Faktotum, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Faktotums · Nominativ Plural: Faktotums/Faktoten · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungFak-to-tum (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Faktotum‹ als Letztglied: ↗Hausfaktotum
eWDG, 1967

Bedeutung

scherzhaft jmd., der (als Hausangestellter) alle Arbeiten und Besorgungen erledigt und das Vertrauen genießt
Beispiele:
ein altes, unentbehrliches, treues, zuverlässiges Faktotum
sie war das Faktotum des Hauses, der Familie
Der Kommandeur hatte mich gänzlich zu seinem Faktotum gemacht [G. KellerPankraz6,32]
er war eigentlich das Faktotum in unserem Hause [O. M. GrafMitmenschen108]
umgangssprachlich, scherzhaft
Beispiele:
so ein merkwürdiges Faktotum! (= seltsamer Kauz!)
Oft hockt Hans mit diesem gnomenhaften Faktotum an der Abendseite des Hauses [F. WolfGrenze5,47]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Faktotum n. ‘Helfer in allen Dingen, Mädchen für alles’. Im 16. Jh. wird mlat. factotum, aus dem Imperativ lat. fac tōtum ‘mach alles’ substantiviert, ins Dt. übernommen und dient zur Bezeichnung eines Menschen, der Dienstleistungen und Handreichungen auf Grund langjähriger Vertrautheit perfekt beherrscht.

Thesaurus

Synonymgruppe
Mitarbeiter mit Querschnittsfunktion  ●  (der) gute Geist (einer Firma)  ugs. · (ein) Mann für besondere Gelegenheiten (oft ironisch)  ugs. · (eine) gute Fee  ugs. · Faktotum  geh. · ↗Kalfaktor  geh. · Mädchen für alles  ugs. · dienstbarer Geist  ugs., Hauptform · lebendes Inventar (sein)  ugs., scherzhaft · zum lebenden Inventar gehören  ugs., scherzhaft
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aus dem Helden wird ein Faktotum, ein Girl für alles.
Die Welt, 11.11.2000
Er war so etwas wie ein Faktotum der schönen Welt.
Süddeutsche Zeitung, 24.11.1994
Er wurde zu einer Art Faktotum und verdiente bald mehr als sein Vater.
Die Zeit, 24.12.2001, Nr. 52
Für den nordindischen Hochlandbewohner ist der Yak das wahre Faktotum.
Hagenbeck, John u. Ottmann, Victor: Südasiatische Fahrten und Abenteuer, Dresden: Deutsche Buchwerkstätten 1924 [1924], S. 103
Ein Faktotum, das Kaffee in Blechtassen und Marmeladebrote brachte, markierte die Zeit.
Fries, Fritz Rudolf: Der Weg nach Oobliadooh, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1966, S. 317
Zitationshilfe
„Faktotum“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Faktotum>, abgerufen am 19.06.2019.

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