Eigentum, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Eigentums · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungEi-gen-tum (computergeneriert)
WortzerlegungEigen-tum
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
das, was jmdm. gehört
Synonym zu Besitz
Beispiele:
das Häuschen ist sein Eigentum
mein persönliches, rechtmäßiges, unbestrittenes, geistiges Eigentum
er hat sich an fremdem Eigentum vergriffen (= hat gestohlen)
das private, staatliche, genossenschaftliche, gesellschaftliche Eigentum
das öffentliche Eigentum an den Produktionsmitteln
die Bildung von Eigentum
der Schutz des Eigentums
die in das Eigentum des Volkes übergegangenen Vermögenswerte
das Eigentum achten, schützen, garantieren
sein Eigentum (ver)mehren
jmds. Eigentum verletzen, schädigen
etw. als, zum Eigentum haben
etw. als sein Eigentum beanspruchen
das ist jetzt mein Eigentum, ist in mein Eigentum übergegangen
um sein Eigentum bangen
an seinem Eigentum hängen
sich von seinem Eigentum nicht trennen können
Jura rechtliche Herrschaft über eine Sache
2.
veraltet Landbesitz, Grundbesitz
Beispiel:
Er besaß ein hübsches Eigentum am See, Häuschen, Hof, Garten und etwas Land [G. Hauptm.4,7]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

eigen · Eigen · eigens · eigentlich · Eigenheit · Eigenschaft · Eigenschaftswort · Eigentum · Eigentümer · eigentümlich · Eigenbrötler · Eigenname · eigensinnig · Eigensinn
eigen Adj. ‘jmdm. (als Besitz) gehörend’, dann ‘einer Person oder Sache ausschließlich zukommend, für sie charakteristisch’ und daher auch ‘von besonderer Art, seltsam’, ahd. eigan (8. Jh.), mhd. eigen, asächs. ēgan, mnd. ēgen, mnl. eighen, eighijn, nl. eigen, afries. ēgen, ēin, aengl. āgen, engl. own, anord. eiginn, schwed. egen (got. nur aigin n. ‘Eigentum’, s. unten Eigen), ursprünglich Part. Prät. eines gemeingerm. Präteritopräsens mit der Bedeutung ‘haben, besitzen’, ahd. eigan, mhd. (vereinzelt) eigen, asächs. ēgan, aengl. āgan, engl. to own, anord. eiga, schwed. äga, got. *aigan (1. Pers. Sing. aih mit gammatischem Wechsel). Diesem Verb zugrundeliegendes germ. *aig-, *aih- (s. auch ↗Fracht) steht im Ablautverhältnis zu aind. ī́śē (wohl einem ursprünglich reduplizierenden Perfekt *i-iś-ai) ‘hat zu eigen, besitzt, beherrscht’ und läßt sich mit diesem sowie awest. aēšā- ‘Vermögen, Können, Habe, Eigentum’, toch. B aik- ‘kennen, wissen’ auf eine Wurzel ie. *ēik̑- oder *eik̑- ‘zu eigen haben, vermögen’ zurückführen. Absolute Verwendung des partizipialen Adjektivs ‘in Besitz befindlich’ findet sich (in bezug auf Personen) noch in mhd. eigen ‘unfrei’ (wozu leibeigen, s. ↗Leib). Eigen n. ‘Eigentum, Grundbesitz’, ahd. eigan (9. Jh.), mhd. eigen. Die gemeingerm. Substantivierung der neutralen Form des Adjektivs ist auch erhalten in Wendungen wie zu eigen haben, sich zu eigen machen, sein eigen nennen, etw. ist sein eigen, wo eigen jetzt adjektivisch aufgefaßt wird. eigens Adv. ‘besonders, ausdrücklich’ (17. Jh.), zum Adjektiv eigen mit adverbialem -s gebildet (bis Mitte 19. Jh. auch eigends mit dentalem Gleitlaut). eigentlich Adj. ‘ursprünglich, wirklich’, als Adverb ‘in Wirklichkeit, genaugenommen’ und häufig partikelhaft ‘denn, überhaupt’, mhd. eigenlich Adj. ‘eigentümlich, eigen, leibeigen, ausdrücklich’, eigenlīche Adv. ‘als Eigentum, ausdrücklich, bestimmt’; Einfügung des Gleitlauts -t- (wie z. B. in ↗öffentlich, ↗ordentlich, s. d.) vereinzelt schon mhd. und allgemein im Frühnhd. Eigenheit f. ‘auffällige Besonderheit’, mhd. eigenheit ‘Eigenschaft, Eigentümlichkeit’, frühnhd. selten, in pietistischen Schriften des 17./18. Jhs. als ‘Ichbezogenheit, auf die eigene Person gerichteter Sinn’ abgelehnt, seit Ende des 18. Jhs. verbreiteter, besonders im Sinne von ‘Originalität’. Eigenschaft f. ‘charakteristisches Merkmal, Wesenszug’, ahd. eiganscaft (Hs. 12. Jh.), mhd. eigenschaft ‘Eigentum, Eigentümlichkeit’, mhd. auch ‘Leibeigenschaft’; alle diese Bedeutungen noch frühnhd., daneben entsteht aus ‘Eigentümlichkeit’ vom Mhd. an der heutige Sinn; dazu Eigenschaftswort n. als Verdeutschung für ↗Adjektiv (s. d.) von Adelung (1781) eingeführt (statt Beiwort, Gueintz 1641, Gottsched 1730). Eigentum n. ‘was jmdm. gehört’, juristisch (im Unterschied zu ↗Besitz, s. d.) ‘was jmds. rechtlicher Verfügungsgewalt unterliegt’, mhd. eigentuom ‘Eigentum, Besitz’; dazu Eigentümer m. ‘wer rechtmäßig über etw. verfügen kann’ (15. Jh.) und eigentümlich Adj. ‘für eine Person oder Sache charakteristisch’, auch ‘seltsam, merkwürdig’ (16. Jh., zuvor, seit 15. Jh.) ‘jmdm. als Besitz gehörend’. Eigenbrötler m. auch Eigenbrödler ‘Sonderling, Einzelgänger’, literatursprachlich seit dem ersten Viertel des 19. Jhs., zuvor im Alem. ‘einen selbständigen Haushalt führender Junggeselle’ (ursprünglich ‘wer selbst sein Brot bäckt’, vgl. mhd. eigen brōt ‘eigenes Hauswesen’ und frühnhd. einbrodig ‘sein eigenes Brot, seinen eigenen Herd habend’, 15. Jh.). Eigenname m. Benennung eines Individuums, besonders ‘Personenname’; als Kompositum zuerst im 16. Jh. bezeugt (für lat. nōmen proprium, s. auch ↗Name). eigensinnig Adj. ‘auf der eigenen Meinung beharrend, starrköpfig’, spätmhd. eigensinnec ‘aus eigenem Entschluß, freiwillig’; wohl daraus rückgebildet ist Eigensinn m. ‘Starrköpfigkeit’ (vereinzelt vom 16. Jh. an neben der Fügung eigen Sinn, verbreitet seit Anfang 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Besitz · ↗Besitzstand · Eigentum · Geld und Gut · Hab und Gut · ↗Habe · Habseligkeiten · ↗Vermögen  ●  ↗Besitzung(en)  geh. · ↗Siebensachen  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beschlagnahme Besitz Diebstahl Grundrecht Grundstück Produktionsmittel Recht Rückgabe Schutz Sozialpflichtigkeit beschlagnahmen beschlagnahmt enteignet erwerben fremd geistig gemeinschaftlich jüdisch kommunal konfisziert persönlich privat rechtmäßig schützen sozialistisch verpflichten zurückerhalten zurückgeben öffentlich übergehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Eigentum‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Für die nächsten zehn Minuten ist dieses Glas sein Eigentum.
Süddeutsche Zeitung, 23.04.2002
Denn diese Teile der Garage gehören grundsätzlich zum gemeinschaftlichen Eigentum.
Der Tagesspiegel, 25.08.2000
Das Land, das den einheimischen Bauern »zur ständigen individuellen Nutzung überlassen« worden war, wird mit sofortiger Wirkung als deren privates Eigentum anerkannt.
o. A.: 1943. In: Overresch, Manfred u. Saal, Friedrich Wilhelm (Hgg.) Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918-1949, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1983], S. 9729
Wenn die Mutter nachher ruhig mit ihm spricht, hat es durchaus Verständnis für fremdes Eigentum.
Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind – Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 318
Die Portionen, die uns gebracht werden, sind unser Eigentum und wir bezahlen sie.
Baudissin, Wolf von u. Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 28767
Zitationshilfe
„Eigentum“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Eigentum>, abgerufen am 22.10.2019.

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