Festigkeit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Festigkeit · Nominativ Plural: Festigkeiten · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungFes-tig-keit
Wortzerlegungfest-igkeit
Wortbildung mit ›Festigkeit‹ als Erstglied: ↗Festigkeitslehre · ↗Festigkeitsprobe · ↗Festigkeitsprüfung
 ·  mit ›Festigkeit‹ als Letztglied: ↗Biegefestigkeit · ↗Bruchfestigkeit · ↗Druckfestigkeit · ↗Durchschlagfestigkeit · ↗Durchschlagsfestigkeit · ↗Dürrefestigkeit · ↗Feuerfestigkeit · ↗Giftfestigkeit · ↗Klopffestigkeit · ↗Reißfestigkeit · ↗Scherfestigkeit · ↗Scheuerfestigkeit · ↗Seuchenfestigkeit · ↗Standfestigkeit · ↗Stoßfestigkeit · ↗Torsionsfestigkeit · ↗Tragfestigkeit · ↗Verschleißfestigkeit · ↗Warmfestigkeit · ↗Wetterfestigkeit · ↗Zerreißfestigkeit · ↗Zugfestigkeit
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Widerstand, den ein Stoff der mechanischen Veränderung seiner Form entgegensetzt
Beispiele:
ein Stoff mit, von großer, hoher, geringer Festigkeit
das Material auf seine Festigkeit hin überprüfen
an die Festigkeit der Reifen werden hohe Anforderungen gestellt
eine Absonderung ... [gibt dem Stützgewebe] seine Festigkeit, die beim Knochen durch eingelagerten Kalk noch erhöht wird [K. v. FrischLeben41]
2.
Standhaftigkeit
Beispiele:
die Festigkeit seines Charakters, Glaubens, Willens
alle Versuchungen scheitern an jmds. unerschütterlicher Festigkeit
Die Fraun vertragen das Prophezein besser, sie haben mehr innere Festigkeit [BrechtSchweyk3]
Entschlossenheit
Beispiele:
mit Festigkeit antworten, sprechen
die Festigkeit seines Auftretens
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fest · Feste · Festung · festigen · befestigen · Festigkeit · Festland · feststellen
fest Adj. ‘hart, dicht, dauerhaft, kräftig’. Dem ja-Stamm ahd. festi (8. Jh.), mhd. vest(e) ‘hart, stark, beständig’ gegenüber bewahren asächs. fast, mnd. mnl. nl. vast, aengl. fæst, engl. fast, anord. fastr, schwed. fast die alte (umlautlose) Adjektivform; vgl. auch got. fastan ‘festhalten, halten’ (s. ↗fasten) sowie das Adverb nhd.fast (s. d.). Außergerm. läßt sich nur ein Zusammenhang mit armen. hast ‘dick, dicht’ und aind. pastyàm ‘Behausung, Wohnstätte’ (im Sinne von ‘fester Wohnsitz’) herstellen, so daß ie. *past- ‘fest’ erschlossen werden kann. Die Form feste Adv. ‘sehr, tüchtig’, mhd. veste bleibt bis ins 18. Jh. üblich und gilt noch heute in Mundart und Umgangssprache. Feste f. ‘Burg, Festung’, ahd. festī(n) ‘Festigkeit, Kraft, das Beharren, Schutz, Dauerhaftigkeit, Grundlage, sicherer Ort, Festung’ (8. Jh.), mhd. veste ‘Festigkeit, Härte, sicherer, befestigter Ort’. Festung f. ‘befestigter Ort, Verteidigungsanlage’, ahd. festinunga ‘Stärkung, Begründung, Behauptung, Bestätigung’ (9./10. Jh.), mhd. vest(en)unge ‘Bekräftigung, Festsetzung, Befestigung, Festung’, abgeleitet von ahd. festinōn ‘befestigen, festsetzen, dafürhalten’ (8. Jh.), festen ‘befestigen, beweisen’ (9. Jh.), mhd. vestenen, vesten ‘fest und beständig machen, festsetzen, verschanzen’. festigen Vb. und befestigen Vb. ‘festmachen’, beide 15. Jh., vgl. ahd. bifestinōn ‘befestigen, besetzen’ (8. Jh.). Festigkeit f. ‘Härte, Dichte, Beständigkeit’, mhd. vestecheit. Festland n. im 17. Jh. noch festes Land, seit Anfang des 19. Jhs. für ↗Kontinent (s. d.). feststellen Vb. ‘unbeweglich machen, erforschen, vereinbaren, bestätigen’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Dicke · Festigkeit · Festigkeitsgrad · ↗Steifigkeit
Synonymgruppe
Beständigkeit · Festigkeit · ↗Härte · ↗Persistenz  ●  mit Biss  ugs.
Synonymgruppe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beharrlichkeit Berechenbarkeit Bestimmtheit Beständigkeit Dauerhaftigkeit Elastizität Entschlossenheit Geschmeidigkeit Grundsätzlichen Haltbarkeit Härte Klarheit Knochen Korrosionsbeständigkeit Mäßigung Prinzipielle Steifigkeit Stetigkeit Verläßlichkeit Weichheit Werkstoff Widerstandsfähigkeit Zähigkeit charakterlich inner mechanisch unbeirrbar unbeugsam unerschütterlich weltanschaulich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Festigkeit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wegen seiner geringen Dichte gewährleiste CFK dennoch eine hohe Festigkeit.
Süddeutsche Zeitung, 26.07.2003
Doch das Ergebnis dieser Berechnungen stimmte nicht mit der tatsächlich beobachteten Festigkeit überein.
Die Zeit, 08.03.1968, Nr. 10
Bei den letzten Worten hatte ihre künstliche Festigkeit sie nun doch verlassen.
Duncker, Dora: Jugend. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1905], S. 9598
An diesem Namen wird ihre Festigkeit auf keinen Fall hängen.
Overbeck, Franz: Selbstbekenntnisse. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1903], S. 39081
Sie schien die überkommene kirchliche Disziplin noch einmal mit Festigkeit und Schärfe durchsetzen zu wollen.
o. A.: Die Weltkirche im 20. Jahrhundert. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1979], S. 14807
Zitationshilfe
„Festigkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Festigkeit>, abgerufen am 21.10.2019.

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