Euphemismus, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Euphemismus · Nominativ Plural: Euphemismen
Aussprache
WorttrennungEu-phe-mis-mus
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Euphemismus‹ als Grundform: ↗euphemistisch
eWDG, 1967

Bedeutung

beschönigende sprachliche Umschreibung
Beispiele:
›entschlafen‹ ist ein Euphemismus für ›sterben‹
[ein Krawall] für den das Wort ›Höllenlärm‹ ein Euphemismus wäre [Kisch1,254]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Euphemismus · Euphemie · euphemistisch
Euphemismus m. ‘beschönigender, verhüllender sprachlicher Ausdruck’, im 18. Jh. unter dem Einfluß von gleichbed. frz. euphémisme, engl. euphemism aufkommend, geht auf griech. euphēmismós (εὐφημισμός) ‘Bezeichnung einer unangenehmen, schlimmen Sache durch einen mildernden Ausdruck’ zurück. Dieses griech. Substantiv ist abgeleitet von griech. euphēmízein (εὐφημίζειν) ‘ein gutes Wort für eine üble Sache gebrauchen’, Denominativum zu griech. é͞uphēmos (εὔφημος) ‘Worte von guter Vorbedeutung sprechend’, das auf griech. eu- (εὐ-) ‘gut-, wohl-’ und phḗmē (φήμη) ‘Ausspruch, Kunde, Gerücht’ (s. auch ↗Blasphemie) beruht. Das Verb griech. phánai (φάναι) ‘kundmachen, sagen, erklären, behaupten’, das griech. phḗmē zugrunde liegt, ist verwandt mit dt.Bann (s. d.). In gleichem Sinne wie Euphemismus, doch auch als ‘Euphemismen verwendende Ausdrucksweise’ wird seit Ende des 18. Jhs. gelegentlich Euphemie f. gebraucht, das ein zu griech. é͞uphēmos gehörendes griech. euphēmía (εὐφημία), spätlat. euphēmia ‘das Sprechen glückverheißender Worte, gute Benennung’ fortführt. euphemistisch Adj. ‘durch umschreibenden sprachlichen Ausdruck verhüllend’, abgeleitet von Euphemismus (Anfang 19. Jh.; vgl. entsprechendes engl. euphemistic), vorausgehendes euphemisch (vgl. frz. euphémique, griech. é͞uphēmos, s. oben) verdrängend.

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
(sprachliche) Beschönigung · Euphemismus · Glimpfwort · Hehlwort · ↗Hüllwort · ↗Relativierung · ↗Schönfärberei · ↗Schönrederei · ↗Schönrednerei · ↗Verbrämung · ↗Verharmlosung · beschönigende Umschreibung · in blumiger Sprache · verhüllende Redeweise
Assoziationen
Antonyme
  • Euphemismus

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausdruck Begriff Bezeichnung Mord Wort auffallen benutzen blank freundlich gebrauchen gängig hübsch lauten offiziell pur rein schrecklich schön umschreiben verbergen verwenden zynisch üblich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Euphemismus‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Manche tun es nicht - das ist der Euphemismus des Jahres.
Die Welt, 06.12.2003
Eine Ära, was für ein Euphemismus, sei es nicht, was nun zu Ende gehe, beim besten Willen nicht.
Der Tagesspiegel, 29.06.2001
Es handelt sich um zwei der unzähligen Euphemismen für das Sterben, zeitlich.
Röhrich, Lutz: Fuchs. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 22123
Das Wort "Verpflichtung" als oft benutzter Euphemismus verschleierte nur aufgezwungene geistige und körperliche Tätigkeiten.
Barthel, Henner (Hg.), Politische Reden in der DDR, St. Ingbert: Röhrig 1998, S. 43
Das Altertum war im Gebrauche von obszönen Worten so eindeutig, daß es den Euphemismus in unserm Gebrauche von äquivok kaum verstanden hätte.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 18486
Zitationshilfe
„Euphemismus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Euphemismus>, abgerufen am 23.08.2019.

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