Frömmigkeit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Frömmigkeit · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungFröm-mig-keit (computergeneriert)
Wortzerlegungfromm-igkeit
Wortbildung mit ›Frömmigkeit‹ als Letztglied: ↗Scheinfrömmigkeit · ↗Volksfrömmigkeit · ↗Überfrömmigkeit
eWDG, 1967

Bedeutung

Gottesfurcht
Beispiele:
eine tiefe, heiße Frömmigkeit
die äußere, innere Frömmigkeit
seinem Glauben mit großer Frömmigkeit anhängen
denn die Tante neigt ein klein wenig zur Frömmigkeit [HesseSteppenw.4,292]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fromm · frommen · Frömmigkeit
fromm Adj. ‘von einer religiösen Überzeugung durchdrungen, gottergeben, sanftmütig’ (vgl. ↗lammfromm). Das Adjektiv entsteht in mhd. Zeit, ausgehend vom prädikativen Gebrauch eines Substantivs ahd. fruma ‘Nutzen, Wohl, Hilfsmittel’ (8. Jh.), mhd. vrum(e), vrome (heute nur noch in der als altertümlich empfundenen Formel zu Nutz und Frommen). Wie die verwandten, aber anders gebildeten Adjektive mnd. vrōme, vrāme, vrō̌m, vrām, mnl. vroom, vrōme (nl. vroom ‘fromm’), aengl. fram, anord. framr hat mhd. vrum, vrom die Bedeutung ‘tüchtig, tapfer, rechtschaffen’ (so noch bei Luther; eigentlich ‘nützlich’) und nimmt allmählich (ab 15. Jh.) den spezifisch religiösen Inhalt an; heute auch mit einer pejorativen Tendenz, besonders in den Ableitungen frömmeln, Frömmler, Frömmelei (18. Jh.), die auf übertriebene, zur Schau getragene Frömmigkeit abzielen. Mit griech. prómos (πρόμος) ‘Vorkämpfer, Führer’, umbr. promom ‘zuerst’, lit. pìrmas ‘der erste’ stellen sich die germ. Formen mit mo-Suffix zu ie. *prō̌ (bzw. seiner schwundstufigen Form *pṛ-) ‘vorwärts, vorn, voran’, zu ie. *per ‘das Hinausführen über’ (s. ↗für, ↗vor). frommen Vb. ‘nützen’, heute nur noch unpersönlich es frommt ‘nutzt, kommt zugute’, ahd. frummen ‘ausüben, vollbringen’ (8. Jh.), mhd. vrumen, vromen ‘vorwärtskommen, nützen’. Frömmigkeit f. ‘Gottergebenheit’, mhd. vrümecheit, vrümekeit ‘Bravheit, Tapferkeit’, abgeleitet von mhd. vrümec ‘gut, brav, tüchtig’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Frömmigkeit · ↗Gläubigkeit · ↗Gottesfurcht

Typische Verbindungen
computergeneriert

Demut Gelehrsamkeit Lebenslust Liturgie Spiritualität Theologie Vaterlandsliebe asketisch atheistisch bigott chassidisch christlich christozentrisch ekstatisch eucharistisch gelebt inbrünstig innig kindlich lutherisch marianisch mittelalterlich mystisch pietistisch prophetisch protestantisch reformatorisch spätmittelalterlich verinnerlicht volkstümlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Frömmigkeit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Frömmigkeit hat der jungfräulichen Mutter viele weitere Funktionen anvertraut, die inzwischen fast alle zerstört sind.
Die Welt, 30.03.2002
Vielleicht ist man hier auf dem Lande von einer eher stillen Frömmigkeit.
Der Tagesspiegel, 18.06.1999
Die von der Welt ausgehende Frömmigkeit bleibt nur zu häufig in der Welt stecken.
o. A.: Die Kirche im Zeitalter des Absolutismus und der Aufklärung. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1970], S. 1455
Die Frömmigkeit führte manchen Christen dazu, der Kirche große Teile seines Vermögens zu vermachen.
Dreyfus, F. G.: Wirtschaftsgeschichte. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 27672
Der war in jener vergangenen Zeit ein fetter Mime der Frömmigkeit.
Tucholsky, Kurt: Was dem Lakaien seine Livree ist der Republik ihre Sieges-Allee. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1929], S. 6795
Zitationshilfe
„Frömmigkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Frömmigkeit>, abgerufen am 22.04.2019.

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