Exekutive, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Exekutive · Nominativ Plural: Exekutiven
Aussprache
WorttrennungEx-eku-ti-ve · Exe-ku-ti-ve
Herkunftaus gleichbed. (pouvoir) exécutiffrz
ZDL-Vollartikel, 2019

Bedeutung

nur im Singular
Staatsrecht vollziehende, ausführende Gewalt in einem Staat
Beispiele:
Der Staat unterteilt seine Befugnisse in Exekutive (Ausführende Gewalt: Polizei etc.), Legislative (Gesetzgebende Gewalt: Parlament etc.) und Judikative (Rechtsprechende Gewalt: Gerichte). [Philothek: Thema der Woche, 26.06.2013, aufgerufen am 27.04.2016]
Der Staat versammelt über seine Institutionen viel Macht. Damit er diese nicht unkontrolliert einsetzen kann, gibt es die Gewaltenteilung, also die Aufteilung der Macht auf unterschiedliche Sphären des Staates: die Legislative, die Exekutive und die Judikative. [Süddeutsche Zeitung, 16.09.2017]
[…] es [das türkische Präsidialsystem] sieht nicht mehr vor, das Prinzip der Gewaltenteilung, also die gegenseitige Kontrolle von Legislative, Exekutive und Judikative, glaubhaft zu sichern. [Neue Zürcher Zeitung, 31.03.2017]
Sie [die Beamten der Staatsanwaltschaft] sind Teil der Exekutive, nachgeordnete Beamte, die parieren müssen. [Welt am Sonntag, 09.08.2015, Nr. 32]
Im gewaltenteiligen Staat wird durch Checks and Balances eine Kontrolle zwischen Exekutive, Legislative und Judikative angestrebt und die Machthemmung der verschiedenen Gewalten gesucht. [Neue Zürcher Zeitung, 18.07.2009]
Die Armee ist in einem offenen, demokratisch verfassten Staat nicht mehr bloße Kriegsführungsmaschine, sondern Teil der Exekutive, soziale Institution und öffentlicher Arbeitgeber. [Die Zeit, 13.01.2000, Nr. 3]
Die staatliche Gewalt sowohl in der Sphäre der Exekutive wie der Legislative ist gehalten, dem Gesetz Respekt zu verschaffen ... [Der Spiegel, 29.04.1968, Nr. 18]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: die staatliche Exekutive
als Akkusativobjekt: die Exekutive kontrollieren
in Präpositionalgruppe/-objekt: die Gewaltenteilung, Machtverteilung, Aufgabenverteilung, das Gleichgewicht zwischen, die Trennung von Exekutive und Legislative
in Koordination: Exekutive und Legislative, Judikative
als Genitivattribut: die Organe der Exekutive; der Kernbereich, die Befugnisse, die Vollmachten der Exekutive; die Kontrolle der Exekutive
spezieller, Politik mit der Vollziehung, Ausführung von (gesetzlichen) Bestimmungen (zentral) befasste Institution
Beispiele:
Sie [die Föderalisten innerhalb der EU] fordern vollständige staatliche Strukturen für die EU im Sinne der klassischen Gewaltenteilungslehre, insbesondere ein Parlament als souveräne Legislative und eine Regierung als souveräne Exekutive – ohne dass die Regierungen der Mitgliedstaaten über den Rat Sand ins Getriebe streuen können. [Welt am Sonntag, 14.01.2007, Nr. 2]
Bislang wurde nur der Machtverlust nationaler Parlamente und der gleichzeitige Kompetenzzuwachs europäischer Exekutiven, vor allem des Europäischen Rates, beklagt. [Frankfurter Rundschau, 01.12.2000]
Die Wahl von Franz Beckenbauer in die Exekutive des Internationalen Fußball-Verbandes (Fifa) ist wohl reine Formsache. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.11.2006]
Die römisch-katholische Synode des Kantons Zürich hat den 48jährigen René Zihlmann als neuen Präsidenten der Zentralkommission (ZK), der kirchlichen Exekutive, gewählt. [Neue Zürcher Zeitung, 24.06.1994]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: die polizeiliche Exekutive; die gewählte, provisorische, eine starke, handlungsfähige Exekutive
mit Genitivattribut: die Exekutive des Olympischen Komitees, der Fifa, der Partei
als Aktiv-/Passivsubjekt: die Exekutive entscheidet
als Genitivattribut: eine Sitzung der Exekutive; das Übergewicht, die Kontrolle der Exekutive
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Exekution · exekutieren · exekutiv · Exekutive
Exekution f. ‘Vollstreckung eines Urteils’, insbesondere ‘Hinrichtung’, im 15. Jh. in der Kanzleisprache ‘Ausführung einer Anordnung’, bei Gericht ‘Vollzug eines Urteils’, entlehnt aus gleichbed. lat. exsecūtio (Genitiv exsecūtiōnis), einer Substantivbildung zum Verb lat. exsequī (exsecūtus sum) ‘verfolgen, vollstrecken strafen’; zu lat. sequī ‘(nach)folgen, begleiten, verfolgen’ und ↗ex- (s. d.). Vom 17. Jh. an tritt die Bedeutung ‘Hinrichtung’ in den Vordergrund. exekutieren Vb. ‘vollziehen, ausführen, hinrichten’ (17. Jh.), auch ‘bestrafen’, seit dem 18. Jh. zunehmend ‘hinrichten’. exekutiv Adj. ‘ausführend, vollziehend’, substantiviert Exekutive f. ‘vollziehende Gewalt im Staat’ (18. Jh.), nach gleichbed. frz. pouvoir exécutif (Rousseau; gelegentlich substantiviert l’exécutif), auch puissance exécutive (älter puissance exécutrice, Montesquieu).

Thesaurus

Synonymgruppe
(ausführendes) Organ · ↗(wirkende) Kraft · Exekutive
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Exekutive · ↗Obrigkeit · ↗Regierung · ↗Staatsgewalt · ↗Staatsmacht · ↗Verwaltung
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Befugnis Fifa Fußball-Union Fußball-Verband Fußball-Weltverband Gerichtsbarkeit Gesetzgeber Gesetzgebung Gewaltenteilung Judikative Jurisdiktion Justiz Komitee Kompetenzbereich Legislative Rechtsprechung Trennung UEFA Uefa Verschmelzung Volksvertretung Vollmacht Weltverband elfköpfig handlungsfähig nordirisch provisorisch supranational zionistisch Übergewicht

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Exekutive‹.

Zitationshilfe
„Exekutive“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Exekutive>, abgerufen am 17.10.2019.

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