Feigenblatt, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungFei-gen-blatt
WortzerlegungFeigeBlatt
eWDG, 1967

Bedeutung

Beispiel:
Wie einfältig war unser Großvater Adam, daß er die Eva nahm, ob sie gleich nackt und bloß war, und nicht einmal das Feigenblatt mitbrachte [HebbelMaria MagdaleneI 5]
bildlich schamhafte Verhüllung
Beispiel:
[die Geschichte werde hinwegschreiten] über den Norddeutschen Reichstag, der nur ein Feigenblatt des Absolutismus sei [MehringDt. Geschichte243]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Feige · Feigenblatt
Feige f. Frucht des Feigenbaumes, ahd. (9. Jh.), asächs. fīga, mhd. mnd. vīge sind über das Galloroman. (vgl. aprov. figa, fia, afrz. fie, dann unter aprov. Einfluß figue) oder obital. Formen (mit inlautendem g) aus spätlat. fīca, lat. fīcus entlehnt. Lat. fīcus ‘Feigenbaum, Feige’ stammt aus einer Mittelmeer- oder kleinasiat. Sprache. Feigenblatt n. Blatt des Feigenbaumes, spätmhd. vīgenblat (Mitte 14. Jh.) wird durch Luthers Bibelübersetzung zum Inbegriff schamhafter Verhüllung (1. Mos. 3, 7: folia ficus, feigenbletter); s. auch ↗Ohrfeige.

Thesaurus

Synonymgruppe
Alibi · ↗Ausrede · ↗Deckmantel · ↗Scheingrund · ↗Vorwand  ●  Feigenblatt  fig.
Unterbegriffe
  • faule Ausrede · schlechte Ausrede
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blöße Funktion Mund Scham bedecken benutzen bezeichnen bloß bürgerlich degradieren demokratisch dienen fungieren grün herhalten intellektuell jüdisch kulturell liberal link mißbrauchen moralisch rot-grün sozial verdecken ökologisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Feigenblatt‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seine Kritiker halten Slims spätes soziales Engagement für ein Feigenblatt.
Die Zeit, 14.03.2011, Nr. 11
Die Kommunisten wollten weiter an der Macht bleiben, und wir schienen ihr Feigenblatt zu sein.
Die Welt, 02.10.1999
Warum hätten sonst schon Adam und Eva ein Feigenblatt getragen?
Oheim, Gertrud: Einmaleins des guten Tons, Gütersloh: Bertelsmann 1957 [1955], S. 337
In Wirklichkeit aber ist er nur ein Feigenblatt für ungerechte Besitzverhältnisse.
Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 332
Das Feigenblatt, zu dem die beiden komischerweise durch einen Apfelbaum kamen, ist für uns nicht mehr tragbar.
Lehmann, Arthur-Heinz: Mensch, sei positiv dagegen!, Dresden: Heyne 1939 [1939], S. 86
Zitationshilfe
„Feigenblatt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Feigenblatt>, abgerufen am 21.08.2019.

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