Fanatiker, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Fanatikers · Nominativ Plural: Fanatiker
Aussprache
WorttrennungFa-na-ti-ker (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Fanatiker‹ als Letztglied: ↗Fortschrittsfanatiker · ↗Frischluftfanatiker · ↗Fußballfanatiker · ↗Gerechtigkeitsfanatiker · ↗Glaubensfanatiker · ↗Kriegsfanatiker · ↗Rassenfanatiker · ↗Sportfanatiker · ↗Wahrheitsfanatiker
eWDG, 1967

Bedeutung

jmd., der von einer Idee besessen ist und sie unduldsam, mit blinder Leidenschaft verficht
Beispiele:
ein eifernder, verbissener, blinder, rücksichtsloser, gewissenloser, kalter Fanatiker
ein religiöser, politischer Fanatiker
ich bin ein Fanatiker der Sachlichkeit [KischRasender Reporter71]
wie alle Fanatiker übertrieb er diese Echtheit [des Bühnenbildes] bis zur Groteske [WintersteinLeben1,115]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fanatisch · Fanatiker · Fanatismus
fanatisch Adj. ‘unduldsam, sich überschwenglich einsetzend, eifernd’, im 16. Jh. entlehnt aus lat. fānāticus ‘von der Gottheit ergriffen, rasend’, eigentlich ‘zum Kult, zum Heiligtum gehörig’ (zu lat. fānum ‘heiliger, der Gottheit geweihter Ort’). fanatisch steht anfangs für ‘religiös schwärmerisch’, d. h. (weil von der Orthodoxie abweichend) oft ‘ketzerisch’, dann (seit dem 18. Jh.) allgemeiner ‘sich religiös ereifernd, unduldsam’ (im Interesse der orthodoxen Lehre); im 18./19. Jh. setzt sich unter dem Einfluß von frz. fanatique die heute vorherrschende, von der Religion losgelöste Bedeutung (s. oben) durch, die sich im frz. politischen Sprachgebrauch des 18. Jhs. entwickelt. Fanatiker m. ‘Eiferer, unduldsamer Vertreter einer Idee’ (17. Jh.); zunächst in lat. Flexion (Plur. Fanatici), dem Gebrauch des Adjektivs entsprechend für ‘Schwärmer, Ketzer’; seit dem 18. Jh. in allgemeinerem Sinne. Fanatismus m. (18. Jh.), frz. fanatisme.

Thesaurus

Synonymgruppe
Eiferer · Fanatiker · ↗Zelot
Oberbegriffe
  • unangenehme Person  ●  ↗Unsympath  männl. · Unsympathin  weibl.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Demagoge Eiferer Fanatiker Fundamentalist Idealist Ideologe Opportunist Psychopath Verrückter bigott bärtig ermorden fundamentalistisch gewaltbereit hinduistisch irregeleitet islamisch islamistisch kurieren militant moslemisch muslimisch nationalistisch rechtsextrem rechtsradikal religiös selbstmörderisch unbelehrbar verblendet verbohrt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fanatiker‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nicht nur ihm schien das selbstbewusste Auftreten der Fanatiker neu zu sein.
Süddeutsche Zeitung, 22.05.2001
Verhetzte Fanatiker vergingen sich während des Dritten Reiches an den Gräbern.
Die Zeit, 13.02.1961, Nr. 07
Er tat es willig, mit der eisernen Kraft eines Fanatikers.
Rhein, Eduard: Du und die Elektrizität, Berlin: Ullstein 1956 [1940], S. 363
Gewiß komme alles Böse von den Fanatikern, aber auch alles Gute.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1919. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1919], S. 90
Übrigens ein Mann ohne politische Leidenschaften, überhaupt nicht verblendet, keine Spur Fanatiker, ein reiner Sammler.
Walser, Martin: Halbzeit, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1960], S. 417
Zitationshilfe
„Fanatiker“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Fanatiker>, abgerufen am 23.05.2019.

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