Ferkel, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Ferkels · Nominativ Plural: Ferkel
Aussprache
WorttrennungFer-kel
Wortbildung mit ›Ferkel‹ als Erstglied: ↗Ferkelwurf · ↗Ferkelzucht · ↗ferkelig · ↗ferklig
 ·  mit ›Ferkel‹ als Letztglied: ↗Absatzferkel · ↗Marzipanferkel · ↗Saugferkel · ↗Spanferkel
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
junges Schwein von der Geburt bis zum Absetzen vom Muttertier
Beispiele:
die Sau hat sechs Ferkel geworfen
die Ferkel quieken
die Ferkel von der Sau absetzen
Ferkel (auf)ziehen
salopp er benimmt sich, isst wie ein Ferkel
2.
salopp, Schimpfwort
a)
unsauberer Mensch
Beispiele:
er ist ein (altes) Ferkel
drei Tage hat sich das Ferkel nicht gewaschen
du Ferkel hast mich ganz vollgespritzt!
b)
sittlich verdorbener, schamloser Mensch
Beispiele:
»Du Ferkel!« sagte Fritzi. »Du willst mit mir ins Bett? ...« [RemarqueSchwarzer Obelisk243]
[sie] konnte mich deshalb mit ziemlicher Überzeugungskraft ein Ferkel, einen Hurenbock, ein verkommenes Subjekt nennen [GrassBlechtrommel393]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ferkel · ferkeln
Ferkel n. ‘junges Schwein’, ahd. farhilī (9. Jh.), farhilīn (11./12. Jh.) ‘Schweinchen, Ferkel’, mhd. verhelīn, verlīn ist Deminutivum zu ahd. far(a)h ‘Ferkel, Frischling’ (9. Jh.), mhd. varch ‘Ferkel, Schwein’. Im Germ. sind verwandt mnd. verken, mnl. varken, verken, nl. varken, aengl. færh, engl. farrow, außergerm. entsprechen lat. porcus ‘zahmes Schwein’, lit. par̃šas ‘männliches verschnittenes Schwein’, mir. orc ‘Ferkel, junges Tier’, so daß sich ie. *pork̑os ‘Schwein’, auch ‘neugeborenes Tier, Ferkel’ erschließen läßt. Hierzu (als Deminutiva) kslaw. prasę, russ. porosënok (поросёнок) und mit l-Suffix lat. porculus, lit. paršẽlis ‘Ferkel’. Wenn die Verbindung zu ie. *perk̑- ‘aufreißen, aufwühlen’ (wozu auch ↗Furche, s. d.) zu Recht besteht, ist von einer Bedeutung ‘Wühler’ auszugehen. Im Mhd. wird im Silbenanlaut ch- zu k-, so daß bereits mhd. verkelīn, verkel entsteht. Es bleibt offen, ob dieses k- als Bestandteil des Stammes oder aus dem Deminutivsuffix (*-kīn bzw. *-inkilīn) zu erklären ist; vgl. Pijnenburg in: Sprachwissenschaft 10 (1985) 359 ff. ferkeln Vb. ‘Ferkel werfen, sich unanständig aufführen’ (17. Jh.), älter ferlen (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Ferkel · ↗Frischling · ↗Schweinchen
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Dreckschwein · Ferkel · ↗Schmuddelkind · ↗Schmutzfink · ↗Wutz  ●  ↗Dreckspatz  verniedlichend · ↗(alte) Pottsau  derb, ruhrdt. · Schmierlapp(en)  derb · ↗Schweinigel  ugs.
Assoziationen
  • Schlamper · Schlunz · ungepflegte Erscheinung

Typische Verbindungen
computergeneriert

Betäubung Eber Eule Fohlen Huhn Kalb Kaninchen Kastration Küken Lamm Mastschwein Muttersau Sau Schlachtschwein Schwein Zuchtsaue Zuchtschwein geklont grunzen kastrieren klonen mästen neugeboren niedlich quieken quiekend quietschen rosig schlachten verenden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ferkel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vier Jahre später wird es generell verboten sein, Ferkel zu kastrieren.
Die Zeit, 04.10.2012, Nr. 40
Wenn eine Sau laut grunzt, oder ein Ferkel hoch quietscht - es entgeht ihm nicht.
Der Tagesspiegel, 21.01.2000
Mein Vater aber hat nun einmal angefangen, Ferkel von Onkel Ernst einzustallen.
Strittmatter, Erwin: Der Laden, Berlin: Aufbau-Verl. 1983, S. 449
Die Ferkel bedanken sich für soviel Mühe mit raschem Wachstum.
Hahn, Christian Diederich: Bauernweisheit unterm Mikroskop, Oldenburg i.O.: Stalling 1943 [1939], S. 119
Das gilt wie für alles Jungvieh, so auch für die Ferkel.
Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 622
Zitationshilfe
„Ferkel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Ferkel>, abgerufen am 16.07.2019.

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