Fähnchen, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
WorttrennungFähn-chen
WortzerlegungFahne-chen
Wortbildung mit ›Fähnchen‹ als Letztglied: ↗Markierungsfähnchen · ↗Papierfähnchen
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
a)
kleine Fahne (aus Papier)
b)
Markierungszeichen in Form eines Fähnchens (Lesart 1 a)
2.
umgangssprachlich, abwertend leichtes, billig wirkendes, meist nicht sehr geschmackvolles Kleid
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fahne · Fähnchen · Fähnlein · Fähnrich
Fahne f. ‘an einer Stange als Kennzeichen befestigtes Tuch, Banner’, ahd. fano m. ‘Tuch’ (vgl. brust-, hals-, sweiʒfano), dann auch ‘Feldzeichen, Banner, unter einer Fahne stehende Heeresabteilung’ (um 800), mhd. van(e) m. (und auch f.), asächs. fano, mnd. vāne, mnl. vāne, vaen, nl. vaan, aengl. fana m. (engl. vane ‘Wetterfahne’), anord. fani m., got. fana m. ‘Lappen, Schweißtuch’ gehen mit lat. pannus ‘Tuch, Lappen’ und griech. pḗnos (πήνος) ‘Gewebe’ auf die Wurzel ie. *pā̌n- ‘Gewebe’ zurück. Noch gegen Ende des 18. Jhs. wird Fahne auch als Maskulinum gebraucht. Die Entwicklung von ‘Tuch’ zu ‘Banner, Feldzeichen’ beruht wohl auf Kürzung des Kompositums ahd. gundfano ‘Kampftuch, Kriegsbanner’ (9. Jh.); vgl. auch aengl. gūþfana, anord. gunnfani und die Entlehnungen frz. gonfanon, gonfalon, ital. gonfalone (vgl. aengl. gūþ, anord. gunnr, guðr ‘Kampf’). Redensartlich mit fliegenden Fahnen übergehen ‘ostentativ und geschlossen zum Feinde überwechseln’, übertragen ‘plötzlich und grundsätzlich seinen Standpunkt ändern’ (17. Jh.). Seit dem 17. Jh. bezeichnet Fahne (wegen der vergleichbaren länglichen Form) auch den noch nicht umbrochenen ‘Korrekturabzug’ des Druckers. Fähnchen n. ‘militärische Abteilung’ (16. Jh.) für älteres Fahne; ‘billiges leichtes Kleid’ (18. Jh.). Fähnlein n. ‘kleine Fahne’, seit dem 16. Jh. übliche Bezeichnung für die unter einer Fahne als Feldzeichen Kämpfenden, ‘militärische Abteilung’. Fähnrich m. ‘Fahnenträger’, militärischer Rang (16. Jh.), mit Gleitlaut -d- auch Fähndrich; frühnhd. venrich wird (wie Wüterich) analog zu Personennamen (vgl. Dietrich) gebildet; vgl. anders gebildetes ahd. faneri, mhd. venre, vener, vaner; heute noch schweiz. Venner.

Thesaurus

Synonymgruppe
Fähnchen · ↗Fähnlein · Papierfahne · ↗Papierfähnchen  ●  ↗Winkelement  ugs., DDR, Jargon, Amtsdeutsch

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mancher Kritiker wirft ihm deshalb auch vor, sein Fähnchen in den Wind zu hängen.
Die Welt, 29.05.2001
Es ist eben doch nicht so einfach, das Fähnchen nach dem Wind zu drehen.
Der Tagesspiegel, 22.05.2000
Das dazugehörige Fähnchen allerdings ist noch nicht fertig, es wird demnächst nachgeliefert.
Süddeutsche Zeitung, 23.03.1995
Er steckte zwei Fähnchen um, dann richtete er sich auf.
Niebelschütz, Wolf von: Der blaue Kammerherr, Stuttgart u. a.: Dt. Bücherbund [1991] [1949], S. 40
Sie wendet das Fähnchen in ihrer Hand und blickt dann auf.
Goote, Thor [d.i. Langsdorff, Werner von]: Die Fahne Hoch!, Berlin: Zeitgeschichte-Verlag 1933 [1933], S. 281
Zitationshilfe
„Fähnchen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Fähnchen>, abgerufen am 20.08.2019.

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