Eindruck, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Eindruck(e)s · Nominativ Plural: Eindrücke
Aussprache
WorttrennungEin-druck (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Eindruck‹ als Erstglied: ↗eindruckslos · ↗eindrucksvoll · ↗eindrücklich
 ·  mit ›Eindruck‹ als Letztglied: ↗Einzeleindruck · ↗Farbeindruck · ↗Gefühlseindruck · ↗Gesamteindruck · ↗Haupteindruck · ↗Jugendeindruck · ↗Kindheitseindruck · ↗Natureindruck · ↗Reiseeindruck · ↗Sinneseindruck · ↗Stiefeleindruck
 ·  mit ›Eindruck‹ als Grundform: ↗beeindrucken
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Wirkung, die etw., jmd. auf jmdn. ausübt, ausgeübt hat
Beispiele:
das Stück hinterließ bei der Premiere einen starken, tiefen, nachhaltigen, bleibenden, unauslöschlichen, mächtigen, unvergesslichen, nur einen oberflächlichen, schwachen Eindruck
auf einer Reise neue, frische, reiche Eindrücke sammeln, empfangen, in sich verarbeiten
bei der ersten Bekanntschaft macht er zunächst einen guten, intelligenten, ausgezeichneten, (un)günstigen, schlechten, ungesunden Eindruck
sie machte auf alle einen angenehmen, zerstreuten, niedergeschlagenen, peinlichen, unordentlichen, fremdartigen Eindruck
der erste Eindruck ist entscheidend
man darf nicht nach dem ersten Eindruck urteilen
welchen Eindruck hast du von dem Stück, von ihm? (= wie hat das Stück, wie hat er auf dich gewirkt?)
etw., jmd. erweckt den Eindruck großer Zuverlässigkeit, ruft den Eindruck der Verlässlichkeit hervor
dieser Eindruck bleibt, wird haften, hat sich im Laufe der Zeit noch verstärkt, vertieft, hat sich allmählich verwischt, abgeschwächt, verbessert, ist langsam verblasst, verschwunden
der Eindruck entstand, er wolle das nicht
seine Worte verfehlten ihren Eindruck auf die Zuhörerschaft nicht
jmd. gewinnt den (bestimmten, überzeugenden) Eindruck, dass ...
er konnte den Eindruck nicht loswerden, sie habe gelogen
ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass ...
wir standen noch lange unter dem Eindruck des schrecklichen Ereignisses
salopp jmd. will (bei jmdm.) Eindruck schinden (= will vor jmdm. vorteilhaft wirken)
ich hoffe, Sie haben keinen falschen Eindruck bekommen [BrechtGuter Mensch2]
es blieb nicht ohne Eindruck auf sie, daß ein Wesen ihr unter Gefahren Aufmerksamkeiten darbrachte [MusilMann509]
2.
das Eingedrückte, die hinterlassene Spur
Beispiele:
tiefe Eindrücke im Schnee, Sand, Lehm, auf dem Gartenweg hinterlassen
das Kissen zeigte noch den Eindruck, wo sie ihren Arm gestützt hatte [Storm4,163]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

drücken · Drückeberger · Druck2 · eindrücken · Eindruck · Drücker · ausdrücken · Ausdruck · ausdrücklich · bedrücken · unterdrücken · Unterdrückung · Unterdrücker
drücken Vb. ‘pressen, belasten, bedrängen’. Bis ins 17. Jh. daneben gleichbed. umlautloses obd. ↗drucken (s. d.). Ahd. thrucken ‘pressen, bedrücken, quälen, bedrängen’ (9. Jh.), mhd. drücken, drucken ‘(be)drängen, pressen, auspressen, sich drängen’, mnd. drücken, mnl. drucken, nl. drukken, aengl. þryccan ‘zerdrücken, drängen, beleidigen, unterdrücken’, schwed. trycka ‘drücken, drucken’ sind Intensivbildungen (germ. *þrukkjan) zu einer Weiterbildung der Verbalwurzel germ. *þrūg-, die innerhalb des Germ. auch in anord. þrūga ‘drohen, unterdrücken, nötigen’ überliefert ist. Mit verwandtem lit. trū́kti ‘entzweireißen, zerspringen, bersten’ stellen sich die germ. Formen zu ie. *treuk-, *trū̌k-, einer zweifachen Erweiterung der Wurzel ie. *ter(ə)- ‘reiben, drehend reiben’, auf die auch ↗drehen und ↗drohen zurückgehen (s. d.). Drückeberger m. ‘wer sich heimlich (vor einer Arbeit) davonmacht, eine Aufgabe nicht übernimmt’ (19. Jh.), scherzhafte Bildung nach dem Typ der Herkunftsnamen auf -berger (vgl. Perleberger ‘einer aus Perleberg’, s. auch ↗Schlauberger), zu sich drücken ‘sich heimlich davonmachen’ (13. Jh.). Druck2 m. ‘das Drücken, Zwang, Belastung’, modern als technischer Terminus in Luft-, Wasser-, Überdruck u. a.; ahd. thruc ‘Druck, Einwirkung’ (um 1000), mhd. druc ‘Druck, feindliches Zusammenstoßen’. eindrücken Vb. ‘eine Spur hinterlassen, einprägen, durch Druck zerstören’, ahd. inthrucken ‘etw. mit Druck einprägen, aufdrücken’ (Hs. 12. Jh.), mhd. īndrucken; für geistige Beeinflussung und Wirkung ist heute beeindrucken üblich (seit etwa 1900). Daraus rückgebildet Eindruck m. ‘Druckspur, Einwirkung auf Fühlen und Denken’, mhd. īndruc ‘Empfindung, nachhaltige Wirkung’, bei den Mystikern gebräuchlich, danach häufig seit dem 18. Jh. (einen guten, tiefen Eindruck ‘Wirkung’ machen, hinterlassen). Drücker m. ‘mechanische Vorrichtung, Handhabe zur Ausübung von Druck’ (17. Jh.), dann ‘Bedienungsknopf zur Herstellung eines elektrischen Kontaktes’; vgl. dagegen mhd. drücker ‘Unterdrücker’, so noch im 19. Jh., dann abgelöst von Unterdrücker (s. unten). ausdrücken Vb. ‘auspressen, (in Worten) darstellen’, mhd. ūʒdrücken ‘auspressen’; seit dem 15. Jh. ‘in Worte fassen, aussprechen’ (Luther: mit ausgedruckten Worten für lat. expressis verbis); im 16. Jh. wird das Part. Prät. ausgedruckt häufig für heutiges ausdrücklich (s. unten) verwendet. Das 18. Jh. verbindet ausdrücken (und Ausdruck) mit dem Sichtbarwerden von Gefühl und seelischer Reaktion und bezieht es auf künstlerische Gestaltung und Formgebung. Ausdruck m. ‘äußerliches Zeichen inneren Geschehens, Erlebens’, spätmhd. ūʒdruc, seit dem 18. Jh. ‘die Art zu sprechen’, auch ‘Redensart, Wort, (künstlerische) Gestaltung’. ausdrücklich Adj. ‘betont, deutlich, klar’ (16. Jh.). bedrücken Vb. ‘belasten’, ahd. bithrucken ‘schänden, niederdrücken, unterdrücken’ (10. Jh.), mhd. bedrücken ‘niederdrücken, überwältigen’. unterdrücken Vb. ‘niederhalten, unterjochen, gewaltsam beherrschen’, mhd. underdrücken ‘nach unten drücken, unterjochen, unterwerfen’; Unterdrückung f. ‘Unterwerfung, (gewaltsame) Beherrschung’ (15. Jh.); Unterdrücker m. (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Anmutung · Eindruck · ↗Impression
Assoziationen
Synonymgruppe
(einzelner) Fußabdruck · ↗Abdruck · Eindruck · Pfotenabdruck · Trittsiegel
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

aufdrängen bestätigen bleibend entgegentreten entstehen erst erwecken erzeugen falsch fatal gewinnen hervorrufen hinterlassen loswerden machen nachhaltig optisch positiv schinden stark subjektiv tief täuschen verfestigen vermeiden vermitteln verschaffen verstärken verwischen zwiespältig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Eindruck‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich habe den Eindruck, daß sich jetzt eine vernünftige Lösung abzeichnet, mit der wir einverstanden sein können.
Die Zeit, 14.03.1986, Nr. 11
Wir stehen also unter dem Eindruck, daß dieser Ruf um Hilfe von Wien aus an uns gerichtet wird.
o. A.: Einhundertsiebenundfünfzigster Tag. Dienstag, 18. Juni 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 5613
Die Arbeit erweckt den Eindruck eines viel zu weit gehenden Schematisierens.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1927, S. 881
Der dritte Abend brachte mir den bisher stärksten Eindruck dieses Winters.
Tucholsky, Kurt: Drei Abende. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1921]
Das Element des Ästhetischen ist das »Verweilen beim Eindruck als solchen«.
Eisler, Rudolf: Philosophen-Lexikon. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1912], S. 14058
Zitationshilfe
„Eindruck“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Eindruck>, abgerufen am 19.05.2019.

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