Flaschenpost, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungFla-schen-post (computergeneriert)
WortzerlegungFlaschePost1
eWDG, 1967

Bedeutung

Beförderung von Nachrichten in einer verschlossenen und ins Meer geworfenen Flasche
Beispiel:
die Flaschenpost wurde ans Ufer gespült
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Flasche · Flaschner · Flaschenpost · Flaschenzug
Flasche f. ‘(Glas)behälter mit enger halsförmiger Öffnung’, alltagssprachlich ‘Versager’ (besonders im Sport), ahd. flasca (8. Jh.), mhd. vlasche, vlesche, asächs. flaska, mnd. vlasche, vlesche, mnl. flassce, flessce, nl. fles, aengl. flasce, flaxe, anord. flaska (germ. *flahskō(n)) läßt sich mit ↗flechten (s. d.) verbinden und bezeichnet ursprünglich ein Gefäß aus Holz, Ton u. ä., das zur Stoßsicherung mit einem Flechtwerk umgeben ist. Auf aus Metall hergestellte Flaschen weist die in südd. und schweiz. Mundarten noch heute geläufige Berufsbezeichnung Flaschner m. ‘Klempner, Rohrleger’ hin, spätmhd. vlaschener. Erst in neuerer Zeit ist Flasche Bezeichnung für das gläserne Flüssigkeitsbehältnis (doch vgl. noch Sauerstoff-, Propangasflasche). Die moderne umgangssprachliche Bedeutung ‘Versager’ erklärt sich aus der Vorstellung einer Flasche ohne Inhalt, ohne Substanz, nach der Flasche (wie auch andere Bezeichnungen für Hohlkörper) eine abschätzige Bedeutung annimmt; vgl. Rosenfeld in: Neuphilolog. Mitt. 54 (1953) 327 ff. Flaschenpost f. ‘in eine Flasche eingeschlossenes Schriftstück’, das (zur Nachrichtenübermittlung oder Strömungsforschung) dem Meer übergeben wird (um 1800). Flaschenzug m. ‘Lastenaufzug, Hebevorrichtung aus Rollen und Seilen’ (17. Jh.), nach der flaschenähnlichen Form der Rollengehäuse.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Absender Eismeer Epoche Flaschenpost Meer Molotowcocktail ankommen fischen kosmisch schicken spülen verschicken wahr werfen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Flaschenpost‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Bild ist eine Flaschenpost aus einer Zeit, die vollkommen versunken ist.
Die Zeit, 23.04.2012, Nr. 11
New York rührt eine Flaschenpost, die am Strand gefunden wurde.
Bild, 16.07.1999
Ab 14 Jahren Irgendwie kommt einem diese Geschichte vor wie eine Flaschenpost.
Der Tagesspiegel, 04.12.1998
Ich konnte meine Neugier nicht bezwingen, die Flaschenpost zu lesen.
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 360
Und sehr selten, unverhofft, schickte sie in mein Wachsein Sätze wie eine Flaschenpost.
Maron, Monika: Stille Zeile Sechs, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1991, S. 147
Zitationshilfe
„Flaschenpost“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Flaschenpost>, abgerufen am 14.10.2019.

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