Fügung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Fügung · Nominativ Plural: Fügungen
Aussprache
WorttrennungFü-gung (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Fügung‹ als Letztglied: ↗Schicksalsfügung · ↗Wortfügung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Geschehen als Handlung oder Wirkung einer übernatürlichen, das Schicksal lenkenden Macht
Beispiele:
das ist eine Fügung Gottes, des Schicksals
die Fügungen des Himmels
es erschien ihm wie eine himmlische Fügung
eine günstige Fügung der Umstände brachte es mit sich, dass ...
durch eine gnädige, glückliche Fügung entging er dem Unheil
eine seltsame, merkwürdige Fügung hat hier die Hand im Spiel gehabt
2.
Sprachwissenschaft zusammengehörige, als Einheit empfundene Wortgruppe
Beispiel:
eine attributive, adverbiale, syntaktische Fügung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fügen · fugen · verfügen · Verfügung · Fuge2 · Fug · Befugnis · befugt · füglich · Unfug · fügsam · Fügung · Gefüge · gefügig · ungefüge
fügen Vb. ‘passend zusammensetzen, verhängen, bewirken’, reflexiv ‘sich unterordnen’, ahd. fuogen ‘verbinden, vereinigen, ineinanderpassen’ (8. Jh.), mhd. vüegen, vuogen, auch ‘bewerkstelligen, sich anpassen, machen, daß etw. geschieht’, asächs. fōgian, mnd. vȫgen, vǖgen, mnl. voeghen, nl. voegen, aengl. fēgan, engl. to fay ‘passen, verbinden’ sind verwandt mit ↗Fach (s. d.) und den dort genannten Formen. Daneben steht fugen Vb. ‘fest zusammensetzen, mit einer Fuge verbinden’, die in der Handwerkersprache bewahrte obd. umlautlose Form von fügen; heute meist als Ableitung von Fuge (s. unten) empfunden. verfügen Vb. ‘an die richtige Stelle setzen, einfügen, anordnen’, reflexiv ‘sich begeben’, frühnhd. verfüegen (15. Jh.), mnd. vorvogen ‘einrichten’. Verfügung f. ‘Anordnung’ (16. Jh.). Fuge2 f. ‘Ritze, Verbindungslinie zwischen zusammengehörigen Bauteilen’, ahd. fuogī ‘Verbindung, Zusammensetzung, Verbindungsstelle’ (um 1000), mhd. vuoge ‘Zusammenfügung, Stelle eingreifender Verbindung zueinander’, aber auch (und damit in mhd. Zeit bedeutungsgleich mit dem folgenden Fug) ‘Schicklichkeit, passende Gelegenheit, Kunstfertigkeit’; vgl. auch (mit anderer Bildungsweise) ahd. fuoga ‘Geschicklichkeit’ (Hs. 13. Jh.). Fug m. ‘Zuständigkeit, Recht’, mhd. vuoc ‘Schicklichkeit, passende Gelegenheit, Kunstfertigkeit’, heute vor allem noch in der Wendung mit Fug und Recht (16. Jh.). Befugnis f. ‘Zuständigkeit, Recht’ (16. Jh.). befugt Part.adj. ‘zuständig, berechtigt’, vgl. befugt sein (15. Jh.), aus dem Part. Prät. von spätmhd. sich bevūgen ‘eine Zuständigkeit ausüben’ (14. Jh.). füglich Adj. ‘passend, schicklich, mit Berechtigung’, spätmhd. vuoclich, vüeclich; vgl. ahd. gifuog(i)līh (9. Jh.). Unfug m. ‘öffentliches Ärgernis erregendes Verhalten, Dummheiten, Schabernack’, mhd. unvuoc ‘Unanständigkeit, Roheit, Schande, Frevel’. fügsam Adj. ‘leicht lenkbar, anpassungsfähig’, spätmhd. vuoc-, vüecsam ‘schicklich, angemessen’ (14. Jh.). Fügung f. ‘Geschick, Schicksal’, mhd. vüegunge ‘Zusammenfügung, Art und Weise’, seit dem 17. Jh. Terminus der Syntax für lat. cōnstrūctio. Gefüge n. ‘Struktur, innere Ordnung’, von ahd. gifuogī̌ ‘Verbindung’ (8. Jh.) unabhängige Neubildung des 17. Jhs. gefügig Adj. ‘fügsam, passend’ (15. Jh.), mit anderer Endung anschließend an ahd. gifuogi, mhd. gevüege Adj., bewahrt in ungefüge Adj. ‘unförmig, unhandlich’, ahd. ungifuogi (11. Jh.), mhd. ungevüege, -vuoge ‘unartig, unhöflich, unbeholfen, plump’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bestimmung · ↗Fatum · Fügung · ↗Geschick · ↗Karma (buddh.) · ↗Kismet (islam.) · ↗Los · ↗Prädestination · ↗Schicksal · ↗Schickung · ↗Vorbestimmung · ↗Vorherbestimmung · ↗Vorsehung · ↗Zufall
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Adjektiv Dramaturgie Ergebung Schicksal Substantiv Unvermeidliche Verb Vorsehung Wendung Zufall eigenartig glücklich gnädig göttlich günstig gütig himmlisch kunstvoll kurios providentiell rauh schicksalhaft schicksalshaft schroff seltsam sonderbar syntaktisch unglücklich wunderbar wundersam

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fügung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So hartnäckig spielt man nicht ungestraft mit den Fügungen des Lebens.
Süddeutsche Zeitung, 29.11.2001
Dann spricht er, da er sehr gläubig ist, von Gottes Fügung.
Die Zeit, 29.05.1981, Nr. 23
Eine günstige Fügung erlaubte es Ihm, den antipersischen Kurs abzubrechen.
Heuß, Alfred: Hellas. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 3742
Nur durch eine glückliche Fügung war zur Zeit der Explosion niemand in der Nähe.
Simmel, Johannes Mario: Es muß nicht immer Kaviar sein, Zürich: Schweizer Verl.-Haus 1984 [1960], S. 471
An Stelle geschichtlicher Fügungen tritt die naturhafte Bewegung "im Raume".
Spengler, Oswald: Der Untergang des Abendlandes, München: Beck 1929 [1918], S. 193
Zitationshilfe
„Fügung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Fügung>, abgerufen am 19.10.2019.

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