Eintracht, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Eintracht · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungEin-tracht
Wortbildung mit ›Eintracht‹ als Erstglied: ↗einträchtig
eWDG, 1967

Bedeutung

Übereinstimmung in der Gesinnung, Einigkeit, Einmütigkeit
Beispiele:
in brüderlicher, schwesterlicher, bester, völliger, vorbildlicher Eintracht leben, zusammenstehen, handeln
ihre Eintracht war sprichwörtlich geworden
die Eintracht stören
die Mutter hatte wieder Eintracht unter den Kindern geschaffen, gestiftet
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Eintracht · einträchtig · einträchtiglich · Einträchtigkeit · Zwietracht · zwieträchtig
Eintracht f. ‘Übereinstimmung (im Denken und in der Gesinnung), Einmütigkeit, Einigkeit, Verträglichkeit’. Im 14. Jh. in der Rechtssprache auftretendes mnd. ēndracht und mhd. (nur md.) eintraht ‘Übereinkunft, Absprache, Vertrag’ ist abgeleitet von mnd. (over)ēndrāgen, (over)ēndrēgen, älter över ēn, in ēn drāgen (mhd. über ein tragen) ‘übereinkommen, -stimmen, sich vertragen, beschließen, vereinbaren’; vgl. frühnhd. übereintragen, nl. overeendragen; s. ↗ein Num. und ↗tragen, ↗Tracht. Eintracht dringt erst im 16./17. Jh. (wesentlich später als einträchtig und Einträchtigkeit, s. unten) vom nd.-md. Sprachgebiet ins Obd. vor. einträchtig Adj. ‘einmütig, friedlich’, mnd. ēndrachtich, ēndrechtich, mhd. (nur md.) eintrehtec (13. Jh.), seit dem 15. Jh. auch obd.; etwa gleich alt ist die Bildung mit Doppelsuffix einträchtiglich Adv. mnd. ēndrachtichlīk, spätmhd. eintrehteclīche. Einträchtigkeit f. mnd. ēndrachtichēt, ēndrechtichēt, mhd. eintrehtecheit (14. Jh.), im 15. Jh. ins Obd. vordringend. Zwietracht f. ‘Uneinigkeit, Zwist’, mnd. twēdracht, twīdracht, mhd. zwitraht (um 1300), abgeleitet von mnd. twēdrāgen, twēdrēgen, entwey drāgen, drēgen, mhd. enzweitragen ‘uneins sein, sich entzweien’; wie Eintracht vom Nd.-Md. ausgehend, jedoch früher auf das Obd. übergreifend. Geläufig in der Verbindung Zwietracht säen ‘Unfrieden stiften’, die lat. discordiās serere folgt. zwieträchtig Adj. ‘uneinig’, mnd. twēdrachtich, mhd. zwitrehtic (14. Jh.). Die ganze Wortgruppe wird vom heutigen Sprachgefühl aus zu ↗trachten (s. d.) gestellt.

Thesaurus

Synonymgruppe
Einheit · ↗Einigkeit · ↗Einssein · Eintracht · ↗Harmonie · ↗Übereinstimmung  ●  Friede-Freude-Eierkuchen  ugs. · eitel Sonnenschein  ugs.
Assoziationen
  • (auf) gut Wetter machen · gespielte Harmonie  ●  Schalmeienklänge  fig. · Eiapopeia  ugs. · Friede, Freude, Eierkuchen  ugs. · Heiteitei  ugs.
  • (sich gegenseitig) nicht weh tun (wollen) · ↗harmoniebedürftig · harmonieorientiert · ↗konfliktscheu · mag keinen Streit  ●  harmoniesüchtig  abwertend
  • Gemeinschaftlichkeit · ↗Miteinander · ↗Zusammenleben  ●  Miteinander-Klarkommen  ugs.
Synonymgruppe
Einhelligkeit · ↗Einigkeit · ↗Einklang · ↗Einmütigkeit · ↗Einstimmigkeit · Eintracht · ↗Einvernehmen · ↗Gleichgestimmtheit · ↗Harmonie · ↗Konformismus · ↗Konformität · ↗Konsensus · ↗Zustimmung · ↗Übereinkommen · ↗Übereinstimmung  ●  ↗Konsens  fachspr. · traute Harmonie  geh., ironisch
Assoziationen
Antonyme
  • Eintracht

Typische Verbindungen
computergeneriert

1-Sieg Abstieg Amateur Eintracht Frankfurter Friede Frieden Fußballer Fußballprofi Harmonie Heimspiel Phönix Schatzmeister Versöhnung Volleyballer Waldstadion Zwietracht absteigen brüderlich bürgerlich demonstrativ friedlich herrschen hold national selten traut ungeschlagen ungewohnt zwieträchtig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Eintracht‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit der Führung im Rücken ließ Bayer es fortan ruhiger angehen und die Eintracht kommen.
Die Zeit, 23.10.2008, Nr. 43
Gestern Abend stellte die Eintracht eine gewisse hierarchische Ordnung wieder her.
Der Tagesspiegel, 09.08.2003
Wenn ich nicht wäre, würden sie in schönster Eintracht leben.
Brussig, Thomas: Helden wie wir, Berlin: Verl. Volk und Welt 1996 [1995], S. 30
Auf dem Gebiet der menschlichen Organisation verlangten sie nach der Eintracht und Einheit der irdischen Stadt.
Garin, Eugenio: Die Kultur der Renaissance. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 4986
Sie gelten als schwer ertragbar, der Whisky ist zu billig, zu viel Ruhe ist da, zu viel Eintracht.
Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 3, Berlin: Aufbau-Verl. 1956, S. 15
Zitationshilfe
„Eintracht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Eintracht>, abgerufen am 19.09.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Eintopfgericht
Eintopfessen
eintopfen
Eintopf
Eintönigkeit
einträchtig
Einträchtigkeit
einträchtiglich
Eintrag
eintragen