Fassade, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Fassade · Nominativ Plural: Fassaden
Aussprache
WorttrennungFas-sa-de
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›Fassade‹ als Erstglied: ↗Fassadengestaltung · ↗Fassadenkletterer · ↗Fassadenlift · ↗Fassadenreiniger · ↗Fassadenreinigung · ↗Fassadenstuckateur
 ·  mit ›Fassade‹ als Letztglied: ↗Außenfassade · ↗Barockfassade · ↗Glasfassade · ↗Gotikfassade · ↗Hauptfassade · ↗Häuserfassade · ↗Jugendstilfassade · ↗Lochfassade · ↗Westfassade
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Front, Ansicht eines Gebäudes, meist die der Straße zugekehrte Vorderseite
Beispiele:
eine graue, gelbe, pastellfarbene, helle Fassade
die vordere, hintere Fassade
eine lange, breite, verwahrloste, prunkende, mit Ornamenten, Skulpturen reich verzierte Fassade
die Fassade des Theaters, Rathauses, Schulgebäudes
die klassizistischen Fassaden der alten Bürgerhäuser
die Fassade des Hochhauses wurde mit neuentwickelten Platten belegt
mit der Montage der Fassade an der großen, neuen Festhalle wurde begonnen
das einseitige Vorherrschen der Fassade an vielen Bauten der Renaissance
die Fassade abputzen, anstreichen
die barocke Fassade des Schlosses restaurieren
an der Fassade des Hauses fällt der Putz ab, wächst wilder Wein
die Fenster und Balkons springen in einer Rundung aus der Fassade hervor
hinter den ausgebrannten Fassaden hörte ich ... Geräusche [BöllWort109]
2.
abwertend, übertragen die sichtbare, äußere Seite, das Äußere
Beispiele:
alles war nur, nichts als eine glänzende, glanzvolle Fassade
(bei jmdm.) hinter die Fassade schauen
ihr lag sehr daran, die Fassade zu erhalten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fassade f. ‘Vorderseite, ansehnlichste Seite eines Gebäudes, äußeres (trügerisches) Erscheinungsbild’. Der Bauterminus ital. facciata ‘Vorderseite’, eigentlich ‘Gesichtsseite’, abgeleitet von ital. faccia ‘Gesicht’, beruhend auf gleichbed. lat. faciēs, erscheint bereits im 17. und 18. Jh. gelegentlich in der Originalform oder leicht abgewandelt als Facciade, Facciate in dt. Texten. Den eigentlichen Durchbruch erzielt aber erst in der 2. Hälfte des 18. Jhs. die auf dem Ital. fußende Version frz. façade. Die dt. Schreibweise setzt sich, begünstigt durch die Aussprache, im Laufe des 19. Jhs. durch.

Thesaurus

Synonymgruppe
Fassade · ↗Front · ↗Frontansicht · ↗Schauseite · ↗Vorderansicht · ↗Vorderseite  ●  ↗Exterieur  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
schöner Schein  ●  (nur) Fassade  fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dach Fenster Gebäude Glas Rekonstruktion Stadtschloss barock bröckeln bröckelnd denkmalgeschützt erneuern gegliedert glatt glitzernd glänzend gläsern grau historisch klassizistisch leuchten prächtig rekonstruiert renovieren renoviert restaurieren restauriert sanieren schmücken verbergen verkleiden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fassade‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vor allem die Fenster sehen super aus, die Fenster geben den Fassaden Rhythmus.
Die Zeit, 27.07.2009, Nr. 30
Ursprünglich hatte man an eine neogotische Fassade der üblichen Art gedacht.
Der Tagesspiegel, 19.05.2005
Als sie zurückkam, schaute sie an der Fassade des Hauses hoch.
Kuckart, Judith: Lenas Liebe, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2002, S. 168
Die freundliche Fassade, die Sie sehen, auf die ich selber mich zuweilen verlasse, hat leider immer weniger mit mir zu tun.
Bachmann, Ingeborg: Malina, Gütersloh: Bertelsmann 1992 [1971], S. 50
Trotz der neuen Fassade sieht er keineswegs mehr flott aus.
Feuchtwanger, Lion: Die Geschwister Oppermann, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1933], S. 294
Zitationshilfe
„Fassade“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Fassade>, abgerufen am 22.04.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Faß
fasrig
Fasnacht
Fashionable Novels
fashionabel
Fassadenaufzug
Fassadendekoration
Fassadengestaltung
Fassadenkletterer
Fassadenlift