Einfachheit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Einfachheit · Nominativ Plural: Einfachheiten · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungEin-fach-heit
Grundformeinfach2
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Schlichtheit
Beispiele:
die Einfachheit der Kleidung
die Einfachheit der Lebensweise, Kost
die Einfachheit eines Bauwerkes
eine klassische, spartanische, biblische, schöne, rührende Einfachheit
Sie war eine korpulente Dame mit ... einem schwarz und hellgrau gestreiften Kleide ohne Schmuck, das Einfachheit und Bescheidenheit verriet [Th. MannBuddenbrooks1,6]
2.
Unkompliziertheit
Beispiele:
die Einfachheit dieser Lösung, eines Tricks erstaunte alle
Wir knallten ihn dann der Einfachheit halber gleich ab [SeghersDie Toten6,230]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

einfach · Einfachheit · vereinfachen
einfach Adj. ‘einmalig, schlicht, bescheiden, ohne Mühe’, Anfang des 15. Jhs. gebildet analog älterem mhd. zwivach, viervach, manecvach (s. ↗-fach, ↗mannigfach). Vom 16. Jh. an verdrängt einfach im Sinne von ‘einmalig, nur einmal gemacht, nicht doppelt oder mehrmals vorhanden’ das ältere, ursprünglich gleichbed. einfalt, ↗einfältig (s. d.); daneben entwickelt es bereits im 16. Jh. die Bedeutung ‘schlicht, bescheiden, ungekünstelt’ und steht später auch für ‘unkompliziert, leicht zu begreifen, mühelos zu machen’, in partikelhaftem adverbiellem Gebrauch semantisch abgeschwächt zu ‘ganz offensichtlich, ganz ohne Umschweife’. Einfachheit f. ‘Schlichtheit, Unkompliziertheit, Leichtigkeit’ (Anfang 18. Jh.). vereinfachen Vb. ‘einfacher machen’ (Goethe 1775).

Thesaurus

Architektur
Synonymgruppe
Bescheidenheit · Einfachheit · ↗Funktionalität · ↗Nüchternheit · ↗Schlichtheit · ↗Schmucklosigkeit · ↗Schnörkellosigkeit · ↗Simplizität  ●  ↗Sparsamkeit  fig. · ↗Kargheit  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anspruchslosigkeit Bescheidenheit Direktheit Ehrlichkeit Eleganz Klarheit Komplexität Kompliziertheit Monumentalität Natürlichkeit Raffinement Reinheit Schlichtheit Sparsamkeit Strenge Unmittelbarkeit Zweckmäßigkeit archaisch bestechen bestechend entwaffnend erhaben genial grandios größtmöglich kunstvoll raffiniert spartanisch trügerisch verblüffend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Einfachheit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In Wirklichkeit ist Einfachheit nur eine andere Form von Komplexität.
Süddeutsche Zeitung, 29.05.2002
Doch hier ist es mit der Einfachheit auch schon fast getan.
Der Tagesspiegel, 17.12.1998
Mehrere Schriftsteller bezeugen die Einfachheit des Tisches in alter Zeit.
Bauer, Hans: Tisch und Tafel in alten Zeiten, Leipzig: Koehler & Amelang 1967, S. 27
Das Denken kreist bei jedem um den gleichen Zirkel von tödlicher Einfachheit.
Bauer, Josef Martin: So weit die Füße tragen, Frankfurt a.M: Fischer 1960 [1955], S. 260
Immer sind helle Farben bevorzugt, und die größte Einfachheit entspricht dem Charakter des Tages am besten.
Schramm, Hermine [d.i. Meißner, Hermine]: Das richtige Benehmen in der Familie, in der Gesellschaft und im öffentlichen Leben. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1930], S. 6624
Zitationshilfe
„Einfachheit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Einfachheit>, abgerufen am 26.04.2019.

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