Fibel, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Fibel · Nominativ Plural: Fibeln
Aussprache
WorttrennungFi-bel
Wortbildung mit ›Fibel‹ als Letztglied: ↗Kinderfibel · ↗Schachfibel · ↗Schulfibel · ↗Verkehrsfibel
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
bebildertes Lesebuch für Schulanfänger, Abc-Buch
Beispiele:
eine bunte Fibel
das Abc aus der Fibel lernen
in der Fibel blättern
Fest hält die Fibel das zitternde Kind / Und rennt, als ob man es jage [Droste-Hülsh.Knabe im Moor]
2.
allgemeinverständliches Elementarlehrbuch für ein bestimmtes Gebiet
Beispiel:
eine Fibel für den Kleingärtner
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fibel1 f. ‘Lesebuch für Schulanfänger’ ist als kindersprachliche Zersprechung von ↗Bibel (s. d.) seit Anfang des 15. Jhs. bezeugt (das Lehrbuch enthielt ehemals Lesestücke aus der Bibel), wird von Luther aufgenommen und verbreitet sich danach in der Literatursprache.

Fibel2 f. frühzeitlicher Gewandverschluß, ‘Nadel, Brosche’, gelehrte Entlehnung (19. Jh.) von lat. fībula ‘Heftnadel, Klammer, Spange’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bibel Fibel Gürtelschnalle Lehrbuch Ring Schmuck bronzen bunt fränkisch gedruckt herausgeben keltisch lesen verfassen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fibel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zufällig fällt dem Mädchen Nell diese Fibel in die Hände.
Süddeutsche Zeitung, 01.09.2001
So betrachtet, ist „Das Handwerk des Lebens“ nicht zuletzt eine Fibel für Autoren.
Die Zeit, 29.11.1974, Nr. 49
Schon die Fibel war lateinisch; Deutsch kam gar nicht vor.
Iserloh, Erwin u. a.: Reformation, katholische Reform und Gegenreformation. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1967], S. 7159
Mit Übereifer saß ich zu Hause über der bunten Fibel, und es dauerte gar nicht lange, da konnte ich den Inhalt meistern.
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 27369
Nunmehr schreiten Lesen und Schreiben an Hand der Fibel gemeinsam weiter.
Schulze, Hermann: Frohes Schaffen und Lernen mit Schulanfängern, Langensalza u. a.: Beltz 1939 [1931], S. 2
Zitationshilfe
„Fibel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Fibel#1>, abgerufen am 15.10.2019.

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Fibel, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Fibel · Nominativ Plural: Fibeln
Aussprache
WorttrennungFi-bel
Wortbildung mit ›Fibel‹ als Letztglied: ↗Adlerfibel · ↗Bronzefibel
eWDG, 1967

Bedeutung

historisch vorgeschichtliche und frühgeschichtliche, oft kunstvoll verzierte Spange zum Schließen des Gewandes
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fibel1 f. ‘Lesebuch für Schulanfänger’ ist als kindersprachliche Zersprechung von ↗Bibel (s. d.) seit Anfang des 15. Jhs. bezeugt (das Lehrbuch enthielt ehemals Lesestücke aus der Bibel), wird von Luther aufgenommen und verbreitet sich danach in der Literatursprache.

Fibel2 f. frühzeitlicher Gewandverschluß, ‘Nadel, Brosche’, gelehrte Entlehnung (19. Jh.) von lat. fībula ‘Heftnadel, Klammer, Spange’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Agraffe · ↗Schmuckspange  ●  ↗Spange  Hauptform · Fibel  fachspr., historisch · Fürspann  fachspr., historisch
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Schließnadel  ●  ↗Sicherheitsnadel  Hauptform · Fibel  fachspr., historisch
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Agraffe · ↗Schmuckspange  ●  ↗Spange  Hauptform · Fibel  fachspr., historisch · Fürspann  fachspr., historisch

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bibel Fibel Gürtelschnalle Lehrbuch Ring Schmuck bronzen bunt fränkisch gedruckt herausgeben keltisch lesen verfassen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fibel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zufällig fällt dem Mädchen Nell diese Fibel in die Hände.
Süddeutsche Zeitung, 01.09.2001
So betrachtet, ist „Das Handwerk des Lebens“ nicht zuletzt eine Fibel für Autoren.
Die Zeit, 29.11.1974, Nr. 49
Schon die Fibel war lateinisch; Deutsch kam gar nicht vor.
Iserloh, Erwin u. a.: Reformation, katholische Reform und Gegenreformation. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1967], S. 7159
Mit Übereifer saß ich zu Hause über der bunten Fibel, und es dauerte gar nicht lange, da konnte ich den Inhalt meistern.
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 27369
Nunmehr schreiten Lesen und Schreiben an Hand der Fibel gemeinsam weiter.
Schulze, Hermann: Frohes Schaffen und Lernen mit Schulanfängern, Langensalza u. a.: Beltz 1939 [1931], S. 2
Zitationshilfe
„Fibel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Fibel#2>, abgerufen am 15.10.2019.

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