Faschist, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Faschisten · Nominativ Plural: Faschisten
Aussprache
WorttrennungFa-schist
HerkunftItalienisch
eWDG, 1967

Bedeutung

Vertreter des Faschismus
Beispiele:
er wurde bei dem Überfall der Faschisten schwer verwundet
die Verfolgung der Juden durch die Faschisten
er ist von den Faschisten hingerichtet worden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Faschismus · faschistisch · Faschist · antifaschistisch · Antifaschist
Faschismus m. reaktionäre politische Richtung und Herrschaftsform, die zuerst in Italien auftritt. Die im Ital. fascismo genannte Bewegung, abgeleitet von ital. fascio ‘Bund, Bündel’, wird von Mussolini ins Leben gerufen, der 1919 einen fascio di combattimento ‘Kampfbund’ gründet. Ital. fascio geht auf lat. fascis ‘Bündel’ zurück, dessen Plural fascēs ein altrömisches, wohl von den Etruskern übernommenes Symbol der Gewalt über Leben und Tod bezeichnet, versinnbildlicht durch ein Rutenbündel, aus dem ein Beil herausragt. Dieses den römischen Herrschern, Konsuln und Prätoren, bei öffentlichen Auftritten vorangetragene Zeichen wird von der faschistischen Bewegung in Italien wieder aufgenommen. Ital. fascismo wird mit latinisierter Endung Anfang der 20er Jahre ins Dt. übernommen, bleibt hier aber nicht auf die Bezeichnung des italienischen Herrschaftssystems beschränkt. Alle Erscheinungsformen, besonders die sich selbst demagogisch als Nationalsozialismus deklarierende deutsche und barbarischste Form einer Diktatur, werden von ihren Gegnern Faschismus genannt. faschistisch Adj. ‘dem Faschismus zugehörig’; Faschist m. ‘Anhänger einer faschistischen Bewegung’, dazu die Antonyme antifaschistisch, Antifaschist

Thesaurus

Politik
Synonymgruppe
Faschist · ↗Nationalsozialist · ↗Nazi · ↗Rechtsextremist · Rechtsradikaler  ●  Brauner  ugs. · ↗Braunhemd  ugs. · ↗Fascho  ugs. · Rechter  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Joseph Goebbels  ●  (der) Bock vom Babelsberg  ugs. · Wotans Mickymaus (Spottname)  ugs. · nachgedunkelter Schrumpfgermane (Sarkasmus)  ugs. · ungebleichter Schrumpfgermane (Sarkasmus)  ugs.
  • Hungaristen · Pfeilkreuzler
  • Ariseur · Arisierer
  • (der) Führer · (der) böhmische Gefreite · Adolf Hitler  ●  (der) GröFaZ  ugs., ironisch · (der) größte Feldherr aller Zeiten  ugs., ironisch
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anarchist Antifaschist Antisemit Faschist Futurist Imperialist Kollaborateur Kommunist Machtergreifung Militarist Monarchist Nationalist Nationalsozialist Nazi Partisan Putschist Rassist Reaktionär Revanchist Stalinist Volksfeind bekennend beschimpfen italienisch kollaborieren kroatisch lackiert rotlackiert verkappt überzeugt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Faschist‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie mieden die Seminare am frühen Morgen, und Professoren, die ihnen nicht paßten, waren Faschisten.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 147
Und wenn er seiner politischen Überzeugung auch niemals mehr abschwören sollte, so veränderte er doch nach dem Sieg der Faschisten allmählich den Ton.
Der Tagesspiegel, 28.10.1999
Es gab eine Zeit, da waren alle, die anders dachten als wir, Faschisten.
Die Zeit, 05.11.1993, Nr. 45
Aber hören Sie, welche Verbrechen die deutschen Faschisten in dieser Stadt begangen haben.
o. A.: Sechzigster Tag. Freitag, 15. Februar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 3133
Sie wollen auch nicht »Faschisten« genannt werden, aber es geschieht trotzdem dauernd.
Nadolny, Sten: Selim oder Die Gabe der Rede, München: Piper 1997 [1990], S. 363
Zitationshilfe
„Faschist“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Faschist>, abgerufen am 25.06.2019.

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