Fegefeuer, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Nebenform Fegfeuer · Substantiv (Neutrum)
WorttrennungFe-ge-feu-er ● Feg-feu-er
WortzerlegungfegenFeuer
eWDG, 1967

Bedeutung

Religion vorübergehender Läuterungsprozess, Reinigungsprozess, in dem die Verstorbenen ihre lässlichen Sünden abbüßen, bevor sie in den Himmel eintreten
Beispiele:
die Qualen des Fegefeuers
im Fegefeuer schmoren
er wußte noch nicht, daß sich der wahre Himmel erst hinter dem Fegefeuer auftut [WelkHoher Befehl214]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fegen · Fegefeuer
fegen Vb. ‘mit dem Besen reinigen, kehren’, südd. ‘naß reinigen, wischen’ ahd. fegōn ‘säubern, putzen’ (10. Jh.), mhd. vegen ‘kehren, reinigen, putzen’, asächs. fegon, mnd. vēgen, mnl. vēghen, nl. vegen, ablautend mnl. vāghen, nl. (weg)vagen, anord. fāga ‘reinigen, glänzend machen, schmücken’ sowie die unter ↗fair (s. d.) genannten germ. Formen können mit lit. puõšti ‘schmücken, putzen’, lett. post ‘schmücken’ auf eine Wurzel ie. *pek̑- ‘hübsch machen, aufgeräumt oder vergnügt sein’ zurückgeführt werden, zu der sich vielleicht auch (mit grammatischem Wechsel) ahd. gifehan ‘sich freuen, Freude äußern’ (9. Jh.), aengl. (ge)fēon ‘froh sein’ stellen läßt. Fegefeuer n. wörtlich ‘reinigendes Feuer’, nach katholischer Glaubenslehre ‘Läuterungsort der Verstorbenen’, mhd. vegeviur, Übersetzung von kirchenlat. pūrgātōrius (pūrgātiōnis) ignis (vgl. lat. pūrgāre ‘reinigen, sühnen’, pūrus ‘rein, lauter’).

Thesaurus

Synonymgruppe
Fegefeuer · Fegfeuer · ↗Purgatorium

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ablass Eitelkeit Erlösung Flamme Gang Geburt Himmel Hölle Inszenierung Leidenschaft Lust Moderne Paradies Qual Seele Vision abschaffen brennen büßen erlösen ewig hervorgehen inszenieren irdisch jagen lodern medial schmoren springen verkürzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fegefeuer‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Öffentlichkeit ist ein Fegefeuer, und niemand sollte sich einbilden, ohne Erfahrung darin zu bestehen.
Der Tagesspiegel, 15.03.2004
Zu Luthers Zeiten war dann der Ablass auf die Zeit im Fegefeuer käuflich.
Süddeutsche Zeitung, 14.12.1999
Ob zum Abschluß das Fegefeuer entzündet wurde, bekamen wir leider nicht mehr mit.
Ketman, Per u. Wissmach, Andreas: DDR - ein Reisebuch in den Alltag, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 171
Er schaffte das Fegefeuer ab und vernichtete so das Parallelreich der Toten.
Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 117
Da hatte die Jurisprudenz ihn entflammt in brennender Glut seines Herzens und in einem Fegefeuer der Seele.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 223
Zitationshilfe
„Fegefeuer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Fegefeuer>, abgerufen am 13.11.2019.

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