Fingerling, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Fingerlings · Nominativ Plural: Fingerlinge
Aussprache
WorttrennungFin-ger-ling
WortzerlegungFinger-ling
Wortbildung mit ›Fingerling‹ als Letztglied: ↗Lederfingerling
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Schutzhülle für einen (verletzten) Finger
Beispiel:
einen Fingerling aufsetzen
2.
Teil des Handschuhs, der einen Finger bekleidet
Beispiel:
einen Fingerling anstricken, ausbessern
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Finger · fingern · Fingerling · Fingernagel · Fingerhut · Fingerzeig
Finger m. ‘jedes der fünf Endglieder der Hand’, ahd. fingar (8. Jh.), mhd. vinger, asächs. fingar, mnd. vinger, mnl. vingher, nl. vinger, aengl. engl. finger, anord. fingr, schwed. finger, got. figgrs. Germ. *fengra- kann auf eine Bildung mit ie. ro-Suffix zur ie. Form des Zahlworts ↗fünf (s. d.) zurückgehen, so daß ie. *penku̯ro- anzusetzen wäre, das dann für ‘einen aus der Gesamtheit der fünf Finger’ gelten würde. Aber auch Anschluß an die Verbalwurzel von fangen (germ. *fanhan ‘fassen, ergreifen’) mit einem Ansatz ie. *penkro- ist möglich. Die einzelnen Finger haben bereits frühzeitig eigene Bezeichnungen: ↗Daumen (s. d.); Zeigefinger m. (15. Jh.), dafür ahd. zeigāri (9. Jh.), mhd. zeiger; Mittelfinger m. (15. Jh.); Ringfinger m. (16. Jh.) oder Goldfinger m., ahd. goldfingar (Hs. 12. Jh.), mhd. goltvinger; kleiner Finger m. (16. Jh.). fingern Vb. ‘mit den Fingern sich an etw. zu schaffen machen, mit ihnen an etw. herumspielen’, mhd. vingern ‘mit den Fingern Zeichen machen, etw. berühren’. Fingerling m. ‘Schutzhülle für einen verletzten Finger’ (16. Jh.), vgl. mhd. vingerlinc ‘Fingerring, Siegelring’. Fingernagel m. ‘Hornschicht auf der Fingerkuppe’, mhd. vingernagel (14. Jh.). Fingerhut m. ‘Schutzkappe für den Mittelfinger beim Nähen’, ahd. fingarhuot (Hs. 13. Jh.). Fingerzeig m. ‘Hinweis, Wink’ (16. Jh.); vgl. mhd. vingerzeic ‘Tadel oder Hohn, indem man auf jmdn. mit dem Finger zeigt’.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie wollen Fingerlinge im großen Stil produzieren und an kommerzielle Thunfisch-Mastbetriebe verkaufen.
Die Zeit, 23.09.2013, Nr. 38
Sie schützt die kostbaren Hände mit Fingerlingen und will den Eheanschein wahren.
Die Welt, 10.10.2005
Die Zöllner mutmaßten, daß die Frauen diese Fingerlinge bereits auf dem Flug ausgeschieden haben.
Die Welt, 08.07.2005
Zum Hantieren an der Ausrüstung empfiehlt sich ein im Fäustling getragener dünner Fingerling aus Wolle, Seide oder Kunstfaser.
Süddeutsche Zeitung, 03.02.1995
Fast die ganze Küste von Maine besteht aus solchen Fingerlingen, die von fjordartigen Buchten getrennt werden.
Süddeutsche Zeitung, 11.06.2002
Zitationshilfe
„Fingerling“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Fingerling>, abgerufen am 22.08.2019.

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