Frauentag, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungFrau-en-tag
WortzerlegungFrauTag1
Wortbildung mit ›Frauentag‹ als Letztglied: ↗Weltfrauentag
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
Internationaler Frauentaginternationaler Aktionstag, an dem die Forderung nach der Gleichberechtigung der Frauen ins Bewusstsein gehoben werden soll
2.
landschaftlich Marienfest
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Frau · Hausfrau2 · Fräulein · fraulich · frauenhaft · Frauentag · Frauenzimmer
Frau f. ‘erwachsener weiblicher Mensch, Ehefrau’, auch in der Anrede (dabei erst neuerdings nicht mehr auf Verheiratete beschränkt), ahd. frouwa ‘Herrin’ (9. Jh.), mhd. mnd. vrouwe, asächs. frūa (aus dem Dt. entlehnt mnl. vrouwe, nl. vrouw?) sowie der Name der Göttin anord. Freyja sind movierte Feminina zu ahd. frō ‘Herr’ und seinen Entsprechungen (s. ↗Frone). In der mittelalterlichen Gesellschaftsordnung ist ahd. frouwa, mhd. vrouwe Standesbezeichnung und Anrede für die verheiratete Edeldame als Vorsteherin des Hauswesens. Demgegenüber steht mhd. wīp (s. ↗Weib) als Geschlechtsbezeichnung, wird aber mit dem Aufkommen der bürgerlichen Literatur von Frau allmählich verdrängt. Jedoch erst im 18. Jh. wird durch die Emanzipation des Bürgertums Frau allgemein und beginnt zu Anfang des 19. Jhs. Madame in der Anrede für Bürgerfrauen abzulösen. Hausfrau2 f. ‘Hausherrin’, mhd. hūsvrouwe ‘Herrin im Hause, Gattin’. Fräulein n. ‘erwachsene weibliche unverheiratete Person’, mhd. vrouwelīn ‘Herrin, Gebieterin, junge unverheiratete Edeldame’ (vgl. ahd. jungfrouwilīn, Hs. 12. Jh.) bleibt wie Frau ursprünglich als Standesbezeichnung und Anrede dem Adel vorbehalten. Im 18. Jh. wird Fräulein allgemeine Bezeichnung für junge unverheiratete Mädchen und verdrängt zu Beginn des 19. Jhs. die Anrede Jungfer, Mademoiselle, Mamsell für Bürgermädchen. fraulich Adj. ‘weiblich, mütterlich’, mhd. vrouwelich ‘weiblich, einer Herrin entsprechend’. frauenhaft Adj. ‘einer Frau entsprechend’ (18. Jh.). Frauentag m. am 8. März begangener internationaler Gedenktag für die Rechte der Frauen (um 1910; ohne Zusammenhang mit spätmhd. vrouwentag ‘kirchlicher Festtag zu Ehren Marias’). Frauenzimmer n. ‘Frau’, ursprünglich (15. Jh.) ‘Gemach der Herrin, Aufenthaltsraum der Frauen’; seit dem 16. Jh. übertragen auf die sich dort aufhaltenden Frauen, das weibliche Hofgefolge, die weibliche Dienerschaft, seit dem 17. Jh. auch Bezeichnung für die ‘Frau’ als Einzelwesen. Noch im 18. Jh. in neutraler Verwendung üblich, später (19. Jh.) meist scherzhaft oder geringschätzig; vgl. Seebold Etymologie (1981) 15 ff.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aktion Anlaß Begründerin Demonstration Feier Feiertag Geburtstag Geschenk Gottesdienst Motto März Veranstaltung Vorabend bayerisch begehen demonstrieren feiern heutig international laden morgig protestieren verbieten widmen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Frauentag‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und weil ich meine Frau liebe, schenke ich ihr Rosen zum Frauentag.
Bild, 08.03.2002
Am ersten Internationalen Frauentag im März 1911 gingen Frauen für ihr Wahlrecht auf die Straße.
Der Tagesspiegel, 07.03.2000
Mit dem Internationalen Frauentag erinnern Frauen in aller Welt an den Kampf für ihre Rechte im politischen, privaten und wirtschaftlichen Leben.
o. A. [ipr]: Internationaler Frauentag. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1997]
Auf wenig Resonanz stieß der Frauentag in den sechziger und siebziger Jahren.
o. A. [sta]: Internationaler Frauentag. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1986]
In der sowjetischen Zone wird der Internationale Frauentag als ein »Kampftag der Frauen der Welt« begangen.
o. A.: 1949. In: Overresch, Manfred u. Saal, Friedrich Wilhelm (Hgg.) Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918-1949, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1986], S. 20167
Zitationshilfe
„Frauentag“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Frauentag>, abgerufen am 18.03.2019.

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