Epigone, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Epigonen · Nominativ Plural: Epigonen
Aussprache
WorttrennungEpi-go-ne (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Epigone‹ als Erstglied: ↗Epigonentum · ↗epigonenhaft
eWDG, 1967

Bedeutung

unschöpferischer Nachahmer großer Vorbilder
Beispiele:
die Epigonen der Klassiker
jmd. ist ein Epigone früherer Meister
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Epigone · Epigonentum
Epigone m. ‘unter dem Einfluß vorausgehender Dichter oder Künstler Stehender, Nachahmer’. Aus griech. epígonos (ἐπίγονος) ‘Nachgeborener, Nachkomme’, vgl. griech. gónos (γόνος) ‘Zeugung, Abkömmling, Nachkommenschaft’, wird frz. épigone ‘Nachfolger, Nachahmer’ entlehnt (18. Jh.). Nach diesem Vorbild entsteht Epigone, das durch Immermanns Roman „Die Epigonen“ (1836) zum Schlagwort wird. Epigonentum n. (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Epigone · ↗Imitator · ↗Nachahmer · Nachmacher  ●  geistiger Trittbrettfahrer  abwertend
Assoziationen
  • Knockbuster · Mockbuster
  • (ein) bloßes Nachahmen  ●  ↗Epigonentum  geh., bildungssprachlich

Typische Verbindungen
computergeneriert

Adept Eklektiker Epigone Genie Klassiker Meister Nachahmer Nachfolger Original Schüler Vorbild begabt beherrschen blass bloß erweisen heutig schwach zahllos zahlreich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Epigone‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schade, es hätte sich womöglich gelohnt, denn die hippen Epigonen klingen im Vergleich eher lauwarm.
Süddeutsche Zeitung, 11.05.2000
Wie jung wirkt dieser Tote angesichts vieler seiner frühzeitig vergrasten Epigonen!
Die Zeit, 06.07.1984, Nr. 28
Und daß er mächtig war, ist und noch lange bleiben wird, werden seine Epigonen gewiß nicht ändern.
Lehmann, Lilli: Mein Weg. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 23054
Einerseits erfährt die polyphone Gestaltung eine organische Weiterbildung durch Epigonen, andererseits wird der Palestrinastil als idealer km.
Stäblein, Bruno u. a.: Messe. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1961], S. 43865
Und der Epigone des einstigen Ritters ist der moderne Gentleman.
Meisel-Hess, Grete: Die sexuelle Krise. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 8652
Zitationshilfe
„Epigone“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Epigone>, abgerufen am 20.10.2019.

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