Floskel, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Floskel · Nominativ Plural: Floskeln
Aussprache
WorttrennungFlos-kel (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Floskel‹ als Erstglied: ↗floskelhaft  ·  mit ›Floskel‹ als Letztglied: ↗Redefloskel
eWDG, 1967

Bedeutung

(leere, inhaltslose) Redensart, (nichtssagende) Redewendung
Beispiele:
er gebrauchte in seinem Referat viele (abgegriffene, inhaltslose, nichtssagende) Floskeln
er schrieb ohne alle Floskeln
dieser Ausdruck ist zur Floskel geworden
eine stereotyp verwandte Floskel
die Floskeln der Amtssprache
weder die Anrede noch die abschließende Floskel des Briefes verrieten etwas über das Verhältnis zwischen Arzt und Krankenschwester [GrassBlechtrommel416]
falls Sie dann die Floskel finden ›auf energisches Befragen gestand er‹, können Sie sich darunter Hiebe vorstellen [A. ZweigEinsetzung128]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Floskel f. ‘erstarrte, inhaltsleere Redewendung’. Lat. flōsculus m. ‘Blümchen, Zierde, exzerpierter Sinnspruch’ (Deminutivum zu lat. flōs ‘Blume, Blüte’) begegnet im 17. Jh. mit lat. Flexion in dt. Texten zur Bezeichnung nichtssagender, den Stil ausschmückender Redensarten. Aus dem eingedeutschten Plur. Floskeln wird der fem. Sing. Floskel abgeleitet (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Allgemeinplatz · ↗Banalität · ↗Binsenwahrheit · ↗Binsenweisheit · Floskel · ↗Gemeinplatz · Gerede ohne tiefere Bedeutung · ↗Klischee · ↗Phrase · ↗Plattitüde · ↗Schlagwort · ↗Sprachhülse · ↗Stammtischweisheit · ↗Trivialität · einfache Formel · leeres Gerede · nichts sagende Redensart · nichtssagende Redensart  ●  ↗Platitude  franz. · ↗Sprechblase (journal.)  fig. · ↗(nur so ein) Spruch  ugs. · ↗Binse  ugs. · flotter Sager  ugs., österr. · flotter Spruch  ugs. · leeres Stroh (dreschen)  ugs. · sinnentleerte Chiffre  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
(bloße) Phrase · Blähwort · ↗Leerformel · Nebelwort · Wieselei · ↗Worthülse · nur um (überhaupt) (irgend)etwas zu sagen  ●  (leere) Floskel  variabel · inhaltsleeres Geschwätz  variabel · ↗Redeblume  geh., veraltet · Sprechblase ohne Inhalt  ugs., fig. · hohle Phrase  ugs., Hauptform · leere Phrase  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Phrase abgedroschen abgegriffen abspeisen beschönigend bloß branchenüblich diplomatisch einstudiert gebraucht gestanzt gängig hohl höflich inhaltsleer leer melodisch modisch nichtssagend pathetisch rhetorisch sagend stereotyp unverbindlich verkommen verschanzen wiederkehrend wohlfeil wohlklingend üblich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Floskel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So lautet die hundertmal locker hingesagte Floskel zur Diagnose der deutschen Situation.
Der Tagesspiegel, 27.12.1999
Man verständigte sich auf ein paar Floskeln ausweichender Art für die Öffentlichkeit.
Süddeutsche Zeitung, 13.05.1994
Wir schrieben uns regelmäßig, verbargen unsere Sehnsucht hinter gelehrtem Kauderwelsch, geschwollenen Floskeln.
Hahn, Ulla: Unscharfe Bilder, München: Deutsche Verlags-Anstalt 2003, S. 51
Sie ist glatt und durchsichtig im Satz und frei von rhetorischen Floskeln.
Broder, Nathan: Haieff. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1956], S. 32799
Doch jede Floskel der Übereinstimmung trug mehr zu seiner Entrückung bei.
Wellershoff, Dieter: Die Sirene, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1980, S. 189
Zitationshilfe
„Floskel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Floskel>, abgerufen am 25.06.2019.

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