Füllhorn, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungFüll-horn (computergeneriert)
WortzerlegungfüllenHorn
eWDG, 1967

Bedeutung

mit Früchten, Blumen gefülltes Horn
gehoben, bildlich Überfluss
Beispiele:
das Füllhorn des Glücks
das unerschöpfliche Füllhorn der Natur
er spendete freigebig aus dem Füllhorn seines Wissens
Nun schüttete Taubenhaus ein wahres Füllhorn von Reichtümern über die Stadt aus [Kellerm.Totentanz116]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fülle · füllig · Füllhorn · füllen · Füller · Füllfederhalter · Füllsel · Füllung
Fülle f. ‘Zustand des Vollseins, Menge, Umfang’, ahd. fullī, follī ‘Fülle, Sattheit, Sättigung’ (8. Jh.), mhd. mnd. vülle, aengl. fyllu, engl. fill, anord. fylli, got. (in der Zusammensetzung) ufarfullei ‘Überfülle’ ist Abstraktbildung (germ. *fullin-) zu dem unter ↗voll (s. d.) abgehandelten Adjektiv. füllig Adj. ‘beleibt, dick’, im 16. Jh. Übersetzung von lat. farsilis ‘gefüllt’. Füllhorn n. (Günther 1723), älter (17. Jh.) Horn der Fülle für lat. cornū cōpiae, ursprünglich ‘das Horn überreichen Segens’, bereits in antiker Darstellung ein mit Früchten und Blumen übervoll gefülltes Horn als Sinnbild des Überflusses und Reichtums. füllen Vb. ‘vollmachen’, ahd. fullen (8. Jh.), mhd. mnd. vüllen, asächs. fullian, mnl. nl. vullen, aengl. fyllan, engl. to fill, anord. schwed. fylla, got. fulljan ist eine faktitive Ableitung von dem unter ↗voll (s. d.) behandelten Adjektiv. Füller m. ‘wer etw. füllt, vollmacht’, spätmhd. vüller ‘Fresser und Säufer, wer Mörtel einfüllt und den Maurern zuträgt, Schankwirt’; Kurzform (20. Jh.) für Füllfederhalter m. nach voraufgehenden Füllfeder, Füllhalter. Füllsel n. ‘zum Füllen Dienendes ohne besonderen Wert’ (15. Jh.), s. das Suffix ↗-sal, ↗-sel. Füllung f. ‘das Füllen, ausfüllender Inhalt’, spätmhd. vüllunge ‘Anfüllung, Völlerei’; heute auch Kurzwort für Zahnfüllung (20. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anekdote Ausschüttung Blume Fortuna Frucht Gabe Geschenk Lob Putto Subvention Wahlgeschenk Wohltat Zitat aufmachen ausgießen ausschütten bereithalten ergießen gießen gleichen golden leeren schütten staatlich unerschöpflich versiegend wahr öffnen überquellend überschütten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Füllhorn‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es ist nicht damit getan, ein riesiges Füllhorn über die Region auszuschütten.
Süddeutsche Zeitung, 30.12.2004
Anstatt Wein wird uns Met aus einem Füllhorn in den Mund gegossen.
Die Zeit, 20.05.1999, Nr. 21
Ein Füllhorn zerplatzte und warf den krachenden Regen der Sterne in riesigen Bogen empor.
Langgässer, Elisabeth: Das unauslöschliche Siegel, Hamburg: Claassen 1959 [1946], S. 275
Es war ein strömendes Füllhorn heiteren und seelenschweren künstlerischen Genusses.
Mann, Thomas: Der Zauberberg, Gütersloh: Bertelsmann 1998 [1924], S. 736
Ein wahres Füllhorn glücklicher Empfindungen schüttet dieser Name eines fast unbekannten Fleckchens Erde über mich.
Lehmann, Lilli: Mein Weg. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 23054
Zitationshilfe
„Füllhorn“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Füllhorn>, abgerufen am 23.08.2019.

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