Filou, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Filous · Nominativ Plural: Filous
Aussprache
WorttrennungFi-lou
HerkunftFranzösisch
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
scherzhaft Schelm, Schlaukopf
Beispiele:
du bist ein (richtiger) Filou!
dieser Filou hat uns angeführt
2.
Betrüger, Spitzbube
Beispiele:
Dieser berühmte Filou, Menzel mit Namen ... stellte jahrelang von den Petersburger und Wiener Gesandtschaftsberichten Abschriften her [Th. Mann11,91]
Wolfslichter hat der Hans, der Lump, der Filou, der Versucher [Feuchtw.Lautensack53]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Filou m. ‘Gauner, Spitzbube, gerissener Kerl’, Übernahme von frz. filou, im 17. Jh. ‘Dieb, Spitzbube’, im 18. Jh. ‘Schlaukopf, gerissener Kerl’. Die Herkunft ist nicht sicher. Verschiedentlich wird an engl. fellow ‘Bursche’ angeknüpft. Besser aber ist frz. filou als Wort der Gaunersprache anzusehen, das auf einer Mundartform von frz. fileur ‘Spinner, wer etw. anzettelt’ beruht, zu frz. filer ‘spinnen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Filou · ↗Frauenheld · ↗Frauenjäger · ↗Gigolo · ↗Hallodri · ↗Herzensbrecher · ↗Playboy · ↗Schlawiner · ↗Schwerenöter · ↗Witwentröster · ↗Wüstling · jedem Weiberrock hinterherlaufen  ●  ↗Ladykiller  scherzhaft · ↗Schürzenjäger  Hauptform · ↗Suitier  veraltet · ↗Womanizer  engl. · ↗Aufreißer  ugs. · Mann für alle Gelegenheiten  ugs., ironisch · ↗Süßholzraspler  ugs. · ↗Weiberheld  ugs. · einer, der nichts anbrennen lässt  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Filou  ugs., franz. · ↗Früchtchen  ugs., Hauptform · ↗Lorbass  ugs., ostpreußisch · ↗Schlawiner  ugs. · Schlickefänger  ugs., ruhrdt. · ↗Schlingel  ugs. · ↗Schlitzohr  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Genie

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Filou‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Den Frauen war offensichtlich ein treuer Schmutzfink lieber als ein gewaschener Filou.
Hars, Wolfgang: Nichts ist unmöglich! Lexikon der Werbesprüche, München: Piper 2001 [1999], S. 160
So handelt, wenn man es freundlich sagen will, ein Filou.
Süddeutsche Zeitung, 04.02.2002
Darin dreht ein von der Welt arg gebeutelter Filou seinen Mitmenschen eine Nase.
Die Welt, 08.11.2004
Adomeit war ein Filou, der sein Ableben minuziös geplant hat.
Die Welt, 21.10.2000
Der friedliche Transfer der parteinahen DDR-Bevölkerung in die parlamentarische Demokratie lässt sich ohne diesen Filou kaum denken.
Die Zeit, 25.02.2013, Nr. 08
Zitationshilfe
„Filou“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Filou>, abgerufen am 18.08.2019.

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