Emigrant, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Emigranten · Nominativ Plural: Emigranten
Aussprache
WorttrennungEmi-grant · Emig-rant (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Emigrant‹ als Erstglied: ↗Emigrantenkreis · ↗Emigrantenliteratur · ↗Emigrantenlos · ↗Emigrantenorganisation · ↗Emigrantenschicksal · ↗Emigrantentum · ↗Emigrantenzeit · ↗Emigrantenzeitung · ↗Emigrantin
eWDG, 1967

Bedeutung

jmd., der emigriert ist
Beispiele:
ein politischer, deutscher, französischer Emigrant
ein Heer von Emigranten musste das Vaterland verlassen
die Emigranten kehrten zurück
es ist mir nicht an der Wiege gesungen worden, daß ich meine höheren Tage als Emigrant, zu Hause enteignet und verfemt, in tief notwendigem politischem Protest verbringen würde [Th. Mann12,755]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Emigrant · emigrieren · Emigration
Emigrant m. ‘Auswanderer’, besonders wer seine Heimat verläßt, um politischem Druck zu entgehen; aus dem Part. Präs. lat. ēmigrāns (Genitiv ēmigrantis) von lat. ēmigrāre (s. unten) Anfang 17. Jh. entlehnt und ebenso wie emigrieren zunächst im Zusammenhang mit der Vertreibung der kärntnischen und steirischen Protestanten gebraucht. emigrieren Vb. ‘auswandern’ (aus politischen Gründen), aus lat. ēmigrāre (ē ‘aus’ und migrāre ‘wandern’), Anfang 17. Jh. aufkommend. Emigration f. ‘Auswanderung’, aus gleichbed. lat. ēmigrātio (Genitiv ēmigrātiōnis) entlehnt (Mitte 17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Aussiedler · ↗Auswanderer · Emigrant · ↗Flüchtling · Heimatloser · ↗Umsiedler
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Daheimgebliebene Dissident Nachkomme Nazizeit Vermächtnis Weltbürger Widerstandskämpfer Widerständler antifaschistisch böhmisch deutsch-jüdisch deutschstämmig heimgekehrt heimkehrend inner jugoslawisch jüdisch kommunistisch kubanisch mittellos polnisch russisch russisch-jüdisch russischsprachig staatenlos tschechisch ungarisch weißrussisch zurückgekehrt zurückkehrend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Emigrant‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zudem entdeckten gerade die Kinder der Emigranten die deutsche Literatur der ersten dreißig Jahre des 20.
Der Tagesspiegel, 13.07.2000
Ein Jahrzehnt später machte er als staatenloser Emigrant andere Erfahrungen.
Süddeutsche Zeitung, 24.04.1999
Bereits Ende 1933 hielten sich annähernd 30000 der bis dahin insgesamt 65000 deutschen Emigranten in Frankreich auf.
Kreuter, Maria-Luise: Emigration. In: Enzyklopädie des Nationalsozialismus, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1997], S. 650
Schon ab 1938 begannen hellsichtige Emigranten das Land zu verlassen.
Wittmann, Reinhard: Geschichte des deutschen Buchhandels. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1991], S. 7748
Diese Emigranten haben wieder mal maßlos übertrieben - der Mann ist doch sehr manierlich!
Tucholsky, Kurt: An Hedwig Müller, 02.12.1934. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1934], S. 16328
Zitationshilfe
„Emigrant“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Emigrant>, abgerufen am 25.04.2019.

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