Fatalismus, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Fatalismus · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungFa-ta-lis-mus (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Fatalismus‹ als Grundform: ↗Fatalist
eWDG, 1967

Bedeutung

Glaube an die Unabänderlichkeit des Schicksals, dem der Mensch bedingungslos ausgeliefert ist
Beispiele:
der Fatalismus der Geschichte
Der unerbittliche Befehl ... hielt sie zusammen in Hoffnung und Fatalismus [ApitzNackt457]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fatal · Fatalität · Fatalismus · Fatalist · fatalistisch
fatal Adj. ‘unangenehm, peinlich’ geht aus von lat. fātālis ‘verhängnisvoll’, das vom Subst. lat. fātum ‘Götterspruch, Schicksal’ abgeleitet ist. Es löst im 17. Jh. (möglicherweise unter Einfluß von frz. fatal) das bereits im 16. Jh. bezeugte fatalisch im Sinne von ‘schicksalsschwer, verhängnisvoll’ ab; daneben zeigt fatal von Anfang an die oben angegebene und heute allein übliche abgeschwächte Bedeutung. Fatalität f. ‘Schicksalsschlag, Unheil, Mißgeschick’ (17. Jh.), aus gleichbed. lat. fātālitās (Genitiv fātālitātis) bzw. frz. fatalité. Fatalismus m. ‘bedingungsloser blinder Schicksalsglaube’ als Merkmal verschiedener religiöser und philosophischer Richtungen (18. Jh.). Fatalist m. ‘Vertreter eines blinden Schicksalsglaubens’ (18. Jh.). fatalistisch Adj. ‘ergeben, schicksalsgläubig’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Fatalismus · ↗Schicksalsergebenheit · Schicksalsgläubigkeit · dem Schicksal ergeben
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anflug Apathie Fanatismus Frust Gleichgültigkeit Hang Lethargie Mischung Nihilismus Passivität Pessimismus Portion Resignation Trotz Voluntarismus Zynismus breitmachen dumpf freudig fröhlich gewiss gräßlich hingeben huldigen lakonisch lähmend orientalisch stoisch verfallen zynisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fatalismus‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was ihm schließlich bleibt, ist die Flucht in den Fatalismus.
Der Tagesspiegel, 22.04.1998
Sein Fatalismus ist christlich inspiriert: wenn das Gute stärker wird, wächst auch das Böse mit ihm.
Süddeutsche Zeitung, 18.04.1996
Nach all den Hoffnungen, die ich auf diesen Tag verwendet habe, erscheint mir mein Fatalismus beinahe heroisch.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 152
Ersterer neigt natürlicherweise zur Überzeugung der Willensfreiheit, letzterer zum Fatalismus.
Jung, Carl Gustav: Psychologische Typen. In: ders., Gesammelte Werke, Bd. VI, Zürich u. a.: Rascher 1967 [1921], S. 314
Die Männer schienen alles mit einem gewissen Fatalismus hinzunehmen, als eine Art Verhängnis, das zwar entwürdigend wirke, aber leider nicht geändert werden könne.
Rehbein, Franz: Das Leben eines Landarbeiters. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 44870
Zitationshilfe
„Fatalismus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Fatalismus>, abgerufen am 22.04.2019.

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