Flaute, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Flaute · Nominativ Plural: Flauten
Aussprache
WorttrennungFlau-te (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Flaute‹ als Letztglied: ↗Absatzflaute · ↗Börsenflaute · ↗Konjunkturflaute · ↗Konsumflaute · ↗Sommerflaute · ↗Totenflaute · ↗Wirtschaftsflaute
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Windstille, sehr flaue Brise
Beispiele:
tagelang herrschte totale Flaute
wegen der Flaute musste die Wettfahrt der Segelboote abgesagt werden
die Jacht trieb gelassen in der Flaute
da war es auch schon vorbei mit der Flaute, und lustig flatterte unsere Wäsche im neuen Passat [WeitendorfLogbuch36]
2.
übertragen Ruhezustand, Unbelebtheit, besonders im Geschäftsleben
Beispiele:
in dieser Branche herrscht eine allgemeine Flaute
in Zeiten der geschäftlichen Flaute
die Flaute hat den Weltmarkt ergriffen
im Fußballspiel kam eine Flaute auf, die fast eine halbe Stunde anhielt
Mit aller Gewalt wurde nach den zwei schweren Monaten Flaute eine Kriegswirtschaft aufgezogen [A. ZweigJunge Frau30]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

flau · Flaute · abflauen
flau Adj. ‘schwach, müde, kraftlos’. Auszugehen ist wohl von lat. flāvus ‘gelb’ (verwandt mit ↗blau, s. d.; vgl. dazu lat. flāvēscere ‘gelb, fahl, welk werden’), auf das sich frz. flou ‘weich, sanft’ (afrz. flo auch ‘welk, schwach’) zurückführen läßt. Die Entlehnung mnl. flau, vlau, flaeu (nl. flauw) ‘schwach, müde’ führt zu gleichbed. mnd. flau. Als Wort der Seemannssprache auf die Windstärke bezogen, gewinnt nd. flauw, flau (in dieser Bedeutung seit dem 17. Jh. bezeugt) im gesamten nordd. Küstengebiet Geläufigkeit und geht ins Hd. ein. Etwa seit dem 18. Jh. wird es auch im kaufmännischen Bereich mit Bezug auf Warenabsatz und Preistendenz angewendet. Flaute f. ‘Windstille’, bildlich für das ‘Fallen der Preise, Geschäftsstille’ (18. Jh.), ‘Mißstimmung’ (19. Jh., auch Flauheit, Flauigkeit). abflauen Vb. ‘nachlassen, abebben’ vom Wind und übertragen (19. Jh.).

Thesaurus

Ökonomie
Synonymgruppe
(sich) abschwächende Konjunktur · ↗Abschwung · Minuswachstum · ↗Rezession · kontraktive Phase · stark negatives Wirtschaftswachstum · starker Konjunkturrückgang  ●  Flaute  ugs. · schwächelnde Konjunktur  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (wirtschaftliche) Flaute · ↗Depression · ↗Konjunkturtief · ↗Wirtschaftskrise
  • (es herrscht) Flaute (am ...markt) · es gibt nichts zu tun · es gibt zu wenig zu tun · es ist kein Geld zu verdienen · schlecht gehen (Geschäfte) · schlecht laufen (es)  ●  es kommt zu wenig Geld rein  variabel · es kommt kein Geld rein  ugs.
Synonymgruppe
(die) Luft steht · Flaute · keine Luftbewegung  ●  ↗Windstille  Hauptform · (es geht) kein Hauch  geh. · ↗Kalme  fachspr. · kein Lüftchen (es geht ...)  ugs.
Assoziationen
Antonyme
Ökonomie
Synonymgruppe
(wirtschaftliche) Flaute · ↗Depression · ↗Konjunkturtief · ↗Wirtschaftskrise
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Rubelkrise · Russlandkrise
  • Lateinamerikakrise · Lateinamerikanische Schuldenkrise
Assoziationen
Synonymgruppe
(es herrscht) Flaute (am ...markt) · es gibt nichts zu tun · es gibt zu wenig zu tun · es ist kein Geld zu verdienen · schlecht gehen (Geschäfte) · schlecht laufen (es)  ●  es kommt zu wenig Geld rein  variabel · es kommt kein Geld rein  ugs.
Assoziationen
  • (sich) abschwächende Konjunktur · ↗Abschwung · Minuswachstum · ↗Rezession · kontraktive Phase · stark negatives Wirtschaftswachstum · starker Konjunkturrückgang  ●  Flaute  ugs. · schwächelnde Konjunktur  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aktienmarkt Anzeigengeschäft Anzeigenmarkt Automarkt Automobilmarkt Baubranche Bauwirtschaft Einzelhandel Halbleitermarkt IT-Branche Immobilienmarkt Inlandsmarkt Kapitalmarkt PC-Markt Stahlmarkt Sturm Telekommunikationsmarkt Werbemarkt andauernd anhaltend derzeitig dreijährig dümpeln herrschen konjunkturell mehrjährig sommerlich spüren trotzen wirtschaftlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Flaute‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ganz ungeschoren von der Flaute bleibt aber auch Dell nicht.
Der Tagesspiegel, 20.07.2001
Nun, nach der neusten Flaute, gab es wieder Proteste gegen ihn.
Die Welt, 04.10.1999
Doch es ist früher Nachmittag, leichte Flaute, und so respektiert man uns und läßt uns ungestört.
Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 362
Einen Augenblick schien sie stehenzubleiben, direkt über mir, vielleicht durch eine plötzliche Flaute.
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 225
Seit der Auflösung der Studentenbewegung erleben wir eine Flaute der Theorie.
Sloterdijk, Peter: Kritik der zynischen Vernunft Bd. 1, Frankfurt: Suhrkamp 1983, S. 16
Zitationshilfe
„Flaute“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Flaute>, abgerufen am 22.05.2019.

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