Flittchen, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Flittchens · Nominativ Plural: Flittchen
Aussprache
WorttrennungFlitt-chen
eWDG, 1967

Bedeutung

salopp, abwertend leichtlebige, jüngere weibliche Person
Beispiele:
er trieb sich mit einem Flittchen herum, war auf das Flittchen hereingefallen
er kam nicht von ihr los, obwohl er wusste, was sie für ein Flittchen war
Was der Junge wohl an diesem Flittchen gefunden haben mochte [BredelVäter194]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

flittern · Flitter · Flitterwochen · Flittchen
flittern Vb. ‘unruhig glitzern, umherflattern’, mhd. (md.) flettern ‘leise lachen, kichern’, frühnhd. vlittern ‘flattern, flüstern, kichern’, dann auch ‘kosen, schmeicheln’ (16. Jh.); vgl. ahd. flitarazzen ‘(mit Worten) schmeicheln, liebkosen’ (11. Jh.), mhd. gevlitter ‘Gekicher’, engl. to flitter ‘flattern’, engl. flittermouse ‘Fledermaus’. Alle diese Bildungen stehen wohl ablautend zu dem unter ↗flattern (s. d.) behandelten Verb und enthalten die Vorstellung einer unsteten Bewegung, während die sich erst im Nhd. (18. Jh.) entwickelnde Bedeutung ‘unruhig glitzern’ auf das aus dem Verb rückgebildete Flitter m. ‘kleine glitzernde Blechmünze’ (16. Jh.), später ‘Schimmer, Glanz, eitler Putz’ (18. Jh.) zurückgeht. Flitterwochen Plur. ‘die ersten Wochen nach der Hochzeit’ (16. Jh.), zu flittern ‘kosen’. Hierher wohl auch Flittchen n. ‘herumflatterndes, haltloses, leichtes Mädchen’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bitch  derb, engl. · Dorfmatratze  derb, fig. · Flittchen  derb, Hauptform · ↗Hase  ugs. · ↗Schickse  derb · ↗Schlampe  derb · ↗Wanderpokal  derb, fig. · leichtes Mädchen  ugs., fig. · liederliches Weibsstück  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Antonyme
  • Flittchen  derb, Hauptform

Typische Verbindungen
computergeneriert

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Flittchen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sogar breitbeinig vor ihm auf den Rücken geworfen hat sie sich, das kleine Flittchen.
Süddeutsche Zeitung, 02.09.2003
Aber gerade in dieser kritischen Situation beweist das Flittchen Größe.
Die Zeit, 04.01.1971, Nr. 01
Aber wenn er nüchtern wird, kommt das Wort »Flittchen« wieder.
Andersch, Alfred: Sansibar oder der letzte Grund, Olten: Walter 1957 [1957], S. 96
Ich hätte sie leichter gegen den Vorwurf verteidigen können, sie sei schlampig angezogen, als gegen den, sie laufe herum wie ein Flittchen.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 175
In Ihrer ehemaligen Heimatstadt wurden Sie bis heute als "Flittchen" geächtet.
Der Spiegel, 28.04.1997
Zitationshilfe
„Flittchen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Flittchen>, abgerufen am 17.06.2019.

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