Fließband, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Fließband(e)s · Nominativ Plural: Fließbänder
WorttrennungFließ-band
WortzerlegungfließenBand1
DWDS-Vollartikel, 2016

Bedeutung

Technik mechanisch vorwärtsbewegtes Band, das bei arbeitsteiliger Fließfertigung oder Montage von Industrieprodukten die einzelnen Werkstücke nacheinander an die Arbeitsplätze der unterschiedlichen Arbeitsgänge befördert
Beispiele:
Das Fließband, an dem die Arbeiter in drei Schichten stehen und das niemals stillstehen muss, bringt eine unendliche Vielzahl von gleichen Produkten hervor […]. [Der Standard, 17.05.2013]
96 Menschen arbeiten an den Fließbändern der Abfüllanlage [in der Fabrik für Deodorants]. [Die Zeit, 23.02.2012, Nr. 09]
Lange Zeit arbeitete er bei Volkswagen in Hannover, montierte am Fließband Teile für den Bulli [umgangssprachlich verwendeter Name für den Kleinbus von VW] zusammen. [Die Welt, 29.03.2005]
Die Autoindustrie ist bis heute ein Pionier neuer Fertigungsmethoden. […] In diesem Zuge wird verschiedentlich sogar damit experimentiert, das Fließband durch Gruppenarbeit in Fertigungsinseln zu ersetzen. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.06.1996]
Seit Henry Ford vor knapp 80 Jahren das Fließband in die Autoproduktion einführte, gilt das Prinzip der Arbeitsteilung in der Branche als oberste Maxime. Arbeiter werden in den Fabriken wie Roboter eingesetzt. Schon nach kurzer Zeit können sie die wenigen, immer gleichen Handgriffe automatisch ausführen. [Der Spiegel, 05.08.1991, Nr. 32]
Die gigantische Massenproduktion war nur möglich durch die Erfindung seines [Henry Fords] Fließbandes. [Der Spiegel, 12.04.1947, Nr. 15]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein modernes, langes Fließband
als Akkusativobjekt: etw. [ein Produkt] verlässt das Fließband
in Präpositionalgruppe/-objekt: ein Arbeiter, die Arbeit, Schicht, Produktion am Fließband; etw. am Fließband zusammenschrauben, fertigen, montieren, herstellen; am Fließband arbeiten, stehen; etw. [ein Produkt] rollt, läuft vom Fließband
als Aktivsubjekt: Fließbänder laufen (weiter), stehen still
mit Genitivattribut: die Fließbänder der Fabriken
als Genitivattribut: der Takt, die Geschwindigkeit des Fließbands
in Koordination: Werkbänke und Fließbänder
Phrasem:
(wie) am Fließband, (wie) vom Fließband (= in dichter Folge, in großer Zahl, in großer Masse (und Einförmigkeit))
Beispiele:
Der hochtalentierte Stürmer schoss in den Jugendteams Tore am Fließband […]. [Die Zeit, 20.12.2014 (online)]
Originäre Inhalte, kontinuierliche Berichterstattung und Redaktions-Brands, hinter denen renommierte Redaktions-Teams stehen, werden höher gerankt. Texte vom Fließband werden abgestraft. [Der Standard, 16.09.2014]
Das Plattenlabel Motown war berühmt und berüchtigt dafür, Hits wie am Fließband zu produzieren wie die ebenfalls in Detroit beheimateten Ford-Werke Autos. [Spiegel, 23.08.2011 (online)]
Die CDU präsentiert dem […] Volk einen Kanzler-Kandidaten, der überzeugende Proben seiner 85 Jahre tagtäglich wie vom Fließband liefert. [Der Spiegel, 02.11.1960, Nr. 45]
Alles Gerede von »Verwaltungsreform« […] ist unsinnig, solange das Parlament am Fließband Gesetze produziert, die ja von der Verwaltung ausgeführt werden müssen. [Die Zeit, 22.08.1957, Nr. 34]
Kollokation:
in Präpositionalgruppe/-objekt: etw. am Fließband produzieren; [Personen] am Fließband abfertigen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fließen · Fließ · Fließpapier · Fließband · Fließarbeit
fließen Vb. ‘strömen’, ahd. flioʒan ‘fließen, schwimmen, flüssig sein’ (8. Jh.), mhd. vlieʒen ‘fließen, strömen, schwimmen’, asächs. fliotan, mnd. vlēten, mnl. nl. vlieten, aengl. flēotan, engl. to fleet, anord. fljōta, schwed. flyta gehen auf ie. *pleud-, Dentalbildung zu ie. *pleu- ‘rinnen (und rennen), fließen, schwimmen, schwemmen, gießen’, Erweiterung der Wurzel ie. *pel(ə)- ‘gießen, (ein)füllen, fließen’, zurück und sind verwandt mit aind. plávatē ‘schwimmt, gleitet’, griech. plé͞in (πλεῖν) ‘segeln, schwimmen’, lat. pluere ‘regnen’ (aus *plovere, vgl. archaisches perplovere ‘durchsickern lassen, leck sein’). Zur gleichen Wurzelerweiterung gehören ↗Flosse, ↗Floß, ↗flößen, ↗Flotte, ↗Fluß (s. d.); s. auch nahestehendes ↗Flut. Fließ n. ‘fließendes Gewässer, Wasserlauf’, mhd. vlieʒ ‘Fluß, Strömung’, mnd. vlēt ‘Wasserlauf, Bach’. Fließpapier n. ‘saugfähiges Papier, auf dem Tinte und Farben zerfließen, Löschpapier’ (16. Jh.). Fließband n. ‘(laufendes) Montageband’ (20. Jh.). Fließarbeit f. ‘lückenlos aneinandergereihte Folge von Vorgängen eines Arbeitsprozesses’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Band · Fließband · ↗Montageband · ↗Montagestraße
Assoziationen
Ökonomie
Synonymgruppe
Fließband · ↗Fließbandfertigung
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Akkord Akkordarbeiter Arbeiter Arbeiterin Autofabrik Dampfmaschine Fabrik Fabrikhalle Fehlpass Frischfleisch Glanzparade Handgriff Hit Massenproduktion Massenware Monotonie Scheidungswaise Spitzenleistung Sushi Taktzeit Werkbank Werkstück abfertigen jobben produzieren rattern rollen stillstehen zusammenbauen zusammenschrauben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fließband‹.

Zitationshilfe
„Fließband“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Fließband>, abgerufen am 24.04.2019.

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