Entgegnung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Entgegnung · Nominativ Plural: Entgegnungen
Aussprache
WorttrennungEnt-geg-nung
eWDG, 1967

Bedeutung

Äußerung einer gegenteiligen Meinung, Erwiderung
Beispiele:
eine heftige, scharfe, schroffe Entgegnung
das forderte seine Entgegnung heraus
als Entgegnung (darauf) führte er einige Beispiele an
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gegen · gen · entgegen · entgegnen · Entgegnung · Gegenfüßler · Gegengift · Gegensatz · gegenseitig · Gegenstand · gegenständlich · Gegenstück · Gegenwart · gegenwärtig · vergegenwärtigen · gegenüber · Gegenüber
gegen Präp. ‘wider (zur Abwehr von, zum Schutz vor), in Richtung auf, in Beziehung auf, fast, annähernd, im Austausch für’, ahd. gagan, gegin Präp. Adv. (9. Jh.), gagani, gegini Adv. (9. Jh.), mhd. gegen Präp., gegen(e), gagen(e) Adv., kontrahiert gein, gēn (daraus als Richtungsangabe nhd. gen Präp. asächs. gegin-, mnd. jēgen, mnl. jeghen(s), nl. jegens, aengl. gegn, gēn Adv., anord. gegn Präp. Adv. (germ. *gagna-, *gegni-) ist, da außergerm. Vergleichsmöglichkeiten fehlen, etymologisch ungeklärt. gegen gibt ursprünglich die Richtung an ‘auf etw. zu, auf etw. hin’ (räumlich gegen den Baum laufen, zeitlich gegen Abend), dann auch das Verhältnis zu Menschen oder Sachverhalten (gütig gegen alte Leute, empfindlich gegen Kälte). Daraus entwickelt sich eine Bedeutung ‘wider’ im Sinne eines absichtlichen Entgegenwirkens, einer Feindseligkeit (gegen jmdn. kämpfen, gegen jeden Versöhnungsversuch sein). Häufig in nominalen Zusammensetzungen, z. B. für die entsprechende Erwiderung eines Vorgangs (Gegendruck, -gruß, -wirkung), einer feindlichen Absicht (Gegenwehr, -stoß), für Personen und Sachverhalte, die einander völlig (Gegenbild, -stück), rivalisierend (Gegenkönig, -spieler, -partei) oder in umgekehrtem Sinne, also gegenläufig (Gegenrichtung, -strömung, -rhythmus) entsprechen. entgegen Adv. ‘in Richtung auf’, Präp. ‘im Gegensatz zu’, ahd. ingagan, ingegin Präp. ‘gegen, entgegen’ (8. Jh.), ingagani, ingegini Adv. (um 800), mhd. engegen Präp., engegen(e), engagen(e) Adv., asächs. angegin, aengl. (westsächs.) ongēan, ongēn, (angl.) angægn, ongegn, engl. again; im Nhd. an das Präfix ↗ent- (s. d.) angelehnt; dazu entgegnen Vb. ‘erwidern, antworten’ (16. Jh.); vgl. dagegen ahd. ingaganen, ingeginen ‘entgegenkommen, empfangen, zurückkehren’ (9. Jh.), mhd. engegenen ‘begegnen’; Entgegnung f. ‘Erwiderung’ (19. Jh.). Gegenfüßler m. ‘auf dem entgegengesetzten Punkt der Erdkugel lebender Mensch’, übertragen ‘Widersacher’, Übersetzung (17. Jh.) von ↗Antipode (s. d.); älter gegenfüßig (16. Jh.). Gegengift n. ‘einem anderen Gift entgegenwirkendes Gift’, Übersetzung (17. Jh.) von mfrz. frz. contrepoison oder unmittelbar von diesem zugrundeliegenden griech.-lat. antidotum (s. ↗Antidot). Gegensatz m. ‘das Entgegengesetzte, Widerspruch, Kontrast, Feindschaft’, zuerst (15. Jh.) in der Rechtssprache ‘Gegenbehauptung, -argumentation’. gegenseitig Adj. ‘wechselseitig, beiderseitig’ (18. Jh.), anfangs ‘auf der entgegengesetzten Seite befindlich, der Gegenpartei angehörend’. Gegenstand m. ‘Ding, Thema, Angelegenheit’, zuerst ‘Widerstand’ (16. Jh.), ‘Gegensatz’, auch ‘das Entgegenstehende’ (17. Jh.), dann (Ende 17. Jh.) Übersetzung von Objekt bzw. lat. obiectum in philosophischer Sprache, davon ausgehend die heutige allgemeine Verwendung; gegenständlich Adj. um 1800 für objektiv, heute im Sinne von ‘dinglich, konkret’ als Gegensatz zu begrifflich. Gegenstück n. ‘etw. Entsprechendes, Passendes’, auch ‘Gegenteil’, Übersetzungswort (18. Jh.) von ↗Pendant (s. d.). Gegenwart f. ‘Jetztzeit, Anwesenheit, Dasein’, ahd. gaganwart, geginwart (9. Jh.), mhd. gegenwart; vgl. auch ahd. gaganwerta (8. Jh.), gaganwertī, geginwertī (8. Jh.), gaganwurti (10. Jh.), mhd. gegenwurt, -würte ‘Gegenwart, Anblick, Angesicht’; zum zweiten Kompositionsglied s. ↗-wärts. Seit dem 19. Jh. grammatischer Terminus für ↗Präsens (s. d.), wofür älter gegenwürtig(e) Zeit (um 1400), die gegenwärtige Zeit oder die Gegenwart (Campe 1801); gegenwärtig Adj. ‘in der Gegenwart lebend, augenblicklich, jetzig’, ahd. gaganwertīg, geginwertīg (9. Jh.), mhd. gegenwertec, -würtec; vergegenwärtigen Vb. ‘(sich) deutlich in der Gegenwart vorstellen’ (17. Jh.), zu gegenwärtigen (15. Jh.). gegenüber Adv. Präp. ‘auf der anderen Seite, im Hinblick auf, gegen, zu’, aus gegen und ↗über (s. d.) zusammengewachsen (16. Jh.), anfangs daher getrennt geschrieben mit dem abhängigen (von der Präp. gegen regierten) Kasus zwischen beiden Bestandteilen (noch im 18. Jh. gegen ihm über); substantiviert Gegenüber n. ‘das oder der auf der anderen Seite Befindliche’ (um 1800), nach frz. le vis-à-vis.

Thesaurus

Synonymgruppe
Antwort · ↗Auskunft · Entgegnung · ↗Erwiderung · Gegenbemerkung · ↗Gegenrede · ↗Reaktion · ↗Responsion · ↗Rückmeldung · Rückäußerung · ↗Widerrede  ●  ↗Konter  ugs. · ↗Replik  fachspr.
Unterbegriffe
  • Melderegisterauskunft  ●  Meldeauskunft  österr.
Assoziationen
Synonymgruppe
(ein) Aber · ↗Beanstandung · ↗Einspruch · ↗Einwendung · Entgegnung · ↗Gegenargument · ↗Gegenstimme · ↗Protest · ↗Reklamation · ↗Vorbehalt · ↗Widerrede · ↗Widerspruch  ●  ↗Einsprache  österr., schweiz. · ↗Einwand  Hauptform · ↗Rekurs  österr., schweiz. · ↗Intervention  fachspr.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angriff Artikel Ausführung Einwand Flut Gelegenheit Kritik Regierungserklärung Schrift Vorwurf antworten ausführlich direkt drucken formulieren heftig kritisch lauten polemisch provozieren sachlich scharf schlagfertig veranlassen verfassen veröffentlichen Äußerung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Entgegnung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch die mögliche Entgegnung, wirkliche Literatur habe sich noch nie so toll verkauft, zieht nicht.
Süddeutsche Zeitung, 18.10.1997
Nach solcher Entgegnung schritt der englische Ausfrager fast immer wortlos weiter.
Grimm, Hans: Volk ohne Raum, München: Langen 1932 [1926], S. 904
Ein mitleidsvoll-kühler Blick und eine höflich abweisende Antwort sind die treffende Entgegnung auf ein derart aufdringliches Verhalten.
Smolka, Karl: Gutes Benehmen von A - Z. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1957], S. 18886
Und niemand wird hoffentlich noch albern genug sein zur Entgegnung: das sei eine Sache des Geschmacks.
Rubiner, Ludwig: Maler bauen Barrikaden. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1914], S. 16748
Leider verbot die Geschäftsordnung eine sofortige ausführliche Entgegnung auf diese Behauptung.
Völkischer Beobachter (Bayernausgabe), 04.03.1930
Zitationshilfe
„Entgegnung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Entgegnung>, abgerufen am 17.07.2019.

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