Flinte, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Flinte · Nominativ Plural: Flinten
Aussprache
WorttrennungFlin-te (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Flinte‹ als Erstglied: ↗Flintenknall · ↗Flintenkugel · ↗Flintenlauf · ↗Flintenschaft · ↗Flintenschloss · ↗Flintenschrot · ↗Flintenschuss · ↗Flintenweib
 ·  mit ›Flinte‹ als Letztglied: ↗Doppelflinte · ↗Entenflinte · ↗Jagdflinte
eWDG, 1967

Bedeutung

Jagdgewehr mit einem oder zwei nichtgezogenen Läufen für Schrot
Beispiele:
die Flinte laden, schultern, umhängen, abschießen, auf das Wild anlegen, von der Schulter nehmen, reinigen
mit der Flinte schießen
er schoss, was ihm vor die Flinte kam
er hatte noch keinen Keiler vor die Flinte bekommen
die Flinte knallt
er trug ... eine Flinte am Riemen über der Schulter [Th. MannHerr u. Hund9,626]
umgangssprachlich Gewehr
Beispiele:
die Soldaten nahmen ihre Flinten auf den Rücken und marschierten los
salopp der soll mir nur vor die Flinte kommen! (= mit ihm werde ich abrechnen!)
Hermann Sacht, der ihn außerhalb des Gefängnisses mit geladener Flinte zu begleiten hatte [A. ZweigGrischa251]
bildlich die Flinte ins Korn werfenvor einer unüberwindlich erscheinenden Schwierigkeit sogleich den Mut verlieren und aufgeben
Beispiele:
bei der geringsten, bei jeder Schwierigkeit die Flinte ins Korn werfen
er wirft schnell die Flinte ins Korn, wenn es nicht beim ersten Mal glückt
er wirft die Flinte nicht so leicht ins Korn
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Flinte f. ‘Gewehr mit Feuersteinschloß’, das die alte, mit Radschloß und Lunte versehene Büchse ersetzt. Flinte (1647) sowie Flintrohr (1647) und Flintbüchse (1691) sind wohl Eindeutschungen von schwed. flint(e)bössa (1612), flint(e)rör (1614), flinta (1645); vgl. de Tollenaere in: Studia Neophilologica 53 (1981) 255 ff. Das erste Glied der Komposita ist vertreten in mnl. vlint, mnd. vlint(stēn), aengl. engl. flint, anord. fletta (aus urnord. *flint-), schwed. flinta ‘Feuerstein, harter Stein, Splitter’ und gehört (wie ↗Fliese und ↗Splint, s. d.) zu einer nasalierten Dentalerweiterung von ie. *(s)plei- (s. ↗spleißen). Heute bezeichnet Flinte vornehmlich ein Jagdgewehr für Schrotladung. Dazu die Wendung die Flinte ins (neben dem Schlachtfeld befindliche) Korn werfen ‘aufgeben, verzagen’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Flinte · Gewehr mit glattem Lauf · ↗Schrotflinte · ↗Schrotgewehr
Oberbegriffe
  • Gewehr  ●  Knifte  ugs.
Assoziationen
  • Vorderschaftrepetierer · Vorderschaftrepetiergewehr  ●  ↗Pumpgun  ugs., engl.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arm Büchse Gewehr Hund Jäger Korn Lauf Messer Munition Patrone Pistole Revolver Schrank Schulter Schuß Wald abgesägt alt anlegen doppelläufig erschießen geladen greifen laden mitnehmen rostig schießen schultern vorgehalten werfen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Flinte‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Trotzdem wäre es falsch, die Flinte ins Korn zu werfen.
Der Tagesspiegel, 01.12.2003
Neben jedem lehnte eine Flinte an der weiß verputzten Wand.
Funke, Cornelia: Tintenherz, Hamburg: Cecilie Dressler Verlag 2003, S. 129
Dennoch hat sie nie daran gedacht, die Flinte ins Korn zu werfen.
Bild, 11.03.1998
Aber ich selbst schmeiße noch nicht die Flinte ins Korn.
Corinth, Lovis: Selbstbiographie. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1926], S. 28094
Er schoß aus seiner Flinte und rief ihr durch die hohle Hand zu.
Schnack, Anton: Der Bootsmaat Nikifor Begitschew. In: Kesten, Hermann (Hg.) 24 neue deutsche Erzähler, Leipzig u. a.: Kiepenheuer 1983 [1929], S. 190
Zitationshilfe
„Flinte“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Flinte>, abgerufen am 16.10.2019.

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