Formalität, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Formalität · Nominativ Plural: Formalitäten
Aussprache
WorttrennungFor-ma-li-tät
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Formalität‹ als Letztglied: ↗Zollformalität
eWDG, 1967

Bedeutung

äußere (amtliche) Vorschrift
Beispiele:
eine amtliche, juristische Formalität
die vorgeschriebenen Formalitäten einhalten, erfüllen
alle Formalitäten für die Auslandsreise sind erledigt
Da werden die Formalitäten und der Termin für die ... Beigeordnetenwahl ausgemacht [O. M. GrafUnruhe68]
Äußerlichkeit, Formsache
Beispiele:
eine reine, leere Formalität
das ist eine bloße Formalität
sie hielten sich nicht mit überflüssigen Formalitäten auf
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

formal · formell · Formalie · formalisieren · Formalismus · formalistisch · Formalität
formal Adj. ‘die Form betreffend’, im 16. Jh. aus lat. formālis ‘äußerlich, zur Form gehörig, an eine bestimmte Form gebunden’ (zu lat. forma, s. ↗Form) entlehnt. formell Adj. ‘die äußere Form genau beachtend, konventionell, steif’ (s. auch ↗förmlich), Übernahme (18. Jh.) von (gleichfalls auf lat. formālis beruhendem) frz. formel, zunächst in dessen Bedeutung ‘in aller Form ausgesprochen, ausdrücklich, unmißverständlich’, in heutiger Verwendung seit dem 19. Jh. Formalie f. ‘Äußerliches, Vorschrift der Form’ (16. Jh.), meist im Plural gebraucht, aus lat. formālia, dem substantivierten neutralen Plural des Adjektivs formālis. formalisieren Vb. ‘in eine strenge, eine bestimmte Form bringen’. Dieser moderne Gebrauch (19. Jh.) entwickelt sich aus dem Adjektiv formal (s. oben). Älteres (bis ins 19. Jh. geltendes) sich formalisieren ‘Anstoß nehmen, sich über etw. aufhalten’ ist Entlehnung (17. Jh.) aus frz. se formaliser ‘sich ärgerlich über etw. aussprechen’, eigentlich ‘schockiert sein über das Fehlen jeder Form’, vgl. mfrz. formaliser ‘formgerecht abfassen, formulieren’. Formalismus m. Kunstrichtung, die die Form des Kunstwerks überbewertet und den Inhalt vernachlässigt, allgemein ‘nur auf Äußeres gerichtete Betrachtungsweise’, gelehrte nlat. Bildung des 19. Jhs. zu lat. formālis; dazu formalistisch Adj. (19. Jh.). Formalität f. ‘Äußerlichkeit, Vorschrift der Form’ (16. Jh.), mlat. formalitas (Genitiv formalitatis).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abwicklung Ausreise Eheschließung Einreise Erledigung Grenzübergang Vereinfachung Visum abwickeln administrativ beachten behördlich bloß bürokratisch einreisen erledigen juristisch klären langwierig lästig notwendig prozessual regeln rein sonstig sämtlich umständlich vereinfachen vorgeschrieben zeitraubend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Formalität‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bevor es aber soweit war, hatten die Darsteller bereits einige Formalitäten hinter sich gebracht.
Die Welt, 17.10.2005
Ein neues Gesetz im vergangenen Jahr vereinfachte die Formalitäten deutlich.
Süddeutsche Zeitung, 01.02.2000
Seltsamerweise aber empfand er selbst diese Frage als eine Art bloßer Formalität.
Doderer, Heimito von: Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre, Gütersloh: Bertelsmann 1996 [1951], S. 729
Bis auf die letzte kleine Formalität habe ich es hinter mir.
Baum, Vicky: Menschen im Hotel, München: Droemersche Verlagsanstalt 1956 [1929], S. 47
Die behördlichen Formalitäten würden wohl rasch und reibungslos erledigt werden.
Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999, S. 401
Zitationshilfe
„Formalität“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Formalität>, abgerufen am 17.02.2019.

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