Fiedel, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Fiedel · Nominativ Plural: Fiedeln
Aussprache
WorttrennungFie-del (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Fiedel‹ als Erstglied: ↗Fiedelbogen  ·  mit ›Fiedel‹ als Letztglied: ↗Hardangerfiedel
eWDG, 1967

Bedeutung

veraltend, umgangssprachlich, scherzhaft Geige
Beispiele:
die Fiedel stimmen, streichen, spielen
wo eben die Musikanten ihre Fiedeln in die Ledersäcke steckten [Storm3,98]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fiedel · fiedeln · Fiedelbogen
Fiedel f. mittelalterliches Streichinstrument der Spielleute, ‘Geige’, ahd. fidula (9. Jh.), mhd. videl(e), mnd. vēdele, viddel(e), mnl. vēdel(e), nl. vedel, aengl. fiþele, engl. fiddle, anord. fiðla, schwed. (mundartlich) fela ist etymologisch ungeklärt. Da es sich um ein im Germ. verbreitetes Wort handelt, ist germ. Herkunft (ohne weitere bisher erkannte Anknüpfungsmöglichkeiten) durchaus erwägenswert. Die allenthalben vertretene Herleitung aus dem Mlat. ist wohl abzulehnen, da mlat. vitula, vidula ‘Saiteninstrument’ erst im 11. Jh. (Constantinus Africanus) bezeugt ist. Direkte Anknüpfung der germ. Formen an das Verb lat. vītulārī ‘frohlocken, jubeln, einen Sieges- oder Lobgesang anstimmen’ (vgl. auch Vītula ‘Göttin des Sieges und des Jubels über den Sieg’) bleibt fragwürdig. Eher ist mlat. vitula als Latinisierung von ahd. fidula bzw. einer entsprechenden germ. Form anzusehen. fiedeln Vb. ‘auf der Fiedel spielen’, mhd. videlen. Fiedelbogen m. mhd. videlboge.

Thesaurus

Musik
Synonymgruppe
Geige · ↗Violine  ●  ↗Fidel  ugs. · Fiedel  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Akkordeon Dudelsack Flöte Gitarre streichen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fiedel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Musiker spielen schräg, aber begeistert auf ihren alten Fiedeln.
Süddeutsche Zeitung, 13.07.1999
Doch für "Fiedel" war der Tag schon vor dem Anstoss gelaufen.
Bild, 19.11.2001
Da erscheint ihm der Engel und spielt auf einer Fiedel, verkündigend, dass Gott durch die Musik zu ihm sprechen werde.
Fath, Rolf: Werke - S. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 24545
Eine Ableitung des Wortes Fiedel aus asiatischen Sprachen versuchte C. Sachs.
o. A.: V. In: Brockhaus-Riemann-Musiklexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1989], S. 15707
Die Fiedel lag neben der langen Holzflöte auf dem Karren.
Röhrig, Tilman: In dreihundert Jahren vielleicht, Würzburg: Arena 1984 [1983], S. 110
Zitationshilfe
„Fiedel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Fiedel>, abgerufen am 25.06.2019.

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