Fliege, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Fliege · Nominativ Plural: Fliegen
Aussprache
WorttrennungFlie-ge (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Fliege‹ als Erstglied: ↗Fliegenbein · ↗Fliegendreck · ↗Fliegenfenster · ↗Fliegenfischen · ↗Fliegenfänger · ↗Fliegengesumm · ↗Fliegengesumme · ↗Fliegengewicht · ↗Fliegengitter · ↗Fliegenklappe · ↗Fliegenklatsche · ↗Fliegenkopf · ↗Fliegenlarve · ↗Fliegenleim · ↗Fliegenmännchen · ↗Fliegenpilz · ↗Fliegenplage · ↗Fliegenschimmel · ↗Fliegenschiss · ↗Fliegenschnäpper · ↗Fliegenschrank · ↗Fliegenschwarm · ↗Fliegenwedel · ↗Fliegenweibchen
 ·  mit ›Fliege‹ als Letztglied: ↗Aasfliege · ↗Bartfliege · ↗Bremsfliege · ↗Brummfliege · ↗Dasselfliege · ↗Eintagsfliege · ↗Fleischfliege · ↗Herbstfliege · ↗Mistfliege · ↗Raubfliege · ↗Schmeißfliege · ↗Stechfliege · ↗Stubenfliege · ↗Tanzfliege · ↗Taufliege · ↗Tsetsefliege · ↗Winterfliege
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
in zahlreichen Arten vorkommendes, kleines, zweiflügeliges, oft schädliches Insekt mit saugenden, leckenden oder stechenden Mundwerkzeugen, das auch als Krankheitsüberträger wirkt
Beispiele:
eine lästige, schwarze, schillernde Fliege
eine große, dicke, fette Fliege setzte sich auf das Fleisch
die Fliegen summen, surren, brummen
am Fenster, in der Küche sirrt eine Fliege
an der Wand sitzt eine Fliege
Fliegen umschwirren den Käse
die Fliegen stören, belästigen mich
Fliegen fangen
die lästigen Fliegen verscheuchen
die Katze schnappte nach der Fliege
umgangssprachlich sie ist matt, leicht wie eine Fliege
umgangssprachlich während der Epidemie starben die Menschen, Tiere wie die Fliegen (= in großen Mengen, sehr zahlreich)
umgangssprachlich während der Hitze fielen sie wie die Fliegen um (= fielen sie vor Schwäche um, wurden sie ohnmächtig)
umgangssprachlich er sieht aus, als könnte er keiner Fliege etwas antun (= als könnte er niemandem ein Leid zufügen)
umgangssprachlich Hunger und elende Unterkünfte haben zur Folge, daß die Menschen wie Fliegen umfallen [Tageszeitung1953]
bildlich
Beispiele:
zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen (= einen doppelten Zweck auf einmal, durch ein Mittel erreichen)
ihn stört, ärgert (aber auch) die Fliege an der Wand (= jede Kleinigkeit)
sich über die Fliege an der Wand ärgern
übertragen
Beispiele:
keiner Fliege ein Bein ausreißen können (= niemandem etw. zuleide tun können)
er kann keiner Fliege (= niemandem) was zuleid(e) tun
salopp, scherzhaft sie ist eine leichte Fliege (= leichtfertige, leichtsinnige Person)
sprichwörtlich in der Not frisst der Teufel Fliegen (= in der Not ist man nicht wählerisch)
2.
Dinge, die einer Fliege äußerlich ähnlich sind
a)
Beispiel:
eine künstliche Fliege (= Nachbildung eines Insektes, die beim Angeln benutzt wird)
b)
umgangssprachlich querstehende, steife (auf einem Band befestigte) Schleife, die Herren als Schmuck zwischen den Kragenspitzen tragen
Beispiele:
eine weiße, graue, bunte Fliege
die Fliege sitzt gut, schief
ich stand vor dem Spiegel mit dem hohen steifen Kragen und der schwarzen Fliege [H. W. RichterSpuren128]
c)
umgangssprachlich kleiner Bart zwischen Nase und Oberlippe oder zwischen Unterlippe und Kinn
Beispiele:
unverständlicherweise ließ er sich sogar über der Oberlippe dieselbe schwarze Fliege wachsen wie sein Onkel [PutlitzUnterwegs315]
wobei die Fliege über seinem kleinen, runden Kinn sich sträubte [Th. MannBuddenbrooks1,361]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fliegen · Fliege · Fliegenpilz · Flieger
fliegen Vb. ‘in der Luft schweben, sich in der Luft fortbewegen’, ahd. fliogan (8. Jh.), mhd. vliegen, mnd. vlēgen, mnl. vlieghen, nl. vliegen, aengl. flēogan, engl. to fly, anord. fljūga, schwed. flȳga ist vergleichbar mit lit. plaũkti ‘schwimmen, durch die Luft dahinfahren’, so daß ein Ansatz ie. *pleuk- möglich ist, wobei für das Germ. Beseitigung des grammatischen Wechsels zugunsten von -g- vorausgesetzt wird; durch diesen Ausgleich ist ein Zusammenfall mit dem (wohl nicht verwandten) unter ↗fliehen (s. d.) behandelten Verb unterblieben. Ie. *pleuk- kann als Gutturalbildung zu ie. *pleu- ‘rinnen (und rennen), fließen, schwimmen, schwemmen, gießen, fliegen, flattern’ (s. ↗fließen), Erweiterung der Wurzel ie. *pel(ə)- ‘gießen, (ein)füllen, fließen’ angesehen werden. Fliege f. zweiflügliges Insekt mit gedrungenem, behaartem Körper und mäßig langen Beinen, vornehmlich Bezeichnung für die Stubenfliege, ahd. flioga (8. Jh.), mhd. vliege, asächs. flioga, mnd. vlēge, mnl. vlieghe, nl. vlieg, aengl. flēoge gehen auf germ. *fleugōn, aengl. flȳge, engl. fly auf germ. *fleugjōn und anord. schwed. fluga auf germ. *flugōn zurück. Fliegenpilz m. Blätterpilz mit rotem Hut und weißen Tupfen (18. Jh.), älter muckenswam (14. Jh.), Fleugenschwamm (16. Jh.), da ein Sud aus in Milch abgekochten Fliegenpilzen als Fliegenbekämpfungsmittel verwendet wird. Flieger m. Nomen agentis zu fliegen, ‘Flugzeugführer’ und ‘Flugzeug’ (Anfang 20. Jh.), älter (Anfang 19. Jh.) ‘Rennpferd auf kurzen Strecken’, entsprechend im Radsport ‘Radrennfahrer über kurze Strecken’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Fliege  ●  ↗Brummer  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Krawattenschleife · Querbinder · ↗Schleife  ●  ↗Mascherl  österr. · Fliege  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ameise Anzug Autofahren Biene Frack Hemd Insekt Klappe Krawatte Käfer Made Maus Moskito Motte Mücke Ratte Schmetterling Smoking Spinne Summen Wespe Wurm krabbeln lästig schlagen schwirren summen tot umschwirren verscheuchen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fliege‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es hinge wohl mit den schwierigen Zeiten zusammen, sagt Fliege.
Die Welt, 18.02.2004
Und vielleicht klappt es ja dann auch wieder mit dem Fliegen.
Der Tagesspiegel, 10.05.2001
Ich nehme die Fliege in die hohlen Hände, es kribbelt über den Rücken.
Fritsch, Gerhard: Fasching, Hamburg: Rowohlt 1967, S. 181
Sobald sie davon betroffen wurden, brachen sie wie die Fliegen zusammen.
o. A.: Achtzehnter Tag. Mittwoch, 12. Dezember 1945. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1945], S. 17993
Mir aber rollte es allemal wie aufgelöste spanische Fliegen durchs Blut.
Bergg, Franz: Ein Proletarierleben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 8750
Zitationshilfe
„Fliege“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Fliege>, abgerufen am 27.06.2019.

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