Fragezeichen, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungFra-ge-zei-chen
WortzerlegungFrageZeichen
eWDG, 1967

Bedeutung

Satzzeichen, das nach direkten Fragesätzen und nach Fragewörtern steht (»?«)
Beispiele:
ein Fragezeichen setzen
hier muss ein Fragezeichen stehen
umgangssprachlich wie ein Fragezeichen (= sehr krumm) dastehen, dasitzen
umgangssprachlich wie ein Fragezeichen aussehen (= eine schlechte Körperhaltung haben)
bildlich
Beispiel:
hinter diese Behauptung muss man ein großes Fragezeichen setzen (= diese Behauptung ist sehr unglaubwürdig)
übertragen ungelöstes Problem
Beispiel:
Gut, daß das noch nicht erfunden ist, daß da noch ein paar Fragezeichen bleiben [F. WolfGrenze5,181]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Frage · fragen · fraglich · Fragezeichen · fragwürdig
Frage f. ‘eine Antwort verlangende sprachliche Äußerung’. Das nur im Dt. und Nl. bezeugte Subst. ahd. frāga (9. Jh.; daneben ein selteneres, grammatischen Wechsel aufweisendes frā̌ha, um 800), mhd. mnd. vrāge, mnl. vrāghe, nl. vraag entstammt (dehnstufig) einem germ., im Dt. untergegangenen Verb, das in aengl. frignan, anord. fregna ‘fragen’ erhalten ist. Es gehört mit ↗forschen (s. d.) und den außergerm. Verwandten lat. precārī ‘bitten’, aind. pṛṣṭhám n. ‘Rätselfrage’, awest. paršta- ‘Gerichtsfrage’ zu ie. *perk̑-, *prek̑-, *pṛk̑- ‘fragen, bitten’. Das zugehörige Verb fragen ‘eine Antwort erbitten, sich erkundigen’, ahd. frāgēn (8. Jh.), -frāgōn (um 800), mhd. vrāgen, asächs. frāgon, mnd. vrāgen ist eine Ableitung vom Substantiv. fraglich Adj. ‘unsicher, zweifelhaft’ (Anfang 17. Jh., üblich erst im 19. Jh.); unabhängig davon ahd. frāgalīhho Adv. ‘fragend’ (11. Jh.). Fragezeichen n. ‘eine Frage kennzeichnendes Satzzeichen’ (16. Jh.), für lat. sīgnum interrogātiōnis. fragwürdig Adj. ‘zweifelhaft’, eigentlich ‘des Fragens wert’ (18. Jh.), von A. W. Schlegel als Übersetzung von engl. questionable ‘fraglich, zweifelhaft’ in Shakespeares „Hamlet“ gebildet.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausrufezeichen Ausrufungszeichen Buchtitel Diskettensymbol Fragezeichen Fragment Gedankenstrich Gewinnprognose Komma Stirn Zuschreibung anbringen aufwerfen behaften blinkend dahintersetzen dick etlich groß malen prangen ranken riesengroß schweben setzen verbiegen versehen wandelnd weglassen Überschrift

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fragezeichen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er hat den Mut, immer wieder Fragezeichen an das Ende seiner Sätze zu stellen.
Die Welt, 04.10.2003
Ob wir die Chance hatten, da mache ich ein Fragezeichen.
Der Tagesspiegel, 22.03.2000
Das Fragezeichen wollen wir Herrn S. also nicht weiter anlasten.
konkret, 1981
Und so juristisch schlau wie das Fragezeichen war der ganze Artikel.
Simmel, Johannes Mario: Der Stoff, aus dem die Träume sind, Güterlsoh: Bertelsmann u. a. [1973] [1971], S. 1055
Und da stand er, hoch und kahl, in sich selbst die Frage und den anderen das schreckliche Fragezeichen.
Plievier, Theodor: Stalingrad, München u. a.: Desch 1973 [1946], S. 290
Zitationshilfe
„Fragezeichen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Fragezeichen>, abgerufen am 19.08.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Fragewort
Frageton
Fragestunde
Fragestellung
Fragesteller
fragil
Fragilität
fraglich
Fraglichkeit
fraglos