Fänger

WorttrennungFän-ger (computergeneriert)
Wortzerlegungfangen-er
Wortbildung mit ›Fänger‹ als Letztglied: ↗Bauernfänger · ↗Blickfänger · ↗Dummenfänger · ↗Elefantenfänger · ↗Fliegenfänger · ↗Funkenfänger · ↗Garnelenfänger · ↗Genickfänger · ↗Grillenfänger · ↗Heckfänger · ↗Heringsfänger · ↗Hirschfänger · ↗Hundefänger · ↗Krabbenfänger · ↗Mäusefänger · ↗Radikalfänger · ↗Rattenfänger · ↗Robbenfänger · ↗Schlangenfänger · ↗Schmutzfänger · ↗Staubfänger · ↗Stoßfänger · ↗Tierfänger · ↗Traumfänger · ↗Tropfenfänger · ↗Vogelfänger · ↗Walfischfänger · ↗Walfänger
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
a)
jmd., der etw., ein Tier fängt
b)
Baseball Catcher
2.
Fangzahn
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fangen · Fang · Rauchfang · Windfang · Fangschuß · Fangstoß · Fänger · Gefangenschaft · Gefängnis · verfangen · verfänglich
fangen Vb. ‘(er)greifen, zu fassen bekommen, der Freiheit berauben’. Das ursprünglich reduplizierende Verb mit grammatischem Wechsel ahd. fāhan (8. Jh.), mhd. vāhen, vān, nach Nasalausfall vor h und daraus folgender Dehnung des Vokals hervorgegangen aus germ. *fanhan, hat in Infinitiv und Präsens seit dem 16. Jh. eine allmähliche Angleichung des Konsonantismus an die Präteritalformen erfahren; in poetischer Sprache ist fahen jedoch noch bis ins 19. Jh. bezeugt. Das Verb und seine germ. Entsprechungen asächs. fāhan, mnd. vān, vangen, mnl. vanghen, nl. vangen, anord. , schwed. , aengl. fōn, got. fāhan führen mit den außergerm. Verwandten lat. pangere ‘befestigen, einschlagen’, pacīscī ‘ein Übereinkommen treffen, einen Vertrag schließen’ (s. ↗Pakt), griech. pássalos (πάσσαλος) ‘Pflock, Nagel, Haken’, págē (πάγη) ‘al-les, was festhält, Schlinge, Falle’, aind. pā́śaḥ ‘Schlinge, Band, Kette’ auf eine Wurzel ie. *pā̌k̑-, *pā̌g̑- ‘festmachen’ (wozu auch ↗Fach, ↗fügen, s. d.). Fang m. ‘das Gefangene, Beute’, jägersprachlich ‘Kralle, Schnabel’ (eines Raubvogels), ‘Reißzahn, Rachen’ (bei verschiedenen anderen Tieren), ‘Todesstoß’ (für krankes Wild); ahd. -fang (nur als Kompositionsglied, z. B. in anafang, s. ↗Anfang), mhd. vanc. Rauchfang m. ‘Rauchabzug, Schornstein’ (15. Jh.). Windfang m. ‘Windschutzvorrichtung, dem Wind ausgesetzte Seite’, ahd. wintfang (9. Jh.), mhd. wintvanc. Fangschuß m. ‘tödlicher Schuß, Gnadenschuß für verwundetes, krankes Wild’ (19. Jh.). Fangstoß m. ‘Gnadenstoß mit einer Stichwaffe’ (19. Jh.), z. B. mit dem Hirschfänger ‘Seitengewehr des Jägers’. Fänger m. ‘wer etw. fängt, auffängt’ (17. Jh.); vgl. ahd. -fangāri als Kompositionsglied z. B. in intfangāri (s. ↗Empfänger). Gefangenschaft f. ‘Freiheitsverlust, Unfreiheit’, mhd. gevangenschaft; vgl. ahd. gifengida ‘Gefangenschaft’ (9. Jh.). Gefängnis n. ‘Freiheitsentzug, Strafe, Zustand und Ort der Unfreiheit, Gewahrsam, Strafvollzugsanstalt’, mhd. (ge)vancnisse, (ge)vencnisse ‘Gefangennahme, Gefangenschaft’, mnd. gevenknisse, mnl. g(h)evangenesse, -nisse, nl. gevangenis. verfangen Vb. ‘wirksam sein, nützen’, ahd. firfāhan ‘ergreifen, umfassen, nützen’ (9. Jh.), mhd. vervāhen, vervān ‘fassen, fangen, gewinnen, wahrnehmen, geistig auffassen, (hart) beurteilen, ausrichten, fördern, nützen’, häufig reflexiv sich verfangen ‘sich verstricken, in Komplikationen geraten’ (bereits mhd.); daher verfänglich Adj. ‘heikel, riskant’, anders mhd. vervanclich, vervenclich ‘nützlich, wirksam’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Büttel · ↗Scherge · käuflicher Verräter  ●  Fänger  veraltet · ↗Häscher  veraltet · ↗Henkersknecht  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Held Kultroman Netz Roggen Roman Trapez japanisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fänger‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Fänger gratulierten sich schon, als das Emu plötzlich umfiel - tot.
Bild, 03.04.2003
Wenn das Ei vorher mindestens 15 Meter weit flog, darf der Fänger unbelästigt weiter passen.
Süddeutsche Zeitung, 18.10.2000
Die Fänger versuchen, das letzte Kind mit dem Ball zu treffen.
Braun, Anne u. Nell, Edith: Man muß sich nur zu helfen wissen, Leipzig: Verl. für die Frau 1971, S. 147
Wollte er mich auf das Trapez seines Ehrgeizes hinaufschicken, um sich selbst, nach meinem zweieinhalbfachen Salto, als zuverlässiger Fänger zu bestätigen?
Lenz, Siegfried: Deutschstunde, Hamburg: Hoffmann u. Campe 1997 [1968], S. 157
An den Aufschlagstellen erhalten die Klappen zur Minderung des Aufschlagegeräusches eine Korkunterlage, federnde Fänger unter dem Klappengriff bewirken eine gleichmäßige Hubhöhe.
Dräger, Hans-Heinz: Blasinstrumentenbau. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1951], S. 3196
Zitationshilfe
„Fänger“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Fänger>, abgerufen am 24.04.2019.

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