Entsatz, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Entsatzes · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungEnt-satz (computergeneriert)
Grundformentsetzen
Wortbildung mit ›Entsatz‹ als Erstglied: ↗Entsatztruppe
eWDG, 1967

Bedeutung

Militär
1.
Befreiung belagerter oder eingeschlossener Truppen
Beispiele:
die Armee ist zum Entsatz bestimmt
die Belagerten warteten sehnsüchtig auf Entsatz
die eingeschlossene Armee hat alle Hoffnung auf Entsatz aufgegeben
Fahrenberg hatte sich mit vier Mann ... durch die feindlichen Linien geschlagen, um den Entsatz zu besprechen [SeghersDie Toten6,545]
2.
die befreiende Truppe
Beispiel:
der Entsatz war im Anmarsch
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

entsetzen · Entsatz · Entsetzen · entsetzlich
entsetzen Vb. ‘erschrecken, aus Umzingelung befreien, eines Amtes entheben’ schließt an die reiche Bedeutungsentwicklung des Verbs im Mhd. an. Ahd. in(t)sezzen ‘im Stich lassen, verlassen, zurücklassen, berauben’ (um 800), mhd. entsetzen ‘zurück-, absetzen, aus dem Besitz bringen, berauben, befreien’, (bei den Mystikern) ‘außer Fassung bringen’, reflexiv ‘sich scheuen, fürchten’ sind Kausativa zu ahd. in(t)sizzen ‘(sich) fürchten, erschrecken’ (8. Jh.) und (die Ausgangsbedeutungen noch bewahrendem) mhd. entsitzen ‘aus der Lage, dem (ruhigen) Sitz kommen, (sich) fürchten, erschrecken’, aber auch ‘sitzen bleiben, sich behaupten, widersetzen’ sowie ‘wegnehmen’. Zur Etymologie s. ↗ent-, ↗sitzen und ↗setzen. Entsatz m. ‘Befreiung, Befreiungsheer’ (15. Jh.), auch Entsatzheer. Entsetzen n. ‘Furcht, Grauen, Schrecken’, vereinzelt seit dem 16. Jh., löst das im 15./16. Jh. geläufige Entsitzen ‘Scheu, Furcht’ ab. entsetzlich Adj. ‘Entsetzen auslösend, grauenvoll, schrecklich’ (16. Jh.; vgl. mhd. unentsetzelich, 14. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(den) Belagerungsring durchbrechen · ↗Befreiung  ●  Entsatz  fachspr., militärisch · ↗Entsetzung  fachspr., militärisch

Typische Verbindungen
computergeneriert

heranrücken heranziehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Entsatz‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Tatsächlich versuchte auch schon in den ersten Tagen nach dem Entsatz jeder in seinem Gebiet auf seine Weise zu regieren.
Heyking, Elisabeth von: Tschun. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1914], S. 8625
Zermürbt und entkräftet wird mit immer bangerer Erwartung dem Entsatz entgegen gesehen.
Buchbender, Ortwin u. Sterz, Reinhold (Hg.), Das andere Gesicht des Krieges, München: Beck, 1982, S. 14
Entsatz erwartet sie erst, wenn sie den Ring um Bagdad geschlossen haben.
Bild, 25.03.2003
Sie kamen mit ihm überein, den Platz, wenn ihnen kein Entsatz zuteil würde, in einer bestimmten Frist zu übergeben.
Bergengruen, Werner: Der letzte Rittmeister, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1956 [1952], S. 318
Doch die Bundesregierung, so scheint es, denkt vorerst noch nicht an Entsatz für die bedrängte Branche.
Die Zeit, 12.12.1975, Nr. 51
Zitationshilfe
„Entsatz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Entsatz>, abgerufen am 16.10.2019.

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