Ellbogen, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Nebenform Ellenbogen · Substantiv (Maskulinum)
WorttrennungEll-bo-gen ● El-len-bo-gen (computergeneriert)
WortzerlegungElleBogen1
Wortbildung mit ›Ellbogen‹ als Erstglied: ↗Ellbogenfreiheit · ↗Ellbogengelenk · ↗Ellbogengesellschaft · ↗Ellbogengewalt · ↗Ellbogenmensch · ↗Ellbogenparade · ↗Ellbogenpolitik · ↗Ellbogenrecht · ↗Ellbogenstütze · ↗Ellbogentaktik · ↗Ellenbogenfreiheit · ↗Ellenbogengelenk · ↗Ellenbogengesellschaft · ↗Ellenbogengewalt · ↗Ellenbogenmensch · ↗Ellenbogenparade · ↗Ellenbogenpolitik · ↗Ellenbogenrecht · ↗Ellenbogenstütze · ↗Ellenbogentaktik
 ·  mit ›Ellbogen‹ als Letztglied: ↗Tennisellbogen · ↗Tennisellenbogen
eWDG, 1967

Bedeutung

vorspringender Knochenfortsatz der Elle, der am Gelenk zwischen Oberarm und Unterarm liegt
Beispiele:
jmdn. mit dem Ellbogen anstoßen
jmdn. beim Ellbogen nehmen
die Ellbogen aufstützen, auf den Tisch legen
beide Ellbogen auf die Knie stützen
sich auf dem rechten Ellbogen aufrichten
die Ellbogen andrücken
die Ellbogen standen spitz und böse heraus [KasackStadt321]
daß sie die eine Hand in die Tasche gesteckt hat, etwas gezwungen, mit gewinkeltem Ellbogen [FalladaBlechnapf446]
Leutnant (mit gewinkeltem Ellenbogen) [F. WolfMatrosen3]
übertragen seine Ellbogen (ge)brauchenrücksichtslos vorgehen
Beispiele:
er hat keine Ellbogen (= kann sich nicht durchsetzen)
etw. erfordert Ellbogen (= Rücksichtslosigkeit)
darum werde ich rascher vorankommen, ohne die Ellbogen zu brauchen [NossackSpirale101]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Elle · Ellenbogen · Ellbogen · Ell(en)bogenfreiheit · ellenlang
Elle f. ‘Unterarmknochen’, seit alters eines der gebräuchlichsten natürlichen Längenmaße. Die germ. Wortformen weisen auf einen ursprünglich kurzen Mittelvokal in ahd. (8. Jh.), asächs. elina ‘Unterarm’, mhd. el(li)ne, el(le)n, el(l)e, mnd. ēle, mnl. elle, elne, nl. el, aengl. eln, engl. ell (nur Längenmaß), anord. alin, ǫln; Länge des Vokals begegnet in got. aleina, so daß sich für das Germ. eine Ausgangsform ie. *olī̌nā erschließen läßt. Auf diese bzw. eine modifizierte Form gehen auch griech. ōlénē (ὠλένη) ‘Ellenbogen’, lat. ulna ‘Ellenbogen, der ganze Arm’, air. uilenn ‘Winkel’ zurück. Zugrunde liegt die Wurzel ie. *el- ‘gebogen, biegsam’ bzw. eine Erweiterung ie. *elē̌(i)-, *lē̌i- (s. ↗Glied), wobei der anlautende Vokalmeist der o-Stufe angehört. Hierher auch (mit anderer Bildungsweise) aind. aratníḥ ‘Ellenbogen’. Der Vergleich mit den außergerm. Sprachen erweist ‘Ellenbogen’ als die ursprüngliche Bedeutung von ie. *olī̌nā; der Unterarm ist in den germ. Sprachen also nach dem mit ihm verbundenen Gelenk benannt. In dem mit dem Sing. gleichlautenden Plur. mhd. ellen wird das auslautende -n als Pluralzeichen empfunden, so daß ein neuer Sing. mhd. elle, nhd. Elle entsteht. Die alte Form setzt sich fort in Ellenbogen neben Ellbogen m. ‘Gelenk zwischen Ober- und Unterarm’, ahd. elinbogo ‘Ellenbogen, Unterarm’ (8. Jh.), mhd. el(l)enboge, mnd. ēlenbōge, nl. elleboog, aengl. el(n)boga, engl. elbow, anord. ǫl(n)bogi, eigentlich ‘Unterarmbiegung, -krümmung’ (s. ↗Bogen). Ell(en)bogenfreiheit f. ‘genügend Spielraum, um die Ellenbogen frei bewegen zu können’ (um 1800), übertragen Ellbogenfreiheit (‘Durchsetzungsvermögen’) haben (Mitte 19. Jh.). ellenlang Adj. ‘sehr lang’, mhd. ellenlanc.

Thesaurus

Synonymgruppe
Ellbogen · Ellenbogen
Oberbegriffe

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Schülerinnen der Maria-Ward-Schule richten die Servietten auf ihrem Schoß, halten die Ellbögen vom Tisch und blicken auf die Forellen auf den Tellern.
Süddeutsche Zeitung, 24.11.2003
Natürlich fahren ambitionierte Radler nicht die langweilige Bundesstraße, sondern die Alte Römerstraße, über die Dörfer Aldrans und Ampass und Patsch und Ellbögen bis Matrei.
Süddeutsche Zeitung, 07.10.2003
Zitationshilfe
„Ellbogen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Ellbogen>, abgerufen am 18.09.2019.

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