Fantasterei, die

Alternative SchreibungPhantasterei
GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Fantasterei · Nominativ Plural: Fantastereien
WorttrennungFan-tas-te-rei · Phan-tas-te-rei
HerkunftGriechisch
Rechtschreibregeln§ 32 (2)
eWDG, 1974

Bedeutung

abwertend (fortwährende) wirklichkeitsfremde Träumerei, Schwärmerei
Beispiele:
eine leere, verstiegene, unglaubwürdige, unsinnige, wilde Fantasterei
die Fantasterei eines Schwärmers, Scharlatans
das ist ja pure Fantasterei! (= völliger Unsinn!)
sein Kopf ist mit Fantastereien angefüllt
Zu welchen Phantastereien möchte sich seine Neugier versteigen? [TralowNeuhoff76]

Thesaurus

Synonymgruppe
Fieberträume · Phantasterei (häufig Plur.) · blühender Unsinn · der reinen Phantasie entsprungen · wilde Phantasien
Assoziationen
Synonymgruppe
Ausgeburt der Fantasie · Ausgeburt der Phantasie · ↗Fantasiegebilde · ↗Fantasieprodukt · Fantasterei · Flausen im Kopf · ↗Kopfgeburt · ↗Phantasiegebilde · ↗Phantasieprodukt · Phantasterei · Produkt der Fantasie  ●  Ausgeburt einer kranken Fantasie  stark abwertend · Ausgeburt einer kranken Phantasie  stark abwertend · ↗Hirngespinst  ugs. · ↗Luftschloss  ugs. · ↗Spinnerei  ugs. · ↗Wolkenkuckucksheim  ugs. · ↗Wolkenschloss  ugs., fig.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • leere Versprechungen  ●  ↗Seifenblase  fig. · ↗Windei  fig. · ↗Luftnummer  ugs. · vox et praeterea nihil  geh., lat.
  • Fieberträume · Phantasterei (häufig Plur.) · blühender Unsinn · der reinen Phantasie entsprungen · wilde Phantasien
  • Wahnidee · ↗Zwangsvorstellung  ●  fixe Idee  ugs.
  • (sich) als Illusion herausstellen · (sich) als unrealistisch erweisen · (sich) nicht erfüllen · (sich) nicht realisieren · (zer)platzen wie eine Seifenblase · nicht Realität werden · nicht in Erfüllung gehen  ●  (sich) zerschlagen (Hoffnungen)  fig. · ↗zerplatzen (Träume)  fig. · (in sich) zusammenfallen wie ein Kartenhaus  ugs.
  • Einbildung · ↗Erscheinung · ↗Geisterbild · ↗Halluzination · ↗Illusion · ↗Offenbarung · ↗Phantom · ↗Selbsttäuschung · ↗Sinnestäuschung · ↗Trugbild · ↗Täuschung · ↗Vision · ↗Wahnbild · ↗Wahnvorstellung  ●  ↗Fata Morgana  fig. · ↗Gesicht (oft Plural: Gesichte)  veraltet · ↗Hirngespinst  abwertend · Butterland  fachspr., Jargon, seemännisch · Hallu (meist Plural: Hallus)  ugs. · reizunabhängige Sinneswahrnehmung  fachspr.
  • (etwas) fabeln (von) · ↗fabulieren · wirres Zeug reden  ●  Unsinn erzählen  Hauptform · ↗(herum)fantasieren  ugs. · ↗(herum)phantasieren  ugs. · ↗(herum)spinnen  ugs. · (sich) einen zusammenphantasieren  ugs. · Blech reden  ugs., veraltend · Scheiße erzählen  derb · Scheiße reden  derb · einen vom Pferd erzählen  ugs. · ↗irrereden  geh. · rumspacken  ugs., jugendsprachlich, salopp · saublöd daherreden  ugs., süddt. · saudummes Zeug daherreden  ugs. · ↗spintisieren  ugs.
  • (positive) Utopie · ↗Ideal · ↗Vision · ↗Vorbild · ↗Vorstellung · ↗Zukunftsbild
  • leicht verrückt sein · mit jemandem ist kein vernünftiges Wort zu reden · nicht ganz bei Verstand sein · seine fünf Sinne nicht beieinander haben  ●  einen kleinen Mann im Ohr haben  fig., veraltend · ↗spinnen  Hauptform · (bei jemandem ist) eine Schraube locker  ugs., fig. · (en) Pinn im Kopp haben  ugs., norddeutsch · (jemandem haben sie) ins Gehirn geschissen  derb · (jemandem) geht's wohl nicht gut  ugs. · (wohl) einen Sonnenstich haben  ugs., fig. · den Schuss nicht gehört haben  ugs., fig. · die Kappe kaputt haben  ugs. · eine Meise haben  ugs. · eine Schraube locker haben  ugs., fig. · einen Dachschaden haben  ugs., fig. · einen Hammer haben  ugs. · einen Haschmich haben  ugs. · einen Hau weg haben  ugs. · einen Knacks weghaben  ugs. · einen Knall haben  ugs. · einen Piep haben  ugs. · einen Piepmatz haben  ugs., fig. · einen Schaden haben  ugs. · einen Schatten haben  ugs. · einen Schlag haben  ugs. · einen Schlag weg haben  ugs. · einen Sockenschuss haben  ugs. · einen Spleen haben  ugs. · einen Sprung in der Schüssel haben  ugs., fig. · einen Triller unterm Pony haben  ugs., scherzhaft · einen Vogel haben  ugs., fig. · einen an der Klatsche haben  ugs. · einen an der Mütze haben  ugs. · einen an der Waffel haben  ugs. · einen feuchten / nassen Hut aufhaben  ugs., fig. · einen weichen Keks haben  ugs. · gaga sein  ugs. · nicht alle Latten am Zaun haben  ugs., fig. · nicht alle Tassen im Schrank haben  ugs., fig. · nicht ganz bei Trost sein  ugs. · nicht ganz dicht sein  ugs. · nicht ganz frisch in der Birne (sein)  ugs. · nicht ganz richtig im Hinterstübchen sein  ugs. · nicht ganz richtig im Kopf sein  ugs. · nicht ganz sauber ticken  ugs. · nicht richtig ticken  ugs. · sie nicht alle haben  ugs. · verpeilt sein  ugs. · verstrahlt sein  derb · weiß nicht, was er daherredet  ugs.
  • (den) Bezug zur Realität verlieren · ↗abheben  ●  (die) Bodenhaftung verlieren  fig.
  • (der) Wunsch (ist/war) der Vater des Gedankens · ↗Illusion · ↗Wunschbild · ↗Wunschdenken · ↗Wunschtraum · ↗Wunschvorstellung · falsche Hoffnung · frommer Wunsch  ●  schöner Traum  fig. · zu hoch gegriffen (Ziel)  fig. · ↗Blütentraum  geh.
  • Feenpalast · ↗Märchenschloss · ↗Traumschloss · ↗Wolkenkuckucksheim
  • (das) Blaue vom Himmel versprechen · goldene Berge versprechen · unrealistische Erwartungen wecken
  • Idealisierung · ↗Schwärmerei · ↗Träumerei

Typische Verbindungen
computergeneriert

Hang Traum abtun bloß pur rein wild

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fantasterei‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie phantasieren von Ruhm, Reichtum, Liebe, und ihre Phantastereien machen sie beliebt, reich und berühmt.
konkret, 1986
Dabei schleichen sich immer wieder Phantastereien in seine wissenschaftliche Arbeit ein.
Süddeutsche Zeitung, 09.05.1998
Ihr Wesen war erfüllt von dem immer steigenden Fieber ihrer Phantasterei.
Hauptmann, Gerhart: Der Narr in Christo Emanuel Quint, Berlin: Aufbau-Verl. 1962 [1910], S. 332
Und nun begann er, mit eindringlichen Worten, die ganze, aus der Luft gegriffene Phantasterei ihrer sogenannten großen Liebe ihr klar zu machen.
Meisel-Hess, Grete: Die Intellektuellen. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 10964
Aber der neumodischen Medizin und ihren Phantastereien tritt er mit der größten Entschiedenheit entgegen.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. IV,1. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 15477
Zitationshilfe
„Fantasterei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Fantasterei>, abgerufen am 18.06.2019.

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