Feuerstein, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungFeu-er-stein (computergeneriert)
WortzerlegungFeuerStein
Wortbildung mit ›Feuerstein‹ als Erstglied: ↗Feuersteinbeil
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
dunkler Stein aus Kieselsäure, der in Knollenform, besonders in der Kreide, vorkommt
Beispiele:
prähistorische Werkzeuge, Waffen aus Feuerstein
mit zwei Feuersteinen Funken schlagen
die unvorstellbaren Massen von Feuersteinen, die den Strand auf Meilen hin bedecken [Natur u. Heimat1960]
2.
kleiner Stift aus besonderem Eisen, mit dem Funken erzeugt werden
Beispiel:
einen neuen Feuerstein in den Gasanzünder einsetzen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Feuer · feuern · Feuerung · feurig · Feuerprobe · Feuerstein · Feuerwehr · Feuerwerk · Feuerzeug
Feuer n. ‘Brand, Flammenbildung’, ahd. fiur (8. Jh.), mhd. viur, viwer, viuwer, asächs. fiur, mnd. vǖr, mnl. vuur, vier, nl. vuur, aengl. fȳr, engl. fire, anord. fūrr, fȳrr. Verwandt sind griech. pȳ́r (πῦρ), umbr. pir, tschech. (älter) pýř, die auf einen ursprünglich heteroklitischen r-/n-Stamm ie. *peu̯ōr, *pū̌r, Genitiv *punés zurückgehen; den n-Stamm bewahren got. fōn, vielleicht auch anord. funi ‘Feuer’ und (mit k-Suffix) ↗Funke (s. d.). Die etymologische Entwicklung der genannten Formen ist im einzelnen undurchsichtig; sie dürfte von morphologischen Einflüssen bestimmt worden sein. Vgl. Bammesberger Die Morphologie des urgerm. Nomens (1990) 205. feuern Vb. ‘Feuer machen’, ahd. fiurēn ‘glühen, Flammen, Feuer speien’ (um 800), fiuren ‘glühend machen’ (10. Jh.), mhd. viuren; im Sinne von ‘schießen’ seit dem 17. Jh. Feuerung f. ‘das Heizen, Brennstoff’, älter ‘Feuer, Brand’ (Ende 15. Jh.). feurig Adj. ‘brennend, glühend, temperamentvoll’, mhd. viurec, viuric. Feuerprobe f. ‘Metallprüfung durch Feuereinwirkung’ (17. Jh.), erst spät auch Bezeichnung für das mittelalterliche Gottesurteil (18. Jh.). Feuerstein m. knollenförmiger, dunkler Kieselsäurestein zum Feuerschlagen, ahd. fiurstein (Hs. 12. Jh.), mhd. viurstein. Feuerwehr f. ‘zur Brandbekämpfung ausgebildete Mannschaft und ihre Gerätschaften’ (1841). Feuerwerk n. ‘Erzeugung farbiger Lichteffekte’ (16. Jh.), beim Aufkommen der Feuerwaffen auch im Sinne von ‘Munition’; vgl. spätmhd. viurwerc ‘Brennmaterial’. Feuerzeug n. ‘Gerät zum Erzeugen von Feuer’ (d. i. Stahl, Stein, Zunder, schließlich mit Hilfe von Benzin oder Gas), spätmhd. viurziuc.

Thesaurus

Geologie
Synonymgruppe
Feuerstein · ↗Flint · ↗Silex
Assoziationen
  • Levalloistechnik · Schildkern-Technik
Technik
Synonymgruppe
Zündstein  ●  Feuerstein  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Feuer Holz Muschel Obsidian Pfeilspitze Werkzeug Zunder

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Feuerstein‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Begriff geht wiederum auf einen weiteren Namen des Feuersteins zurück.
Der Tagesspiegel, 01.08.2004
Die ältesten derartigen Spuren, die man gefunden hat, sind Feuersteine.
Petersen, Jes: Erde und Mensch, Berlin: Columbus-Verl. [1935] [1925], S. 87
Dazu fühlt sich Feuerstein viel zu sehr dem ganzen Unternehmen verpflichtet.
Süddeutsche Zeitung, 04.10.1996
Feuerstein zwar findet sich an sehr vielen Orten, wenn auch nicht überall.
Fischer, Hermann: Grundzüge der Deutschen Altertumskunde, Leipzig: Quelle & Meyer 1917 [1908], S. 5
Kolka gibt ihm Docht und Feuerstein, bevor sie sich schlafen legen.
Bauer, Josef Martin: So weit die Füße tragen, Frankfurt a.M: Fischer 1960 [1955], S. 286
Zitationshilfe
„Feuerstein“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Feuerstein>, abgerufen am 18.09.2019.

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