●  ↗Fratz  süddt. · ↗Lorbass  ostpreußisch · ↗Range  veraltet · ↗Bazi  ugs., österr., bair. · ↗Dreikäsehoch  ugs. · Frechdachs  ugs. · Frechmops  ugs. · ↗Früchtchen  ugs. · ↗Knilch  ugs. · ↗Lauser  ugs. · ↗Lümmel  ugs., veraltend · ↗Pülcher  ugs., österr. · ↗Racker  ugs. · ↗Rotzbengel  ugs. · Rotzblag  ugs., ruhrdt. · Rotzbubi  ugs. · ↗Rotzgöre  ugs. · ↗Rotzjunge  ugs. · ↗Rotzlöffel  ugs. · ↗Rotznase  ugs. · Schliffel  ugs., veraltet, altbairisch
Oberbegriffe
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

George könne ein richtiger "Frechdachs" sein - ansonsten gehe es ihm aber sehr gut.
Die Zeit, 19.08.2013 (online)
Der stattliche Erzeuger bringt dem kleinen Frechdachs zuallererst bei, dass man nicht mit vollem Mund spricht - schließlich ist die Presse vor Ort!
Die Welt, 13.10.2003
Dabei hatte der kleine Frechdachs den Politiker fünf Minuten warten lassen, weil er noch einen Kakao trinken wollte.
Bild, 12.11.1999
Wer sich dabei noch schief umsieht, riskiert als »Frechdachs« eine doppelt gepfefferte Extrazulage.
Rehbein, Franz: Das Leben eines Landarbeiters. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 44870
Die Frechdachse und der Evangelische Sozialdienst erhalten jeweils 1500 Euro Zuschuss aus dem Stadtvierteletat.
Süddeutsche Zeitung, 31.05.2002
Zitationshilfe
„Frechdachs“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Frechdachs>, abgerufen am 15.10.2019.

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