Eigenschaft, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Eigenschaft · Nominativ Plural: Eigenschaften
Aussprache
WorttrennungEi-gen-schaft
Wortzerlegungeigen-schaft
Wortbildung mit ›Eigenschaft‹ als Erstglied: ↗Eigenschaftenfenster · ↗Eigenschaftswort  ·  mit ›Eigenschaft‹ als Letztglied: ↗Charaktereigenschaft · ↗Doppeleigenschaft · ↗Grundeigenschaft · ↗Haupteigenschaft · ↗Materialeigenschaft · ↗Oberflächeneigenschaft · ↗Persönlichkeitseigenschaft · ↗Produkteigenschaft · ↗Stoffeigenschaft · ↗Struktureigenschaft · ↗Systemeigenschaft
eWDG, 1967

Bedeutung

wesentliches und dauerndes Merkmal
Beispiele:
er hat, besitzt viele gute, liebenswerte, hervorragende, üble, schlechte, schlimme Eigenschaften
seine hervorstechendste Eigenschaft ist sein Humor
eine angeborene Eigenschaft
diese Eigenschaft schätze ich besonders an ihr
in amtlicher Eigenschaft (= dienstlich) sprechen
die natürliche Eigenschaft der Metalle, des Wassers
er prägt sich in dieser Eigenschaft [als schwarzer Mann] ihrer Phantasie ein [KlempererLTI96]
papierdeutsch in der Eigenschaft alsals
Beispiele:
er sprach in der, in seiner Eigenschaft als Leiter des Unternehmens
in meiner Eigenschaft als Hausverwalter
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

eigen · Eigen · eigens · eigentlich · Eigenheit · Eigenschaft · Eigenschaftswort · Eigentum · Eigentümer · eigentümlich · Eigenbrötler · Eigenname · eigensinnig · Eigensinn
eigen Adj. ‘jmdm. (als Besitz) gehörend’, dann ‘einer Person oder Sache ausschließlich zukommend, für sie charakteristisch’ und daher auch ‘von besonderer Art, seltsam’, ahd. eigan (8. Jh.), mhd. eigen, asächs. ēgan, mnd. ēgen, mnl. eighen, eighijn, nl. eigen, afries. ēgen, ēin, aengl. āgen, engl. own, anord. eiginn, schwed. egen (got. nur aigin n. ‘Eigentum’, s. unten Eigen), ursprünglich Part. Prät. eines gemeingerm. Präteritopräsens mit der Bedeutung ‘haben, besitzen’, ahd. eigan, mhd. (vereinzelt) eigen, asächs. ēgan, aengl. āgan, engl. to own, anord. eiga, schwed. äga, got. *aigan (1. Pers. Sing. aih mit gammatischem Wechsel). Diesem Verb zugrundeliegendes germ. *aig-, *aih- (s. auch ↗Fracht) steht im Ablautverhältnis zu aind. ī́śē (wohl einem ursprünglich reduplizierenden Perfekt *i-iś-ai) ‘hat zu eigen, besitzt, beherrscht’ und läßt sich mit diesem sowie awest. aēšā- ‘Vermögen, Können, Habe, Eigentum’, toch. B aik- ‘kennen, wissen’ auf eine Wurzel ie. *ēik̑- oder *eik̑- ‘zu eigen haben, vermögen’ zurückführen. Absolute Verwendung des partizipialen Adjektivs ‘in Besitz befindlich’ findet sich (in bezug auf Personen) noch in mhd. eigen ‘unfrei’ (wozu leibeigen, s. ↗Leib). Eigen n. ‘Eigentum, Grundbesitz’, ahd. eigan (9. Jh.), mhd. eigen. Die gemeingerm. Substantivierung der neutralen Form des Adjektivs ist auch erhalten in Wendungen wie zu eigen haben, sich zu eigen machen, sein eigen nennen, etw. ist sein eigen, wo eigen jetzt adjektivisch aufgefaßt wird. eigens Adv. ‘besonders, ausdrücklich’ (17. Jh.), zum Adjektiv eigen mit adverbialem -s gebildet (bis Mitte 19. Jh. auch eigends mit dentalem Gleitlaut). eigentlich Adj. ‘ursprünglich, wirklich’, als Adverb ‘in Wirklichkeit, genaugenommen’ und häufig partikelhaft ‘denn, überhaupt’, mhd. eigenlich Adj. ‘eigentümlich, eigen, leibeigen, ausdrücklich’, eigenlīche Adv. ‘als Eigentum, ausdrücklich, bestimmt’; Einfügung des Gleitlauts -t- (wie z. B. in ↗öffentlich, ↗ordentlich, s. d.) vereinzelt schon mhd. und allgemein im Frühnhd. Eigenheit f. ‘auffällige Besonderheit’, mhd. eigenheit ‘Eigenschaft, Eigentümlichkeit’, frühnhd. selten, in pietistischen Schriften des 17./18. Jhs. als ‘Ichbezogenheit, auf die eigene Person gerichteter Sinn’ abgelehnt, seit Ende des 18. Jhs. verbreiteter, besonders im Sinne von ‘Originalität’. Eigenschaft f. ‘charakteristisches Merkmal, Wesenszug’, ahd. eiganscaft (Hs. 12. Jh.), mhd. eigenschaft ‘Eigentum, Eigentümlichkeit’, mhd. auch ‘Leibeigenschaft’; alle diese Bedeutungen noch frühnhd., daneben entsteht aus ‘Eigentümlichkeit’ vom Mhd. an der heutige Sinn; dazu Eigenschaftswort n. als Verdeutschung für ↗Adjektiv (s. d.) von Adelung (1781) eingeführt (statt Beiwort, Gueintz 1641, Gottsched 1730). Eigentum n. ‘was jmdm. gehört’, juristisch (im Unterschied zu ↗Besitz, s. d.) ‘was jmds. rechtlicher Verfügungsgewalt unterliegt’, mhd. eigentuom ‘Eigentum, Besitz’; dazu Eigentümer m. ‘wer rechtmäßig über etw. verfügen kann’ (15. Jh.) und eigentümlich Adj. ‘für eine Person oder Sache charakteristisch’, auch ‘seltsam, merkwürdig’ (16. Jh., zuvor, seit 15. Jh.) ‘jmdm. als Besitz gehörend’. Eigenbrötler m. auch Eigenbrödler ‘Sonderling, Einzelgänger’, literatursprachlich seit dem ersten Viertel des 19. Jhs., zuvor im Alem. ‘einen selbständigen Haushalt führender Junggeselle’ (ursprünglich ‘wer selbst sein Brot bäckt’, vgl. mhd. eigen brōt ‘eigenes Hauswesen’ und frühnhd. einbrodig ‘sein eigenes Brot, seinen eigenen Herd habend’, 15. Jh.). Eigenname m. Benennung eines Individuums, besonders ‘Personenname’; als Kompositum zuerst im 16. Jh. bezeugt (für lat. nōmen proprium, s. auch ↗Name). eigensinnig Adj. ‘auf der eigenen Meinung beharrend, starrköpfig’, spätmhd. eigensinnec ‘aus eigenem Entschluß, freiwillig’; wohl daraus rückgebildet ist Eigensinn m. ‘Starrköpfigkeit’ (vereinzelt vom 16. Jh. an neben der Fügung eigen Sinn, verbreitet seit Anfang 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Attribut · ↗Besonderheit · ↗Charakteristikum · ↗Charakterzug · ↗Duktus · ↗Eigenart · ↗Eigenheit · Eigenschaft · ↗Eigentümlichkeit · ↗Kennzeichen · ↗Manier · ↗Merkmal · ↗Wesensmerkmal · ↗Wesenszug  ●  Attributivum  fachspr., linguistisch · ↗Spezifikum  fachspr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Charaktereigenschaft · ↗Charakteristik · ↗Charaktermerkmal · ↗Charakterzug · Eigenschaft · ↗Einstellung · ↗Haltung · ↗Merkmal · ↗Wesensmerkmal · ↗Wesenszug · ↗Zug
Oberbegriffe
  • psychologische Eigenschaft
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Eigenschaft · ↗Faktor · ↗Gegebenheit · ↗Rahmenbedingung · ↗Randbedingung · ↗Tatsache · ↗Umstand
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Ausstattungsmerkmal · ↗Besonderheit · ↗Charakteristikum · Eigenschaft · ↗Feature · ↗Funktion · ↗Funktionalität · ↗Kennzeichen · ↗Leistungsmerkmal · technische Daten
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Dienstmerkmal · vermittlungstechnisches Leistungsmerkmal
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fähigkeit Vererbung aufweisen besitzen besonder bestimmt charakteristisch charakterlich chemisch elektrisch erworben genetisch gewünscht herausragend hervorragend hervorstechend magnetisch mechanisch menschlich negativ optisch physikalisch positiv spezifisch typisch unangenehm vereinen wesentlich zugesichert zuschreiben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Eigenschaft‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als Klasse mit wiedererkennbaren Eigenschaften also hat sich der Adel hervorragend gehalten.
Die Zeit, 11.10.2010, Nr. 41
Indem ich mich an Frauen hielt, holte ich diese Eigenschaften wieder ans Licht meiner Person.
Pilgrim, Volker Elis: Manifest für den freien Mann - Teil 1, Reinbek b. Hamburg: Rowohlt 1983 [1977], S. 54
Was real an Information gewinnbar ist, hängt von bestimmten Eigenschaften informationstragender Prozesse ab.
Klix, Friedhart: Information und Verhalten, Berlin: Deutscher Verl. der Wissenschaften 1971, S. 301
Sie sind die Träger der spezifischen funktionellen Eigenschaften der Membranen.
Nultsch, Wilhelm: Allgemeine Botanik, Stuttgart: Thieme 1986 [1964], S. 50
Sie lehnt es ab, in ihrer Eigenschaft als Regierung zu kapitulieren.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1940]
Zitationshilfe
„Eigenschaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Eigenschaft>, abgerufen am 26.03.2019.

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